Chester (Vermont)

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Chester
Blick auf das Stone Village, gelistet im NRHP
Blick auf das Stone Village, gelistet im NRHP
Lage in Vermont
Chester (Vermont)
Chester
Chester
Basisdaten
Gründung: 22. Februar 1754
Staat: Vereinigte Staaten
Bundesstaat: Vermont
County: Windsor County
Koordinaten: 43° 17′ N, 72° 38′ WKoordinaten: 43° 17′ N, 72° 38′ W
Zeitzone: Eastern (UTC−5/−4)
Einwohner: 3.154 (Stand: 2010)
Bevölkerungsdichte: 21,9 Einwohner je km2
Fläche: 144,8 km2 (ca. 56 mi2)
davon 144,2 km2 (ca. 56 mi2) Land
Höhe: 260 m
Postleitzahl: 05143
Vorwahl: +1 802
FIPS: 50-13675
GNIS-ID: 1462070
Website: www.chester.govoffice.com

Chester[1] ist eine Town im Windsor County des Bundesstaates Vermont in den Vereinigten Staaten mit 3154 Einwohnern (laut Volkszählung von 2010).[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Town liegt auf der Ostseite der Green Mountains in den Vorbergen westlich des Connecticut Rivers. Sie weist zwei Siedlungskerne auf, Chester Village im Süden und Chester Depot im Norden, die in etwa 1,5 Kilometer Abstand voneinander liegen. Beide Ortsteile sind seit Jahren nahezu zusammengewachsen. Wichtigster Wasserlauf ist der Williams River; der Hausberg des Doppelortes ist zugleich die höchste Erhebung der Town: Mount Flamstead mit 344 m (1129 feet).[3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Entfernungen sind als Luftlinien zwischen den offiziellen Koordinaten der Orte aus der Volkszählung 2010 angegeben.[4]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monatliche Durchschnittstemperaturen für Chester, Vermont
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) -1,7 -0,1 4,6 12,0 18,9 23,9 26,2 25,2 20,9 14,2 7,6 0,9 Ø 12,8
Min. Temperatur (°C) -11,7 -11,7 -5,9 0,9 6,3 11,2 13,8 13,2 8,8 2,3 -2,3 -8,3 Ø 1,4
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25,2
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8,8
14,2
2,3
7,6
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0,9
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Die mittlere Durchschnittstemperatur in Chester liegt zwischen -6,7 °C im Januar und 20,1 °C im Juli, im Jahresmittel bei 7,1 °C. Damit ist der Ort gegenüber dem langjährigen Mittel Vermonts um etwa 1 Grad wärmer. Die Schneefälle zwischen Oktober und Mai liegen mit bis zu 45 cm (etwa 17,5 inch) im Januar etwa doppelt so hoch wie die mittlere Schneehöhe in den USA. Die tägliche Sonnenscheindauer liegt am unteren Rand des Wertespektrums der USA.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Areal wurde erstmals zur Besiedlung unter dem Namen Flamstead ausgerufen am 22. Februar 1754 durch Benning Wentworth. Allerdings wurde im Zuge der Auseinandersetzungen mit dem Bundesstaat New York, der das Gebiet nach einem Dekret des englischen Königs George III. vom 26. Juli 1764 ebenfalls für sich beanspruchte, am 14. Juli 1766 den Siedlern mitgeteilt, dass das Land nunmehr zum Bundesstaat New York gehöre und unter dem Namen Chester mit geänderten Außengrenzen geführt werde. Diese Bestimmung wurde akzeptiert; die Gemeinde gehörte damit zu New York; eine zweite Ausrufung durch New Hampshire vom 3. November 1766, diesmal unter dem Namen New Flamstead, blieb wirkungslos. Am 3. Juli 1766 war durch New York das - heute nicht mehr existierende - County Cumberland, eingerichtet worden; Chester wurde zum Verwaltungssitz bestimmt, der aber 1772 nach Westminster verlegt wurde. Die erste Stadtversammlung fand 1767 statt, die erste Kirche wurde 1773 geweiht. Erst als Teil der selbständigen Vermont Republic kehrte Chester zu den Grenzen von 1761 zurück, behielt aber den Namen Chester bei.

Vor der Errichtung der Eisenbahnlinien war das südliche Village Kreuzungspunkt zweier Postkutschenlinien (Boston - Montreal und Hanover - Albany). Aufgrund der gut ausgebauten Straßen hatte sich die Town als wichtigster Verkehrsweg von der Ostküste nach New York durch die Green Mountains entwickelt. Die Town profitierte von diesem Umstand, wie man an der großen Zahl von Geschäften, besonders in dem südlichen Village, erkennen kann: für 1840 sind neben einem Sattler, zwei Hufschmieden und einem Wagenrad-Hersteller auch zwei Tavernen, ein Möbeltischler, zwei Lebensmittelläden, zwei Krämer, ein Post Office, ein Kleidungsladen, ein Hutgeschäft, zwei Werkzeuggeschäfte und sogar drei Anwälte belegt - für einen Ort mit etwa 60 Wohnhäusern. Zwischen 1814 und 1876 existierte neben knapp 20 Grundschulen auch eine höhere Bildungsanstalt, die Chester Academy.

