Charles Krauthammer

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Charles Krauthammer, 1986

Charles Krauthammer (* 13. März 1950 in New York; † 21. Juni 2018) war ein US-amerikanischer Kolumnist und Publizist. Er prägte in einem seiner Artikel im Time-Magazin den Begriff „Reagan-Doktrin“.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krauthammer wuchs in einer jüdischen Familie auf. Sein Vater stammte aus der Ukraine, seine Mutter aus Belgien.[2] Er studierte an der McGill-Universität Politikwissenschaften und anschließend bis 1971 am Balliol College der University of Oxford Wirtschaftswissenschaften. Zusätzlich studierte er bis 1975 Medizin an der Harvard University und schloss als Doktor der Medizin ab. Während seines Studiums erlitt er einen Badeunfall, wodurch er querschnittsgelähmt wurde und zeitlebens auf einen Rollstuhl angewiesen war. Nach verschiedenen Tätigkeiten, unter anderem in einem psychiatrischen Krankenhaus, trat er 1978 in die Demokratische Partei zur Zeit der Carter-Regierung ein und begann, seine ersten Kolumnen in The New Republic zu schreiben. Krauthammer war Chef-Redenschreiber für Carters Vizepräsident Walter Mondale während des US-Präsidentschaftswahlkampfs 1980, den Ronald Reagan für sich entschied.

Krauthammer wechselte während der Reagan-Regierung das politische Lager und galt fortan als konservativ ausgerichtet, insbesondere vertrat er ein Ende der Zusammenarbeit der USA mit der UNO und eine unnachgiebige Politik Israels gegenüber den Palästinensern. Er wurde in seinen wesentlichen Positionen den Neokonservativen zugerechnet. In einer (später im Commentary Magazine veröffentlichten) Rede von 2005 bezeichnete Krauthammer – in lobender Anerkennung der Kriegspolitik der Regierung George W. Bushs – den Neokonservatismus als eine „Regierungsideologie, deren Zeit nun gekommen ist“.[3] „Was Neokonservative lange Zeit befürworteten“, würde nun „in den höchsten Regierungsebenen artikuliert und praktiziert“.[3]

Krauthammers Kolumnen erschienen in zahlreichen Tageszeitungen und Online-Publikationen, unter anderem der Washington Post, in The National Interest und der Jewish World Review. Er hat auch Beiträge im US-Magazin TIME veröffentlicht und war regelmäßiger Gast bei Fox News. Er war Mitglied im Advisory Council des Nixon Center, im Council on Foreign Relations[4] und beim Project for the New American Century. 1987 erhielt er den Pulitzer-Preis für seine Kolumnen in der Washington Post. 2004 erhielt er vom neokonservativen American Enterprise Institute den Irving Kristol Award. Krauthammer lebte bei Washington, D.C. und hatte mit seiner Frau Robyn, einer Künstlerin, einen Sohn.

Krauthammer verteidigte die Regierung von George W. Bush vehement und warf Kritikern Irrationalität vor. So prägte er das in den Vereinigten Staaten – vor allem unter Republikanern – zeitweilig geläufige, außerhalb dieser Kreise jedoch weitgehend unbekannte politische Schlagwort Bush Derangement Syndrome (zu Deutsch etwa: "Bush-Gestörtheits-Syndrom"), das er wie folgt definierte: “The acute onset of paranoia in otherwise normal people in reaction to the policies, the presidency—nay—the very existence of George W. Bush” (Übersetzung: „Ein akuter Paranoiaanfall bei ansonsten normalen Leuten hinsichtlich der Politik, der Präsidentschaft – ja sogar der bloßen Existenz von George W. Bush“) und mit dem eine seiner Meinung nach weit verbreitete, völlig irrationale und unreflektierte Form der Ablehnung von George W. Bush, seiner Regierung, seiner Unterstützer und seiner Wähler charakterisiert werde.[5]

2012 erregte Krauthammer Aufsehen, als er noch unmittelbar vor der Präsidentschaftswahl (und gegen die meisten Umfragen) einen Erdrutschsieg des republikanischen Kandidaten Mitt Romney vorhersagte, da die Umfragen die wahre Stimmung der Bevölkerung nicht widerspiegelten. 2016 zählte er allerdings zu jenen Konservativen, die sich früh von Donald Trump distanzierten.

Am 8. Juni 2018 verabschiedete sich Krauthammer von seinen Lesern und teilte mit, er leide an Krebs im Endstadium und habe nur noch wenige Wochen zu leben.[6] Er erlag seiner Krankheit am 21. Juni 2018.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/pdf/10.1111/j.1741-5705.2006.00288.x.
  2. Ingo Way: Charles Krauthammer ist tot, Jüdische Allgemeine, 22. Juni 2018
  3. a b Krauthammer, Charles: The Neoconservative Convergence, Commentary Magazine. 1. Juli 2005. Abgerufen am 3. August 2014. 
  4. Membership Roster – Council on Foreign Relations. Cfr.org. Abgerufen am 9. März 2013.
  5. The Delusional Dean, ursprünglich erschienen in der Washington Post, 5. Dezember 2003, Sec. F, S. A31
  6. https://www.washingtonpost.com/opinions/a-note-to-readers/2018/06/08/3512010c-6b24-11e8-bea7-c8eb28bc52b1_story.html?noredirect=on
  7. Fox News contributor Charles Krauthammer dies at 68, Rawstory.com, 21. Juni 2018