Charleys Tante

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W. S. Penley als originale Charleys Tante, gezeichnet von Alfred Bryan

Charleys Tante (englischer Originaltitel Charley’s Aunt) ist eine Farce in drei Akten von Brandon Thomas aus dem Jahr 1892.

Handlung[Bearbeiten]

Die beiden Studenten Charley und Jack benötigen für eine geplante Verabredung mit ihren Freundinnen Amy und Kitty dringend eine Anstandsdame. Da die dafür vorgesehene Donna Lucia d’Alvadorez, Charleys Tante aus Brasilien, nicht rechtzeitig eintrifft, überreden die beiden ihren Freund Lord Fancourt Babberly („Babbs“), als Frau verkleidet die Rolle zu spielen. Die aus dieser Travestie resultierende Situationskomik macht den Reiz des Stückes aus.

Rezeption[Bearbeiten]

Uraufführung war am 29. Februar 1892 im Theatre Royal, Bury St Edmunds. Bereits die Uraufführungsinszenierung erreichte über 1.500 Vorstellungen. Am 21. Dezember 1892 wurde das Stück erstmals in London aufgeführt und am 2. Oktober 1893 am New Yorker Broadway, wo es vier Jahre lang lief.

Von 1948 bis 1950 lief am Broadway zudem eine von Frank Loesser und George Abbott geschriebene Musical-Version unter dem Titel Where’s Charley?, die 1952 verfilmt wurde.

Charleys Tante ist eine der bekanntesten Komödien der Welt und wurde in über hundert Sprachen übersetzt.

Verfilmungen[Bearbeiten]

Das Stück wurde mehrfach verfilmt, zuerst 1915 als Stummfilm mit Oliver Hardy und 1925 mit Sydney Chaplin, dem Bruder von Charlie Chaplin. Ein Tonfilm mit Charles Ruggles in der Hauptrolle wurde 1930 veröffentlicht.

Eine britische Parodie des Stückes erschien 1940 unter dem Titel Charley’s Big-Hearted Aunt. Die bekannteste Verfilmung im englischsprachigen Raum wurde ein Jahr später veröffentlicht, mit dem Komiker Jack Benny in der Titelrolle.

Im deutschsprachigen Raum sind die Verfilmungen von 1955 mit Heinz Rühmann (Charleys Tante (1956)) sowie 1963 mit Peter Alexander (Charleys Tante (1963)) in der Titelrolle sehr bekannt. Im Dezember 1954 übertrug der NWDR Charleys Tante aus dem Kölner Millowitsch-Theater mit den Geschwistern Willy und Lucy Millowitsch in den Hauptrollen. In einer weiteren fürs Fernsehen produzierten Theateraufführung zeigte Jörg Pleva eine beeindruckende schauspielerische Leistung. Der Regisseur Sönke Wortmann verfilmte das Stück zudem 1996 für das Fernsehen mit Thomas Heinze in der Hauptrolle (Charleys Tante (1996)). Bereits 1934 war unter der Regie von Robert A. Stemmle eine frühe Verfilmung mit Paul Kemp in der Titelrolle entstanden.

Eine sowjetische Adaption für das Fernsehen wurde 1975 hergestellt und erwies sich als großer Erfolg.

Historisches Hörspiel[Bearbeiten]

Am 20. Oktober 1925 Wurde das Stück als Hörspiel von der NORAG (Hamburg) live, ohne die Möglichkeit einer Aufzeichnung ausgestrahlt. Die Regie führte Ernst Pündter.

Die Sprecher waren:

Darsteller der Titelrolle auf der Bühne (Auswahl)[Bearbeiten]

Axel von Ambesser, Leon Askin, Albert Bassermann, Curt Bois, Hans Clarin, Noel Coward, Will Dohm, Jose Ferrer, Sir John Gielgud, Gustaf Gründgens, Sir Alec Guinness, Rex Harrison, Leslie Howard, Emil Jannings, Paul Kemp, Victor de Kowa, Werner Krauß, Theo Lingen, Herbert Mensching, John Mills, W. S. Penley (Uraufführung), Jörg Pleva, Heinz Rühmann, Carl-Heinz Schroth, Heinrich Schweiger, Guido Thischler (deutschsprachige Erstaufführung), Brandon Thomas, Erkki Hopf (Ohnsorg-Theater 2010)