Dem Tal des Williams River folgte auch die Bahnstrecke Bellows Falls–Burlington, die ab 1847 erbaut und 1849 eröffnet wurde. Chester erhielt einen Bahnhof, der bis 1953 von Personenzügen angefahren wurde; bis zur Einstellung des Zugverkehrs 1961 fuhren danach nur noch Güterzüge auf der Strecke. Mit der Gründung des Dampflokmuseums Steamtown 1964 in Bellows Falls wurde der Bahnhof Chesters gelegentlich wieder von Personenzügen angefahren. Das viktorianische Weichbild der Stadt und die ab 1834 errichteten Steinhäuser des Stone Village[6] stellten sich rasch als Touristenattraktion heraus, was die Bewohner als Chance verstanden: heute ist die Stadt ein klassisches Touristenziel Vermonts. Als 1984 das Dampflokmuseum geschlossen, die Lokomotiven verlegt und Dampfbetrieb in Vermont aus Umweltschutzgründen verboten wurden stellte man die Fahrten des Touristen-Zuges Green Mountain Flyer nicht etwa ein, sondern stellte auf Diesellok-Betrieb um und die erweiterte die Fahrstrecke. Seither startet der nach Fahrplan verkehrende Ausflugszug in North Walpole, New Hampshire. Die Nähe dreier Wintersportzentren (am Mount Snow, Okemo und Killington (Vermont)) erweitert die Touristensaison auf das ganze Jahr.

Seit der Mitte der 1980er Jahre sind zwei Einzelhäuser und zwei Gebäudeensemble, darunter auch das Stone Village, im National Register of Historic Places gelistet.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vier Kirchengemeinden finden sich: zwei Gemeinden der Episkopalkirche, eine römisch-katholische und eine Gemeinde der United Church of Christ.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Volkszählungsergebnisse[7] - Town of Chester, Vermont
Jahr 1700 1710 1720 1730 1740 1750 1760 1770 1780 1790
Einwohner 981
Jahr 1800 1810 1820 1830 1840 1850 1860 1870 1880 1890
Einwohner 1878 2370 2493 2320 2305 2001 2126 2052 1901 1787
Jahr 1900 1910 1920 1930 1940 1950 1960 1970 1980 1990
Einwohner 1775 1784 1633 1666 1740 1981 2318 2371 2791 2832
Jahr 2000 2010 2020 2030 2040 2050 2060 2070 2080 2090
Einwohner 3044 3154

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt wird durch die Vermont State Route 103, die von Rockingham nach Rutland führt und durch das Tal des Williams River und den Hauptort verläuft, sowie die Vermont State Route 11, die die 103 in Chester Village kreuzt, an das Straßennetz angeschlossen. Der Hartness State Airport bei Springfield liegt neun Kilometer Luftlinie entfernt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den üblichen städtischen Büros werden in Chester keine öffentlichen Einrichtungen betrieben. Das nächstgelegene Krankenhaus ist das Springfield Hospital in Springfield.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chester gehört mit Andover, Baltimore, Cavendish, Ludlow, Mt. Holly und Plymouth zur Two Rivers Supervisory Union.[8]

Im Ort ist eine sechszügige Grundschule mit rund 300 Schülern angesiedelt, die Chester-Andover Elementary School,[9] die zusammen mit der benachbarten Town Andover betrieben wird. Eine Highschool mit rund 400 Schülern, die Green Mountain Union High School,[10] bietet die Klassen 7 bis 12 an. Das nächstgelegene College ist das Keene State College in Keen im benachbarten Bundesstaat New Hampshire, die nächste Universität, die Franklin Pierce University, findet sich in Rindge, ebenfalls in New Hampshire.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Chandler junior (1740–1798), Politiker und Richter
  • Anna Dewdney (1965–2016), Kinderbuchautorin und -illustratorin
  • Aaron Leland (1761–1832), Politiker und Vizegouverneur von Vermont. Er gründete die baptistische Kirche Chesters.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zadock Thompson: History of Vermont, natural, civil and statistical, in three parts. Chauncey Goodrich, Burlington 1842 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Chester, Vermont – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chester im Geographic Names Information System des United States Geological Survey, abgerufen am 1. Oktober 2014
  2. Einwohnerdaten aus dem US-Census von 2010 im American Factfinder
  3. Eintrag bei Peakery.com (englisch)
  4. Koordinaten der Orte der Census-Behörde 2010
  5. Klimadaten bei www.City-Data.com (englisch)
  6. Kurzgefasste Geschichte der Stadt auf der offiziellen Website (PDF; 25 kB)
  7. Einwohnerzahl 1790–2010 laut Volkszählungsergebnissen
  8. Two Rivers Supervisory Union, abgerufen am 11. Juni 2017
  9. Homepage der Chester-Andover Elementary School (englisch)
  10. Homepage der Green Mountain Union High School (englisch)