Charlot Strasser

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Charlot Strasser (* 11. Mai 1884 in Bern; † 4. Februar 1950 in Zürich) war ein Schweizer Psychiater und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn des Anatomieprofessors Hans Strasser absolvierte ein Studium der Medizin in Bern, Berlin, Leipzig, München und Paris (Promotion 1912). Nach Reisen durch Russland, China, Japan und Südamerika war er ab 1913 als Psychiater in Zürich tätig. Von 1935 bis 1944 war er ärztlicher Leiter des Männerheims zur Weid in Rossau (Gemeinde Mettmenstetten).

Zusammen mit Alfred Adler und Carl Furtmüller publizierte Strasser ab 1914 die «Zeitschrift für Individualpsychologie», mit seiner Ehefrau Vera Strasser verfasste er Arbeiten, die sich kritisch mit der Psychoanalyse beschäftigten. Sein literarisches Werk umfasste expressionistische Novellen, welche die Zürcher Dada-Szene beeinflussten.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ein Sehen (1904)
  • Gedichte von einer Weltreise und andere Lieder Zürich, Rascher, ca. 1909
  • Reisenovellen aus Rußland und Japan (1911)
  • Das Pestschiff (1918)
  • Geschmeiss um die Blendlaterne (1933)
  • Die braune Pest (1933)
  • Kurpfuscher und Gaukler beuten dich aus. Genossenschaftsbuchhandlung, Zürich 1935[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Florian Gelzer: Charlot Strassers Schlüsselroman „Geschmeiß um die «Blendlaterne»“ (1933). Ein Psychiater behandelt die Zürcher Emigrantenszene. In: literatur für leser 3 (2005), S. 199–217.
  • Thomas Huonker: Diagnose: «moralisch defekt». Kastration, Sterilisation und Rassenhygiene im Dienst der Schweizer Sozialpolitik und Psychiatrie 1890–1970. Orell Füssli, Zürich 2003, ISBN 3-280-06003-6. (PDF-Digitalisat, 286 Seiten, 762 kB; Digitalisat bei Internet Archive)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Einleitung aus diesem Buch mit dem Titel »Wirtschaftliche Not schafft Aberglauben« wurde abgedruckt im Internationalen ärztlichen Bulletin, Prag, 2. Jg. (1935) Heft 1 (Januar), S. 5–8 Digitalisat

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]