Chevry (Ain)

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Chevry
Wappen von Chevry
Chevry (Frankreich)
Chevry
Region Rhône-Alpes
Département Ain
Arrondissement Gex
Kanton Gex
Gemeindeverband Pays de Gex.
Koordinaten 46° 17′ N, 6° 2′ O46.2808333333336.0369444444444506Koordinaten: 46° 17′ N, 6° 2′ O
Höhe 457–580 m
Fläche 5,84 km²
Einwohner 1.269 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 217 Einw./km²
Postleitzahl 01170
INSEE-Code
Website http://www.ville-chevry.fr

Mairie Chevry

Chevry ist eine Gemeinde im französischen Département Ain in der Region Rhône-Alpes.

Geographie[Bearbeiten]

Chevry liegt auf 495 m ü. M., etwa 13 Kilometer nordwestlich der Stadt Genf (Luftlinie). Das ehemalige Bauerndorf erstreckt sich im Pays de Gex, an aussichtsreicher leicht erhöhter Lage am Fuß des Juras, am Rand des Genfer Beckens, östlich des Taleinschnitts des Allondon.

Die Fläche des 5.84 km² großen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des Pays de Gex. Der südliche Teil des Gebietes wird von der teils waldbedeckten Ebene am Jurafuß eingenommen, die durch den Grand Journans und den Petit Journans nach Südwesten zum Allondon entwässert wird. Von der Ebene erstreckt sich das Gemeindeareal nordwärts auf den angrenzenden Hügel Suraz (529 m ü. M.) und auf das allmählich gegen den Jura hin ansteigende Plateau. In dieses Plateau ist der Taleinschnitt des Allondon eingetieft, der die westliche Abgrenzung bildet. Auf der Höhe oberhalb von Naz-Dessous wird mit 580 m ü. M. die höchste Erhebung von Chevry erreicht.

Zu Chevry gehören verschiedene Dörfer und Weilersiedlungen, nämlich:

  • Chevry-Dessous (488 m ü. M.) leicht erhöht am Rand der Ebene
  • Chevry-Dessus (510 m ü. M.) auf einem Geländevorsprung östlich des Allondon
  • Veraz (480 m ü. M.) am Rand der Talniederung des Grand Journans
  • Naz-Dessous (565 m ü. M.) auf dem Plateau östlich des Allondon

Nachbargemeinden von Chevry sind Échenevex im Norden, Ségny und Prévessin-Moëns im Osten, Saint-Genis-Pouilly im Süden sowie Crozet im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wird Chevry im Jahr 1264 unter dem Namen Chivriacus. Im Lauf der Zeit wandelte sich die Schreibweise über Chivrier (1270), Chivrie (1288), Chivriez (1572) und Chivries (1573) zum heutigen Namen. Der Ortsname geht wahrscheinlich auf den gallorömischen Geschlechtsnamen Caprius zurück und bedeutet so viel wie Landgut des Caprius (Capriacum).

Seit dem 13. Jahrhundert bildete Chevry eine Pfarrei, die der Abtei Savigny unterstand. Seit dem Mittelalter gehörte Chevry den Herren von Gex. Zusammen mit dieser Herrschaft kam das Dorf im 14. Jahrhundert unter die Oberhoheit der Grafen von Savoyen. Danach teilte Chevry die wechselvolle Geschichte des Pays de Gex, mit dem es nach Abschluss des Vertrages von Lyon 1601 endgültig an Frankreich gelangte. Die Lokalherrschaft oblag vom 15. Jahrhundert bis 1786 der Adelsfamilie d'Aubonne de Lussery, die ursprünglich aus Morges stammte.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Pfarrkirche in Chevry-Dessous wurde im ausgehenden Mittelalter im gotischen Stil erbaut. Aus dem 15. Jahrhundert stammt das Château de Chevry.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1962 313
1968 346
1975 574
1982 637
1990 733
1999 803
2007 1151

Mit 1269 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) gehört Chevry zu den kleineren Gemeinden des Département Ain. Seit Mitte der 1960er Jahre wurde ein markantes Bevölkerungswachstum verzeichnet, wobei besonders starke Wachstumsraten während der frühen 1970er Jahre registriert wurden. Außerhalb des alten Ortskerns wurden zahlreiche neue Einfamilienhäuser gebaut.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Chevry war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Heute gibt es einige Betriebe des Klein- und Mittelgewerbes und bei Veraz wird Fischzucht betrieben. Mittlerweile hat sich das Dorf zu einer Wohngemeinde gewandelt. Zahlreiche Erwerbstätige sind Wegpendler, die in den größeren Ortschaften des Pays de Gex oder als Grenzgänger in der Agglomeration Genf arbeiten.

Die Ortschaft ist verkehrsmäßig gut erschlossen. Sie liegt an der Departementsstraße D984c, die von Saint-Genis-Pouilly nach Gex führt. Weitere Straßenverbindungen bestehen mit Crozet, Échenevex und Maconnex. Der nächste Anschluss an die schweizerische Autobahn A1 befindet sich in einer Entfernung von rund 10 km. Die einstige Bahnlinie, die von Bellegarde-sur-Valserine nach Divonne-les-Bains führte und auch Chevry bediente, wurde stillgelegt. An ihrer Stelle verkehrt heute eine Buslinie.

Weblinks[Bearbeiten]