Charlieu

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Charlieu
Wappen von Charlieu
Charlieu (Frankreich)
Charlieu
Region Auvergne-Rhône-Alpes
Département Loire
Arrondissement Roanne
Kanton Charlieu (Hauptort)
Gemeindeverband Charlieu-Belmont Communauté
Koordinaten 46° 10′ N, 4° 10′ OKoordinaten: 46° 10′ N, 4° 10′ O
Höhe 268–378 m
Fläche 6,70 km2
Einwohner 3.652 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 545 Einw./km2
Postleitzahl 42190
INSEE-Code
Website www.ville-charlieu.fr

Charlieu – Abtei Saint-Fortunat

Charlieu ist eine französische Gemeinde mit 3652 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Loire in der Region Auvergne-Rhône-Alpes.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charlieu liegt auf dem Nordufer des Flusses Sornin in einer Höhe von etwa 275 Metern ü. d. M. Die Stadt Mâcon befindet sich etwa 75 Kilometer (Fahrtstrecke) nordöstlich; Roanne liegt etwa 20 Kilometer südwestlich. Der sehenswerte Ort Saint-Julien-de-Jonzy liegt etwa elf Kilometer nördlich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006
Einwohner 4.911 4.923 4.789 4.322 3.717 3.582 3.649

Vom Jahr 1793 bis zum Ende des 19. Jahrhunderts stieg die Zahl der Einwohner von 2.600 auf über 5.400 an. Danach sank die Zahl der Einwohner infolge der Reblauskrise und der Mechanisierung der Landwirtschaft kontinuierlich auf den heutigen Wert ab.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Umgebung von Charlieu war schon seit alters her landwirtschaftlich geprägt. Der Ort selbst fungierte als regionales Handwerks-, Handels- und Dienstleistungszentrum. Zudem lag Charlieu an der Via Lemovicensis, einem der vier Hauptarme des Jakobswegs, und war somit häufig Station für Pilger, wovon Ort und Abtei auch wirtschaftlich profitierten. Im 15. Jahrhundert wurde die Stadt in den Streit um die französische Krone verwickelt. Nach der Verlegung der Handelsstraßen verlor sie auch an wirtschaftlicher Bedeutung. Es begann eine Durststrecke für die Stadt, die erst durch den erneuten Aufschwung überwunden wurde, der im Jahre 1827 infolge der Seidenweberei erfolgte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Charlieu, die in der Nähe der 872 gegründeten Benediktinerabtei St-Fortunat (Abbaye de Saint Fortunat) an der Kreuzung zweier wichtiger Straßen entstand, wurde erstmals im Jahr 994 als Carus Locus (teurer Ort) urkundlich erwähnt. Wegen seiner strategisch wichtigen Position an der Grenze zu Burgund kam Charlieu unter den Schutz der französischen Krone. Philipp Auguste ließ die Stadt im Jahre 1180 befestigen. Begünstigt durch den Handel und Handwerk blühte die Stadt auf, so dass im 13. Jahrhundert mit dem Bau der Kirche Saint-Philibert begonnen werden konnte.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Saint-Philibert
Fachwerkhaus
Franziskanerkloster

Abtei Saint-Fortunat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige Abtei ist seit 1846 als Monument historique anerkannt.[1]

Kirche Saint-Philibert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche ist seit 1930 als Monument historique anerkannt.[2]

Sonstige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das alte Hospital (Hôtel-Dieu) der Stadt wurde im 18. und 19. Jahrhundert erbaut. Es wurde im Jahr 1985 unter Schutz gestellt.[3]
  • Der alte Salzspeicher aus dem 16. Jahrhundert ist seit 1889 geschützt.[4]
  • Mehrere historische Wohnhäuser aus Stein sind bereits seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert als Monuments historiques eingestuft.[5][6][7][8][9][10]
  • Eins der schönsten Gebäude ist ein dreigeschossiges Fachwerkeckhaus (maison à colombage) aus dem 17. Jahrhundert, dessen Erdgeschoss auf zwei Seiten von hölzernen Stützen umgeben ist. Es wurde im Jahr 1928 unter Denkmalschutz gestellt.[11]
  • Die mehrbogige steinerne Segmentbogenbrücke über den Fluss Sornin stammt aus dem 15. Jahrhundert; sie wurde jedoch später mehrfach überarbeitet. Sie ist seit 1938 als Monument historique anerkannt.[12]
  • Um die Mitte des 13. Jahrhunderts hatte Papst Alexander IV. dem Franziskanerorden gestattet, in Charlieu ein Kloster zu errichten. Etwa einen Kilometer westlich der Stadt und zum Teil auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Saint-Nizier-sous-Charlieu begann man um 1280 mit den Bauarbeiten für das im 14. Jahrhundert weitgehend fertiggestellte Kloster, dessen weiträumiger Kreuzgang von schlanken spätgotischen Arkaden umstellt ist. Der schlichte einschiffige Kirchenbau ist von einem offenen hölzernen Dachstuhl gedeckt. Der Klosterkomplex ist seit 1981 als Monument historique anerkannt.[13]
  • Etwa drei Kilometer nordöstlich von Charlieu und zum Teil auf dem Gebiet der Gemeinde Saint-Denis-de-Cabanne gelegen, befindet sich das Château de Gatellier, das seit 1990 als Monument historique anerkannt ist.[14]

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Charlieu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Abbaye, Charlieu in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  2. Église Saint-Philibert, Charlieu in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  3. Hôtel-Dieu, Charlieu in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  4. Grenier à sel, Charlieu in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  5. Hôtel d’Armagnac, Charlieu in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  6. Maison, Charlieu in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  7. Maison, Charlieu in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  8. Maison, Charlieu in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  9. Maison des Anglais, Charlieu in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  10. Maison à pans des bois, Charlieu in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  11. Maison, Charlieu in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  12. Pont de pierre sur le Sornin, Charlieu in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  13. Couvent des Cordeliers, Charlieu in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  14. Château de Gatellier, Charlieu in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)