Charlotte Hug

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Charlotte Hug dirigiert die Lucerne Festival Academy mit dem Orchesterwerk Nachtplasmen für Son-Icons und Videopartitur beim Lucerne Festival 2011

Charlotte Hug (* 1965 in Zürich) ist eine Schweizer Bratschistin, Vokalistin, Komponistin und Zeichnerin. Sie lebt in Zürich und London.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hug liess sich nach der Matura ab 1984 zur Primarlehrerin ausbilden. Nach einem Frankreichaufenthalt schloss sie eine Kunstausbildung im Atelier Testa in Zürich an. Von 1990 bis 1995 studierte sie Viola, zunächst bei Henrik Crafoord in Bern und ab 2000 bei Paul Silverthorne an der Royal Academy of Music. Sie bildete sich weiter in „Szenisches Gestalten“ an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich und an der KlangKunstBühne der Universität der Künste Berlin bei Christina Kubisch, Dieter Schnebel und Lauren Newton.

Die Extremmusikerin weitet die Grenzen ihres Instrumentes stets aus und erfindet die Viola neu – dies auf ihrem Instrument, gebaut vom Wiener Geigenbauer J.G. Thir, aus dem Jahr 1763. Sie entwickelte unter anderem die Weichbogentechnik mit der sie bis achtstimmig spielen kann. Hugs Spezialität sind auch Klangmischungen von Viola und Stimme. So entsteht ihre unverkennbar eigene Klangsprache. Sie trat gemeinsam mit anderen Künstlern, aber auch als Solistin mit eigenen Musikperformances bei internationalen Festivals in Europa, in Kanada und den Vereinigten Staaten auf und hat mehrere Soloalben vorgelegt. Hug hat im Bereich der freien und der Konzeptimprovisation mit dem London Improvisers Orchestra gespielt und Konzepte dafür entwickelt oder u. a. mit Maggie Nichols, John Edwards, Phil Minton, Evan Parker, Elliott Sharp, Pat Thomas, Andy Guhl, oder Phil Wachsmann zusammengearbeitet. Einige der Projekte sind auch auf CD dokumentiert. Zusammenarbeit unter anderem auch mit Alberto Venzago (Photo, Film), Jossi Wieler (Theater- und Opernregie), Fine Kwiatkowski (Tanz).

Des Weiteren ist Hug auch als Zeichnerin und Komponistin hervorgetreten. Im Kunst- wie im Musikkontext finden Hugs Klangzeichnungen, Son-Icons, internationale Beachtung. Sie entwickelte mit diesen eine Kompositionsmethode. So entstehen Raum- und Videopartituren für Solo- bis Orchesterwerke: z. B. das Orchesterwerk Nachtplasmen für Son-Icons und Videopartitur, uraufgeführt mit der Lucerne Festival Academy im Jahr 2011. Einzelausstellungen mit Installationen zeigte sie unter anderem im Swissnex San Francisco, dem Sirius Arts Centre Cobh Cork in Irland oder dem Kunstmuseum Luzern. 2011 war Hug „artiste étoile“ beim Lucerne Festival.

Hug gibt Masterclasses in Improvisation und „instant composing“. Sie hält Vorträge und gibt Performance-Lectures im weiten Feld von „Transdisziplinarität in den Künsten“. Sie ist Gastdozentin an Universitäten und Kunsthochschulen, z. B. MC Gill University Montreal, ZHdK Hochschule der Künste Zürich, CNMAT of the University of California Berkeley, The School of the Art Institute of Chicago etc.

Auszeichnungen und Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hugs Arbeiten erhielten zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem

  • 2000 Atelierstipendium in London des Aargauer Kuratoriums
  • 2004 Atelierstipendium in der Cité internationale des arts in Paris des Kantons Zürich
  • 2005 „artiste in residence“ in Cork Kulturhauptstadt mit Kompositionsauftrag
  • 2006 Kompositionspreis (Werkjahr) der Stadt Zürich
  • 2010 Kompositionsaufträge, u. a. von Pro Helvetia und dem Lucerne Festival
  • 2011 „artiste étoile“ beim Lucerne Festival
  • 2012 „artist in residence“ in Nairs
  • 2013 Atelierstipendium in Berlin des Kantons Zürich
  • 2014 „Research residency“ in Südafrika von Pro Helvetia

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • MauerrauM WandrauM (1999) (Solo viola & electronics)
  • Certain Questions (2002) (Mit Pat Thomas, electronics)
  • Transitions (2002) (Mit Maggie Nicols, voice und Caroline Kraabel, saxophon)
  • Brilliant Days (2003) (Mit Chantal Laplante, electronics)
  • Neuland (2003) (Solo viola)
  • Flying Aspidistra #5 (2006) (Live mit Fred Lonberg-Holm, cello)
  • Acoustic electronics (2007) (Mit Nina De Heney bass und Christian Jormin drums)
  • Pi:k (2007) (Mit Elliott Sharp, Gitarre und electronics)
  • Lift (2009) (Mit Guillermo Galindo, „interactive cybertotemic musical instrument“)
  • Gocce Stellari (2009) (Streichquartett mit Phil Wachsmann, Marcio Mattos und John Edwards)
  • Fine extension(2010) (Mit Fred Lonberg-Holm, cello)
  • Slipway To Galaxies (2011) (Solo viola & voice)
  • Bouquet (2012) (Mit Frédéric Blondy piano)
  • Paragone d'archi (2014) (Mit Stefano Pastor violin)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]