Charosset

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sephardisches Charosset

Das Charosset (hebräisch חרוסת) (jiddisch Charojses oder Ch'rojses) gehört zum traditionellen Sederessen stets dazu. Charosset verfolgt als einziges Bestandteil der Sederspeise einen süßen Geschmack.

Bei den Aschkenasim ist es eine Mischung überwiegend aus geriebenen Äpfeln und Nüssen oder Mandeln, die mit süßem roten Wein dünn gemacht und mit Zimt gewürzt wird. Gelegentlich werden Rosinen verwendet.

Die Sephardim geben zusätzlich Feigen, Datteln, Rosinen oder Orangensaft hinzu, denn für sie und ihre Küche waren Tropenfrüchte traditionell besser erreichbar.

Bedeutung am Sederabend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit seiner braunen, bisweilen grauen, Farbe erinnert Charosset an Lehm, aus dem die Juden in Ägypten Ziegelsteine herstellten. Die Äpfel sollen an Apfelbäume erinnern, unter denen jüdische Frauen ihre Kinder heimlich gebaren, um sie vor Ägyptern zu schützen. Roter Wein symbolisiert in der Mischung das Blut der Beschneidung, das Blut der Pessachopfergabe und schließlich das Blut von jüdischen Kindern, die der Pharao ermorden ließ.

Charosset symbolisiert im Allgemeinen, dass Leben und Tod untrennbar verbunden sind, sowie Hoffnung und Verzweiflung. Nichts Süßes ist ohne Ende süß; genauso ist Bitterkeit enthalten. Am Pessach wird dies durch die anderen Sederspeisen zum Ausdruck gebracht und durch die Zusicherung zukünftiger Süßigkeit mittels Charosset darstellt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Charosset – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien