Chicago Blackhawks

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Chicago Blackhawks
Logo der Chicago Blackhawks
Gründung 25. September 1926
Geschichte Chicago Black Hawks
19261986
Chicago Blackhawks
seit 1986
Stadion United Center
Standort Chicago
Teamfarben Rot, Schwarz, Weiß
Liga National Hockey League
Conference Western Conference
Division Central Division
Cheftrainer KanadaKanada Joel Quenneville
Mannschaftskapitän KanadaKanada Jonathan Toews
General Manager KanadaKanada Stan Bowman
Besitzer Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Rocky Wirtz
Kooperationen Rockford IceHogs (AHL)
Indy Fuel (ECHL)
Stanley Cups 1933/34, 1937/38, 1960/61,
2009/10, 2012/13, 2014/15
Conferencetitel 1991/92, 2009/10, 2012/13, 2014/15
Divisiontitel 1969/70, 1970/71, 1971/72,
1972/73, 1975/76, 1977/78,
1978/79, 1979/80, 1982/83,
1985/86, 1989/90, 1990/91,
1992/93, 2009/10, 2012/13

Die Chicago Blackhawks (IPA: [ʃɪˈkɑːɡoʊ blækhɔks]) sind ein US-amerikanisches Eishockeyfranchise der National Hockey League aus Chicago. Es wurde am 25. September 1926 gegründet und nahm zum Beginn der Saison 1926/27 den Spielbetrieb auf. Die Teamfarben sind Rot, Schwarz und Weiß. In den ersten 60 Jahren spielte das Team, das zu den sogenannten Original Six gehört, unter demselben Namen in getrennter Schreibweise („Black Hawks“).

Die Blackhawks tragen ihre Heimspiele im United Center aus und waren bis Ende der 1960er Jahre das am weitesten westlich gelegene Team der Liga. Zwischen 1933 und 1961 konnte das Team aus der „Windy City“ dreimal den prestigeträchtigen Stanley Cup gewinnen. Der Titelgewinn in der Saison 1960/61 war zugleich der für längere Zeit der letzte, obwohl die Mannschaft vor allem in den 1970er und frühen 1990er Jahren zu den besten der NHL gehörte. Die größte sportliche Krise erlebte das Franchise jedoch um die Jahrtausendwende herum, als in zehn Spielzeiten nur einmal die Playoff-Qualifikation gelang. Nach einer großen Umstrukturierung kehrte der Erfolg früherer Jahre zurück, sodass 2010 nicht nur der erste Cup-Erfolg nach 49 Jahren gelang, sondern das Team den Erfolg in den Jahren 2013 und 2015 auch wiederholen konnte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name stammt von der Infanterie-Division, in welcher der erste Besitzer der Black Hawks Frederic McLaughlin im Ersten Weltkrieg gedient hatte. Sie war nach einem großen Indianer aus der Geschichte Illinois', Häuptling Black Hawk, benannt. In den früheren Jahren war die meist verwandte Schreibweise des Namens „Black Hawks“, doch auch in vereinsinternen Aufzeichnungen und Publikationen findet man immer wieder die Schreibweise „Blackhawks“. Diese Unstimmigkeit wurde im Sommer 1986 offiziell vom Club geklärt. Wie in den ersten Dokumenten bei Gründung des Teams wird der Name seither nur noch zusammen geschrieben.

Frühe Jahre (1926–1943)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pete Muldoon, der erste Trainer der Black Hawks

Die Chicago Blackhawks traten der National Hockey League 1926 bei, zwei Jahre nachdem mit den Boston Bruins das erste Team aus den USA in die Liga kam. Zusammen mit den Detroit Cougars und den New York Rangers gaben sie ihr Debüt in der NHL-Saison 1926/27. Erstmals wurde die NHL in zwei Divisionen geteilt. Da nun über die Hälfte der NHL-Teams in den USA ansässig war, spielten die drei neuen Teams zusammen mit den Bruins und den Pittsburgh Pirates in der American Division, während die vier kanadischen Teams mit den New York Americans die Canadian Division bildeten.

