Charles Oberthür

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Charles Oberthür

Charles Oberthür (* 14. September 1845 in Rennes; † 1. Juni 1924 ebenda) war ein französischer Entomologe, spezialisiert auf Schmetterlinge.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Familiengrab der Oberthürs in Rennes

Oberthür war der Sohn des elsässischen Verlegers François-Charles Oberthür (1818–1893), des Gründers des Verlagshauses Oberthür. Er war Schmetterlingssammler, und seine Beschäftigung mit Insekten übertrug sich auf seine Söhne. Neben Charles war auch sein Bruder René Oberthür (1852–1944) Entomologe und auch sein Enkel Henri Joseph Oberthür.

Er trug eine der größten privaten Schmetterlingssammlungen der Welt zusammen (mit 5 Millionen Exemplaren in 15.000 Glaskästen) und von ihm stammen viele Erstbeschreibungen (allein 45 Gattungen). Seine Sammlung vermehrte er vor allem durch Aufkauf bedeutender Sammlungen,[1] er ließ aber auch zum Beispiel Missionare weltweit für sich sammeln und unterstützte die Missionsarbeit im Gegenzug.

Ab 1876 veröffentlichte er eine Reihe von Büchern Études d’ Entomologie (21 Bände bis 1902) und ab 1904 die Reihe Études de Lepidopterologie comparée (22 Hefte bis 1924). Beide Reihen sind reichhaltig illustriert. Sie wurden im familieneigenen Verlag gedruckt, wozu sich Oberthür fähige Illustratoren suchte.

Er war im Stadtrat von Rennes.

1913 erhielt er den Prix Cuvier der Académie des sciences.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jean Gouillard: Histoire des entomologistes français, 1750–1950, Paris: Boubée 2004
  • Jean Lhoste: Les Entomologistes français. 1750–1950. INRA Éditions, 1987
  • Houlbert: Ann. Soc. Ent. Fr., 93, 1924, S. 163–178

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Sammlungen von Jean-Baptiste Alphonse Dechauffour de Boisduval (1799–1879), Achille Guénée (1809–1880), Jean-Baptiste Eugène Bellier de la Chavignerie (1819–1888), Adolphe de Graslin (1802–1882), Constant Bar (1817–1884), Emmanuel Martin (1827–1897), Antoine Guillemot (1822–1902), Henry Walter Bates (1825–1892)