Chiaöl

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Chiaöl
Rohstoffpflanze(n)

Mexikanische Chia (Salvia hispanica)

Herkunft

Klausen (Samen)

Farbe

hellgelb (gepresst)

Inhaltsstoffe
Ölsäure 2,5–8,2 % [1][2]
Linolsäure 15,3–26 %[1][2]
Linolensäure 52–69 %[1][2]
Palmitinsäure 5,2–7,5 %[1][2]
Weitere Fettsäuren Stearinsäure 0,3–3,7 %[1][2]
Σ gesättigte Fettsäuren 8–10 %[1]
Σ einfach ungesättigte Fettsäuren 2,5–7 %[1]
Σ mehrfach ungesättigte Fettsäuren 78–89,5 %[1]
Vitamin A 44 μg/100 g[3]
Eigenschaften
Dichte 0,92–0,93 kg/l[1]
Viskosität η = 42,5 mPa·s bei 20 °C[4]
Oxidationsstabilität 2,4 h[4]
Schmelzpunkt −13 °C[5]
Iodzahl 175–223[5][1]
Verseifungszahl 180–223[1][6][7]
Brennwert 39 MJ/kg
Herstellung und Verbrauch
Wichtigste Produktionsländer Mexiko, Paraguay, Bolivien, Argentinien, Australien[8]
Verwendung Speiseöl, Industrie, Kosmetik
Allgemeine chemische Struktur von Fetten, wie Chiaöl (R1, R2 und R3 sind Alkyl- oder Alkenylreste mit einer meist ungeraden Anzahl von Kohlenstoffatomen): Triester des Glycerins.

Das Chiaöl ist ein aus den Klausen (Samen) der mexikanischen Chia gewonnenes Pflanzenöl.

Es ist eine hellgelbe, durchsichtige, geruchlose bis leicht angenehm nussig riechende Flüssigkeit. Von den Fettsäureresten des Triglycerids sind rund 60 % α-Linolensäure,[9] sowie Linolsäure, einfach ungesättigten Fettsäuren wie Ölsäure und gesättigte Fettsäuren Stearinsäure und Palmitinsäure. Daneben sind Vitamine, Mineralien und Antioxidantien im Öl enthalten. Die Eigenschaften von Chiaöl ähneln denen von Leinöl.

Zur Ölgewinnung können die Samen heiß oder kalt gepresst werden. Im Falle des Chiaöls macht die Temperatur bei der Pressung kaum einen Unterschied in der Qualität. Im Vergleich zur Extraktion mit Lösungsmitteln gilt die Ölgewinnung mittels überkritischem Kohlenstoffdioxid als besonders umweltschonende Methode. Sind Druck und Temperatur dabei optimal eingestellt, entspricht die Ausbeute der Ölgewinnung nahezu der der Lösungsmittelextraktion. Unterschiede in der Fettsäurenzusammensetzung zeigen sich lediglich bei der Linolsäure, die bei der überkritischen Kohlenstoffdioxid Extraktion einen höheren Gehalt aufweist.[10]

Neben der Küche, wo es wie Rapsöl kalt oder heiß verwendet wird, und den Eigengeschmack von Speisen verstärkt, nimmt man Chiaöl traditionell als Firnis in der mexikanischen Lackmalerei, wo seine Transparenz und Beständigkeit geschätzt wird. Die Antioxidantien verhindern das Vergilben. Es ist deshalb ein hervorragender Schutz für Leinwand-, Töpfer- und Holzfarben.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k Maira Rubi Segura-Campos, Norma Ciau-Solís u. a.: Physicochemical characterization of chia (Salvia hispanica) seed oil from Yucatán, México. In: Agricultural Sciences. Vol. 5, No. 3, 2014, doi:10.4236/as.2014.53025, (PDF; 131 kB).
  2. a b c d e Monika Vala: Ausgewählte Pflanzliche Fette und Öle von pharmazeutischer Relevanz. Diplomarbeit, Universität Wien, 2012, S. 42–46, online (PDF; 1 MB), auf othes.univie.ac.at, abgerufen am 29. April 2017.
  3. R. Ayerza und W. Coates: Effect of dietary α-linolenic fatty acid derived from chia when feed as ground seed, whole seed and oil on lipid content and fatty acid composition of rat plasma. In: Annals of Nutrition and Metabolism. 51, 2007, S. 27–34. doi:10.1159/000100818.
  4. a b G. Uzunova, Kr. Nikolova u. a.: Physicochemical characterization of chia (Salvia hispanica) seed oil from Argentina. In: Bulgarian Chemical Communications. Volume 48, Special Issue G, 2016, S. 131-135, online (PDF; 262 kB), auf bcc.bas.bg, abgerufen am 29. April 2017.
  5. a b Muhammad Imran, Muhammad Nadim u. a.: Fatty acids characterization, oxidative perspectives and consumer acceptability of oil extracted from pre-treated chia (Salvia hispanica L.) seeds. In: Lipids Health Dis. 15, 2016, S. 162, doi:10.1186/s12944-016-0329-x.
  6. Henry A. Gardner, George G. Sward: Paint Testing Manual. 13th. Edition, ASTM, 1972, S. 53.
  7. Ullmann's encyclopedia of industrial chemistry. Vol. A 10: Fats and oils, VCH, Weinheim 1995.
  8. Exporting chia seed oil to Europe auf cbi.eu, abgerufen am 29. April 2017.
  9. Peter N. Mascia, Jürgen Scheffran, Jack M. Widholm (Hrsg.): Plant Biotechnology for Sustainable Production of Energy and Co-Products. Band 66 der Reihe Biotechnology in Agriculture and Forestry. Springer, 2010, ISBN 978-3-642-13439-5, S. 235.
  10. Sabine Krist: Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle. 2. Auflage. Springer-Verlag Wien, 2013, ISBN 978-3-7091-1005-8, S. 186.