Das erste Team der Blackhawks bestand überwiegend aus Spielern, die in der Vorsaison mit den Portland Rosebuds in der Western Canada Hockey League gespielt hatten. Die Liga hatte sich aufgelöst und der Besitzer der Blackhawks, Frederic McLaughlin, hatte sich die Rechte an den Spielern aus Portland gekauft. Die erste Saison verlief für die Mannschaft relativ erfolgreich. Angeführt wurde das Team von seiner ersten Reihe um Dick Irvin und Babe Dye, die es beide unter die besten fünf Scorer der Liga schafften. In den Play-offs musste man sich den Boston Bruins geschlagen geben und nach der Endrunde wurde Cheftrainer Pete Muldoon entlassen.

Es folgten einige erfolglose Jahre, bevor das Team um Goalie Charlie Gardiner, Verteidiger Cy Wentworth und Torjäger Johnny Gottselig in der Saison 1930/31 die Finalrunde um den Stanley Cup erreichte, in der sie den Montréal Canadiens unterlagen. 1934 gewannen die Blackhawks ihren ersten Stanley Cup. Überragend im Team war neben Torjäger Paul Thompson vor allem Torwart Charlie Gardiner, der inzwischen Mannschaftskapitän des Teams war. In fünf der acht Playoff-Spiele ließ er nicht mehr als ein Gegentor zu. Er war über viele Jahre der große Rückhalt des Teams gewesen und erlag zwei Monate nach dem Titelgewinn einem Hirntumor.

Die nächsten Jahre waren nicht von spielerischen Erfolgen geprägt und die Mannschaft konnte sich 1938 mit 37 Punkten aus 48 Spielen nur knapp für die Playoffs qualifizieren. Die entscheidenden Spiele gegen die Canadiens und die New York Americans wurden jeweils nach Overtime gewonnen. In der Finalrunde traf Chicago auf die Toronto Maple Leafs, die sie mit 3:1-Spielen bezwangen. In der darauffolgenden Saison verpassten die Hawks als letztplatzierte Mannschaft die Playoffs.

„Original Six“ (1944–1967)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1944 erreichten die Blackhawks mit den Brüdern Max und Doug Bentley, Clint Smith sowie Bill Mosienko wieder die Finalserie, unterlagen dort aber gegen Montreal mit Maurice „The Rocket“ Richard. Im selben Jahr starb der Besitzer, Frederic McLaughlin und ließ das Team de facto führungslos zurück. In den 1950er Jahren stand die Mannschaft knapp vor dem Bankrott. Arthur Wirtz und James D. Norris führten den finanziell strapazierten Club in dieser Zeit. Sie bauten ein neues Team auf; eine ihrer ersten Handlungen war 1954 die Verpflichtung von Tommy Ivan als General Manager.

Zwischen 1945 und 1958 erreichten die Blackhawks nur zweimal die Play-offs, bevor GM Ivan mit einigen Spielertransfers das Team erfolgreich umgestaltete. Entscheidend waren hier die Verpflichtungen der Spieler Glenn Hall, Pierre Pilote, Bobby Hull und Stan Mikita. Dazu kam mit Ted Lindsay noch ein erfahrener Spieler, der wegen der Gründung der Spielergewerkschaft National Hockey League Players’ Association bei seinem alten Team Detroit Red Wings in Ungnade gefallen war. 1961 gewannen die Blackhawks schließlich ihren dritten Stanley Cup, im Finale besiegten sie Detroit mit 4:2-Spielen.

Es folgten zwei weitere Finalteilnahmen, 1962 gegen die Toronto Maple Leafs und 1965 gegen Montreal, beide Male unterlagen die Blackhawks jedoch. Zu dieser Zeit war Chicago eines der Top-Teams der NHL. Bobby Hull erzielte in vier Spielzeiten mehr als 50 Tore, Mikita war mehrfach Topscorer der NHL, Pilote wurde als bester Verteidiger der NHL dreimal in Folge mit der James Norris Memorial Trophy ausgezeichnet und Glenn Hall war in acht von neun aufeinander folgenden Jahren immer im ersten oder zweiten NHL All-Star Team.

Die Jahre der NHL-Expansion (1967–1985)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die National Hockey League nahm zu Beginn der Saison 1967/68 sechs neue Teams auf und die Hawks starteten ohne Erfolg. Torhüter Glenn Hall wechselte zu den St. Louis Blues. In einem Tauschgeschäft mit den Boston Bruins gaben die Blackhawks Phil Esposito, Ken Hodge und Fred Stanfield ab und erhielten drei Spieler, von denen nur Pit Martin den Erwartungen entsprach, während Esposito in Boston zahlreiche Offensiv-Rekorde aufstellte. Zum ersten Mal seit 1958 verpasste das Team wieder die Play-offs.

Phil Espositos jüngerer Bruder, Tony kam 1969 als Torhüter zum Team und spielte eine starke Rookie-Saison, für die er mit der Calder Memorial Trophy ausgezeichnet wurde. In seiner zweiten Saison führte er die Blackhawks in das Stanley Cup-Finale, in dem das Team jedoch Montreal unterlag. Nach der Gründung der World Hockey Association verließen unter anderem die Leistungsträger Bobby Hull und André Lacroix den Verein. Die Hawks schafften trotz der Abgänge den Einzug ins Finale 1973, wo sie erneut den Canadiens unterlagen. Nach der Saison ging auch Pat Stapleton in die WHA. Vor Beginn der Saison 1976/77 verpflichteten die Chicago Blackhawks Bostons Bobby Orr, der verletzungsbedingt nur 26 Spiele für das Team bestritt und 1978 seine Karriere beendete. 1980 beendete auch Stan Mikita nach 22 Jahren für die Blackhawks seine Laufbahn.

In der Saison 1981/82 scheiterten die Blackhawks im Halbfinale an den Vancouver Canucks. In zwei der nächsten drei Jahre erreichten sie wieder das Halbfinale, doch jeweils waren es die Edmonton Oilers unter der Führung des jungen Wayne Gretzky, die eine Finalteilnahme verhinderten.

Blackhawks statt Black Hawks (1986–2004)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulter-Logo der Blackhawks

Bei der Sichtung der Clubunterlagen fiel in den Gründungspapieren auf, dass der Teamname damals zusammengeschrieben worden war, also „Chicago Blackhawks“ und nicht, wie meist verwendet, „Black Hawks“. Das Team erklärte die zusammengeschriebene Variante als die offiziell gültige.

In den späten 1980er Jahren schafften die Hawks jährlich die Playoffteilnahme, schieden dort allerdings jeweils früh aus. In dieser Zeit waren Denis Savard und Steve Larmer, die regelmäßig über 30 Tore pro Saison erzielten, die Leistungsträger in der Offensive. Zur Saison 1989/90 kam mit Rookie Jeremy Roenick ein zukünftiger Star dazu und in den Playoffs debütierte mit Goalie Ed Belfour ein weiterer Rookie. Die Blackhawks erreichten das Conference-Finale, wo sie dem späteren Stanley Cup-Sieger Calgary Flames unterlagen.

Im Jahr darauf schaffte die Mannschaft es erneut in die Vorschlussrunde, in der dieses Mal wieder die Edmonton Oilers die Saison für Chicago beendeten. 1991 gewannen die Blackhawks die Presidents’ Trophy als punktbestes Team der regulären Saison, doch die Minnesota North Stars sorgten in der ersten Playoff-Runde für das Ausscheiden. Mittlerweile hatte das Team für die Defensive den in Chicago geborenen Chris Chelios verpflichtet, und auf Grund der starken Leistungen von Torhüter Ed Belfour entschied sich das Management, den damaligen zweiten Torwart Dominik Hašek an die Buffalo Sabres abzugeben. 1992 erreichten die Hawks wieder das Stanley-Cup-Finale, aber Mario LemieuxPittsburgh Penguins waren ein zu starker Gegner.

Zur Saison 1994/95 zog die Mannschaft aus dem Chicago Stadium in das neue United Center. Auch das Team veränderte sich; Belfour, Chelios und Roenick wurden abgegeben und die neuen Leistungsträger hießen in der zweiten Hälfte der 90er Jahre Éric Dazé, Tony Amonte und Alexei Schamnow. Nach 29 Jahren verpasste das Team in der Saison 1997/98 erstmals die Playoffs. Die Zeit bis zur Streiksaison 2004/05 war sehr erfolglos. Die Blackhawks erreichten nur einmal die Playoffs, die steigenden Eintrittspreise und die Weigerung des Teams, Heimspiele im TV zu übertragen, schadeten dem Ansehen der Blackhawks in Chicago und sorgte für sinkende Zuschauerzahlen.

Neuaufbau (2005–2009)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toews als Mannschaftskapitän der Blackhawks (2009).

