Charlie Says

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Filmdaten
OriginaltitelCharlie Says
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2018
Länge104 Minuten
Stab
RegieMary Harron
DrehbuchGuinevere Turner
ProduktionCindi Rice, Jeremy M. Rosen, John Frank Rosenblum
MusikKeegan DeWitt
KameraCrille Forsberg
SchnittAndrew Hafitz
Besetzung

Charlie Says ist ein Kriminalfilm von Mary Harron, der im September 2018 im Rahmen der Filmfestspiele von Venedig seine Weltpremiere feierte und am 10. Mai 2019 in ausgewählte US-Kinos kam. Im Zentrum der Filmbiografie stehen die drei Charles-Manson-Anhängerinnen Leslie Van Houten, Patricia Krenwinkel und Susan Atkins.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei junge Frauen wurden im berüchtigten Manson-Mordfall zum Tode verurteilt. Dann jedoch, als die Todesstrafe aufgehoben und ihre Strafe zu lebenslanger Haft umgewandelt wird, will man sie mit ihren Taten konfrontieren.

Biografisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leslie Van Houten war im Jahr 1969 an einer Mordserie im Auftrag des Sektenführers Charles Manson beteiligt

Leslie Van Houten war 1969 an einer Mordserie im Auftrag des Sektenführers Charles Manson beteiligt, so nachweislich an der Ermordung des Geschäftsmanns Leno LaBianca und dessen Ehefrau.[1] Nachdem Van Houten mit anderen Mitgliedern der Manson-Family im Oktober 1969 wegen Autodiebstahls in Haft kam, brüstete sie sich mit den von ihnen begangenen Morden, woraufhin im Juli 1970 der erste große Manson-Prozess begann. Das Verfahren geriet zum Spektakel. Auf Mansons Anweisung hin erhob sich während der Gerichtsverhandlungen Van Houten ebenso wie die Manson-Anhängerinnen Susan Atkins und Patricia Krenwinkel und kreischten hysterisch. Nachdem Manson sich den Kopf geschoren hatte, taten die jungen Frauen dasselbe. Auch als er sich ein Kreuz in die Stirn ritzte.[2][3] Für ihre Tat wurden Van Houten und Krenwinkel 1971 zum Tode verurteilt. Die Todesstrafe wurde 1972 in Kalifornien allerdings für kurze Zeit außer Kraft gesetzt und die Strafen daraufhin in lebenslange Haft umgewandelt.[4] Während die jungen Frauen während des Prozesses noch zu Manson hielten, den sie als „Jesus Christus“ verehrten, gingen sie später zu ihm auf Distanz und bedauerten ihre Taten. Im Januar 2019 empfahl eine Bewährungskommission im US-Bundesstaat Kalifornien die Freilassung der 69-jährigen Leslie Van Houten. Seit 2016 hat sich das Komitee damit zum dritten Mal für ihre Haftentlassung ausgesprochen.[1]

Reginald Harkema verarbeitete bereits in dem kanadischer Thriller Leslie, My Name Is Evil aus dem Jahr 2009 die Taten und die anschließende Gerichtsverhandlung von Van Houten.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literarische Vorlage und Stab[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regisseurin Mary Harron bei der Vorstellung des Films beim Montclaire Film Festival im Mai 2019

Der Film basiert teilweise auf dem Buch The Long Prison Journey of Leslie Van Houten: Life Beyond the Cult von Karlene Faith. Die Erben der im Mai 2017 verstorbenen kanadische Schriftstellerin, Feministin und Menschenrechtsaktivistin veröffentlichten das Buch posthum Mitte April 2019 bei Amazon.

Das Drehbuch für Charlie Says wurde von Guinevere Turner geschrieben. Regie führte Mary Harron. Produziert wurde der Film von Cindi Rice, Jeremy M. Rosen und John Frank Rosenblum.

Besetzung und Dreharbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hannah Murray übernahm im Film die Rolle von Van Houten. Ihre Mittäterinnen und späteren Mitangeklagten Patricia Krenwinkel und Susan Atkins werden von Sosie Bacon und Marianne Rendón gespielt. Matt Smith verkörpert Charles Manson, Grace Van Dien spielt das weitere Mordopfer Sharon Tate.

Die Dreharbeiten fanden in Santa Clarita und in Los Angeles statt, wo 1969 die Ermordung des Geschäftsmanns Leno LaBianca und dessen Ehefrau stattfand.[1]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film feierte am 2. September 2018 bei den Filmfestspielen von Venedig in der Sektion Orizzonti seine Weltpremiere.[5] Anfang Mai 2019 wurde der Film beim Tribeca Film Festival gezeigt.[6] IFC Films brachte Charlie Says am 10. Mai 2019 in ausgewählte US-Kinos. Im September 2019 wird er beim Fantasy Filmfest[7] und beim Festival des amerikanischen Films in Deauville gezeigt.[8]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altersfreigabe und Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den USA erhielt der Film von der MPAA ein R-Rating, was einer Freigabe ab 17 Jahren entspricht.[9]

Insgesamt stieß der Film bei den Kritikern auf geteiltes Echo.[10]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Internationale Filmfestspiele von Venedig 2018

  • Nominierung für den Venice Horizons Award (Mary Harron)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Charlie Says – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Leslie Van Houten: Frühere Manson-Anhängerin könnte aus Haft entlassen werden. In: Spiegel Online, 31. Januar 2019.
  2. Frühere Manson-Jüngerin Van Houten: An der Seite des selbsternannten Teufels. In: Spiegel Online, 15. April 2016.
  3. https://www.washingtontimes.com/news/2016/apr/14/leslie-van-houten-charles-manson-follower-granted-/
  4. Anhängerin des Manson-Kults: Kein Erbarmen für todkranke Mörderin. In: Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2010.
  5. https://www.hollywoodreporter.com/review/charlie-says-venice-2018-1139256
  6. Tribeca Film Festival Announces 2019 Feature Lineup. In: filmmakermagazine.com, 5. März 2019.
  7. Charlie Says. In: f3a.net. Abgerufen am 31. Juli 2019.
  8. Maximilien Pierrette: Deauville 2019 : Kristen Stewart, Orelsan, Sophie Turner, Game of Thrones, Pierce Brosnan... Tout sur la sélection. In: allocine.fr, 22. August 2019. (französisch)
  9. https://www.the-numbers.com/movie/Charlie-Says-(2019)
  10. Charlie Says. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 12. April 2019.