Chełchy (Ełk)

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Chełchy
Chełchy führt kein Wappen
Chełchy (Polen)
Chełchy
Chełchy
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Ełk
Gmina: Ełk
Geographische Lage: 53° 53′ N, 22° 28′ OKoordinaten: 53° 53′ 5″ N, 22° 27′ 35″ O
Einwohner:
Postleitzahl: 19-300[1]
Telefonvorwahl: (+48) 87
Kfz-Kennzeichen: NEL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Sędki/DK 16 → Chełchy
KijewoPrzykopka
Schienenweg: PKP-Linie 41: Ełk–Olecko (kein Halt mehr in Chełchy, nur noch sporadischer Bahnverkehr)
Nächster int. Flughafen: Danzig



Chełchy (deutsch Chelchen, 1938 bis 1945 Kelchendorf) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren und gehört zur Gmina Ełk (Landgemeinde Lyck) im Powiat Ełcki (Kreis Lyck).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chełchy liegt am Flüsschen Lega im Osten der Woiwodschaft Ermland-Masuren, zehn Kilometer nordöstlich der Kreisstadt Ełk (Lyck).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde Chelchen[2] im Jahre 1431.[3] Zwischen 1874 und 1945 war das Dorf in den Amtsbezirk Soffen (polnisch Krokocie) eingegliedert,[4] der zum Kreis Lyck im Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

Chelchen verzeichnete im Jahre 1910 insgesamt 262 Einwohner.[5] Ihre Zahl stieg bis 1925 auf 278, betrug 1933 noch 269 und belief sich 1939 auf 275.[6]

Am 18. August 1938 wurde Chelchen aus politisch-ideologischen Gründen der Abwehr fremdländisch klingender Ortsnamen in „Kelchendorf“ umbenannt.

In Kriegsfolge kam das Dorf 1945 mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen und erhielt die polnische Namensform „Chełchy“. Es ist heute Sitz eines Schulzenamtes[7] (polnisch Sołectwo) und als solches eine Ortschaft innerhalb der Gmina Ełk (Landgemeinde Lyck) im Powiat Ełcki (Kreis Lyck), vor 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugeordnet.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1945 war Chelchen resp. Kelchendorf in die evangelische Pfarrkirche Lyck[8] in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union sowie in die römisch-katholische Kirche St. Adalbert Lyck[3] im Bistum Ermland eingepfarrt.

Heute halten sich die evangelischen Einwohner von Chełchy zur Kirchengemeinde in der Stadt Ełk, einer Filialgemeinde der Pfarrei in Pisz (deutsch Johannisburg) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen. Für die Katholiken besteht in Chełchy jetzt eine eigene Pfarrei[9] mit dazugehöriger Pfarrkirche, die 1991 errichtet wurde. Sie trägt den Namen Kościół Św. Brata Alberta Chmielewskiego (deutsch Kirche des Hl. Bruders Albert Chmielowski) und gehört zum Dekanat Ełk – Miłosierdzia Bożego im Bistum Ełk der Römisch-katholischen Kirche in Polen. Zur Pfarrei gehört auch die Filialkirche in Sędki (Sentken).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chełchy ist von der polnischen Landesstraße 16 aus über Sędki (Sentken) erreichbar. Außerdem verläuft eine Nebenstraße von Kijewo (Kiöwen) nach Przykopka (Przykopken, 1926 bis 1945 Birkenwalde) durch den Ort.

Seit 1879 war der Ort Bahnstation an der Bahnstrecke Ełk–Tschernjachowsk (deutsch Lyck–Insterburg), die nach 1945 nur noch auf polnischem Staatsgebiet und jetzt lediglich zwischen Ełk und Olecko (Marggrabowa (Oletzko), 19328 bis 1945 Treuburg) in sporadischem Bahnverkehr genutzt wird.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Polnisches Postleitzahlenverzeichnis 2013, S. 139
  2. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Kelchendorf
  3. a b Chelchen (Landkreis Lyck)
  4. Rolf Jehke, Amtsbezirk Soffen
  5. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Lyck
  6. Michael Rademacher, Deutsch-österreichisches Ortsbuch, Landkreis Lyck
  7. Gmina Ełk
  8. Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen, 1968, S. 493–494
  9. Parafia Chełchy