Cheb Khaled

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Khaled bei einem Konzert in Oran, 2011

Cheb Khaled (arabisch الشاب خالد asch-Schabb Chalid, DMG aš-Šābb Ḫālid) bzw. heutzutage einfach Khaled (* 29. Februar 1960 in Oran, Algerien als Khaled Hadj Brahim, arabisch خالد حاج إبراهيم / Ḫālid Ḥāǧǧ Ibrāhīm) ist der international berühmteste Vertreter der algerischen Volks- und Populärmusik Raï. Cheb ist kein Vorname, sondern bedeutet „junger Mann“.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Roi du Raï (König des Raï) machte seine ersten Aufnahmen im Alter von 14 Jahren (Trigh Lycée) und hatte als 28-Jähriger bereits über 100 Kassetten veröffentlicht. Khaled wurde Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre bekannt als Teil der „Pop-Raï-Bewegung“, mit welcher der Raï Anschluss an die internationale Pop- und Rockmusikwelt fand und deren herausragendster Exponent er neben Cheb Mami und Chaba Fadela war. Das 1983 als erstes Rai-Stück im algerischen Radio gespielte El Marsem (Die Erinnerung) war ein Khaled-Stück.

Aufgrund seiner exponierten Position und dem Erstarken islamistischer Kräfte im Land musste Khaled 1986 Algerien verlassen und ging nach Frankreich. 1989 hat er beim West-Berliner Horizontefestival (Horizonte – Festival der Weltkulturen: Nr. 4, 1989) seinen ersten großen Auftritt in Deutschland. 1992 veröffentlichte er in Frankreich sein erstes vollständig nach westlichen Standards produziertes, in Los Angeles und Brüssel aufgenommenes Album Khaled und ließ zugleich das Cheb in seinem Namen fallen. Der auf dieser Platte enthaltene Titel Didi ist bis heute seine meistverkaufte Single, die es selbst in Israel auf einen Spitzenplatz in den Charts brachte. 2007 wurde Didi vom deutschen Popduo Milk & Honey gecovert.

Im Maghreb und in Frankreich ein Superstar, ist Khaled auch in der restlichen frankophonen und der arabischen Welt seit Jahren regelmäßig in den Hitparaden, jedoch ist er auch in der anglophonen Musikwelt bekannt und erfolgreich. Auch in Deutschland hat er eine Fangemeinde, wie beispielsweise seine ausverkauften Konzerte in der Altonaer Fabrik in den Jahren 2000 und 2004 beweisen.

2001 musste Khaled sich gegen Vorwürfe der Kollaboration und einen Boykottaufruf von islamisch-konservativen Stimmen erwehren, nachdem er gemeinsam mit der israelischen Sängerin Noa in Rom gastiert hatte und auf dem Konzert auch Vertreter der israelischen Regierung anwesend waren. Im September desselben Jahres wurde seine USA-Tour, die unter anderem gemeinsam mit Hakim geplant war, aufgrund der Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA abgesagt.

Sein Stück Aïcha stand in der Schweiz 39 Wochen lang in den Charts[1] und war im Jahre 2003 als Coverversion der dänischen Gruppe Outlandish international ein Erfolg.

In seiner Funktion als Botschafter der UNO-Organisation FAO führte Khaled im Oktober 2009 den Anstoß zum WM-Qualifikationsspiel zwischen Frankreich und Österreich aus.[2]

Im Jahr 2013 verließ Khaled Monaco und ließ sich in Marokko nieder. Am 20. August 2013 verlieh ihm König Mohammed VI. die marokkanische Staatsbürgerschaft. Als Grund gab er an, dass er sich aufgrund der Legalisierung der Homo-Ehe in Frankreich Sorgen um seine Kinder mache.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Diskografie listet nur internationale Veröffentlichungen Khaleds auf, die Kassettenveröffentlichungen in Algerien werden hier nicht erfasst.

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[5][6]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
FR FR BEW BEW DE DE CH CH
1996 Sahra FR3
Platin
Platin

(35 Wo.)FR
BEW7
(39 Wo.)BEW
DE25
(30 Wo.)DE
CH26
Platin
Platin

(25 Wo.)CH
1999 Kenza FR49
Gold
Gold

(5 Wo.)FR
CH57
(13 Wo.)CH
2004 Ya-Rayi FR52
(7 Wo.)FR
BEW41
(6 Wo.)BEW
CH70
(2 Wo.)CH
2009 Liberté FR51
(10 Wo.)FR
BEW95
(2 Wo.)BEW
2012 C’est la vie FR18
(22 Wo.)FR
BEW27
(16 Wo.)BEW
CH96
(1 Wo.)CH

Weitere Alben

  • 1992: Khaled
  • 1993: N’ssi, N’ssi
  • 2011: Khouf Ngadji Bahri (feat. Zahouania)

Livealben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[5]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
FR FR BEW BEW DE DE CH CH
1998 Hafla FR29
(6 Wo.)FR
1, 2, 3 soleils FR4
(56 Wo.)FR
BEW14
(22 Wo.)BEW

Westliche Veröffentlichungen von algerischem Material[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[5][6]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
FR FR BEW BEW DE DE CH CH
1992 Didi
Khaled
FR9
(20 Wo.)FR
CH30
(3 Wo.)CH
1993 Serbi serbi
N’ssi N’ssi
FR50
(1 Wo.)FR
Abdel Kader
N’ssi N’ssi
FR157
(2 Wo.)FR
Charteinstieg in FR erst 2013
1996 Aïcha
Sahra
FR1
Diamant
Diamant

(23 Wo.)FR
BEW1
Platin
Platin

(26 Wo.)BEW
DE33
(35 Wo.)DE
CH11
(39 Wo.)CH
1997 Ouelli el darek
Sahra
FR23
(10 Wo.)FR
La poupée qui fait non (Live)
Live à Bercy
FR6
(8 Wo.)FR
BEW5
(18 Wo.)BEW
Le jour viendra
Sahra
FR24
(5 Wo.)FR
BEW12
(11 Wo.)BEW
1998 Abdel Kader (Live à Bercy)
1,2,3 Soleils
FR6
Gold
Gold

(21 Wo.)FR
BEW36
(1 Wo.)BEW
1999 Comme d’habitude
1,2,3 Soleils
FR40
(9 Wo.)FR
BEW40
(1 Wo.)BEW
mit Rachid Taha & Faudel
C’est la nuit
Kenza
FR29
(12 Wo.)FR
BEW35
(2 Wo.)BEW
2000 El harba wine
Kenza
FR20
(19 Wo.)FR
feat. Amar
Les ennemis (el Aâdyene)
FR63
(5 Wo.)FR
2001 Wana wana
FR97
(2 Wo.)FR
2009 Même pas fatigué!!!
FR1
(49 Wo.)FR
BEW10
(21 Wo.)BEW
CH49
(12 Wo.)CH
2012 C’est la vie
C’est la vie
FR4
(58 Wo.)FR
BEW5
(22 Wo.)BEW
CH33
(9 Wo.)CH

grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar

Gastbeiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[5]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
FR FR BEW BEW DE DE AT AT CH CH
2019 Maghreb Gang
DE4
(8 Wo.)DE
AT7
(7 Wo.)AT
CH6
(7 Wo.)CH
Farid Bang feat. French Montana & Khaled
Folgende Lieder erschienen nicht als Single, wurden aber durch das Album zu Download und Streaming bereitgestellt und konnten somit eine Platzierung erlangen:
2018 Mirage
Fruit du démon
FR74
(2 Wo.)FR
Soolking feat. Khaled

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Cheb Khaled – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schweizer Single-Charts
  2. Artikel aus France Football vom 14. Oktober 2009 (Memento vom 17. Oktober 2009 im Internet Archive)
  3. Le roi du raï algérien Cheb Khaled prend la nationalité marocaine, Jeune Afrique, 19. September 2013
  4. List of the 1997 Kora event winners (Memento vom 28. April 2012 im Internet Archive), abgerufen am 15. Februar 2010
  5. a b c d Chartquellen: DE AT CH BEW BEF FR
  6. a b Auszeichnungen für Musikverkäufe: CH BEW FR