Der neue General Manager Dale Tallon begann zur Saison 2005/06 mit dem Umbau der Mannschaft. Die Blackhawks verpflichteten mit Torwart Nikolai Chabibulin und All-Star Verteidiger Adrian Aucoin zwei Spieler, die für mehr Stabilität in der Defensive sorgen sollten. Die Mannschafte jedoch mit vielen Verletzungen zu kämpfen und verpasste abermals die Playoffs. Beim NHL Entry Draft 2006 wählte man an dritter Stelle Jonathan Toews und tätigte mit den Verpflichtungen von Martin Havlát, Michal Handzuš und Bryan Smolinski namhafte Transfers. Trotz des veränderten Kaders gelang es den Blackhawks auch in der Saison 2006/07 nicht, die konstante Leistungen abzurufen, sodass Cheftrainer Trent Yawney bereits im November 2006 entlassen und durch den bisherigen Assistenztrainer Denis Savard ersetzt wurde. Die Mannschaft beendete die Saison mit 71 Punkten und verpasste den Einzug in die Playoffs.

Infolge des schlechten Abschneidens gewannen die Blackhawks die Draft Lottery und bekamen beim NHL Entry Draft 2007 erstmals die Möglichkeit, an erster Stelle einen Draft Pick auswählen. Man sicherte sich die Rechte an Patrick Kane, welcher ebenso wie Toews zukünftig eine große Rolle in der Neuausrichtung (rebuild) des Franchises spielen sollte. Nachdem der Eigentümer Bill Witz im September 2007 verstarb, übernahm sein Sohn Rocky die Blackhawks und nahm tiefgreifende Veränderungen innerhalb der Organisation vor. Im November 2007 verpflichtete Witz den Sportfunktionär John McDonough als neuen Präsidenten der Blackhawks und handelte im Februar 2008 einen Vermarktungsdeal mit den städtischen Fernsehsendern Comcast SportsNet Chicago sowie WGN-TV zur Übertragung der Heimspiele der Mannschaft aus. In der Saison 2007/08 zeigten sich die Blackhawks deutlich verbessert gegenüber den Vorjahren und profitierten dabei insbesondere von den starken Leistungen durch Kane und Toews, welche jeweils für die Calder Memorial Trophy als bester Rookie in der NHL nominiert wurden. Die Mannschaft verzeichnete am Saisonende insgesamt 88 Punkte und verpasste die Playoff-Plätze um lediglich drei Zähler.

Im Sommer 2008 trieb man den Umbau der Mannschaft weiter voran und gab mit Tuomo Ruutu sowie Mannschaftskapitän Martin Lapointe zwei langjährige Leistungsträger ab. Dem gegenüber standen Verpflichtungen von Torwart Cristobal Huet, Andrew Ladd und Brian Campbell. Kurz nach Beginn der Saison 2008/09 wurde Cheftrainer Savard freigestellt und durch Joel Quenneville, welcher in der Sommerpause als Scout verpflichtet wurde, ersetzt. Im weiteren Verlauf der Spielzeit durchlief die Mannschaft eine enorme sportliche Entwicklung und zog mit 104 Punkten erstmals seit sieben Jahren in die Playoffs ein. In den ersten beiden Runden konnte man sowohl die Calgary Flames als auch die Vancouver Canucks in jeweils sechs Spielen besiegen, bevor man im Western Conference Finale gegen die Detroit Red Wings in fünf Partien ausschied. Insgesamt verzeichnete man am Saisonende mit 21.783 Zuschauern pro Spiel den höchsten Zuschauerschnitt in der Liga. Im Juli 2009 ernannte man Stan Bowman zum neuen General Manager, während Tallon auf die Position des Senior Advisor rückte. Bowman verpflichtete anschließend Marian Hossa, Tomáš Kopecký und Kris Versteeg und verlängerte im Dezember 2009 die Verträge mit den Leistungsträgern Toews und Kane um jeweils fünf Jahre.

Sportliche Dominanz und Stanley-Cup-Siege (seit 2009)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siegesparade nach dem Stanley-Cup-Sieg 2010

Die Saison 2009/10 sollte die erfolgreichste Spielzeit der bisherigen Klubgeschichte werden, so stellte man mit 52 Siegen und 112 Punkten in der Hauptrunde neue Franchise-Rekorde auf. In den Playoffs schlug man die Nashville Predators und Vancouver Canucks in jeweils sechs Spielen und setzte sich im Western Conference Finale in vier Partien gegen die San Jose Sharks durch. In der Finalserie konnte man die Philadelphia Flyers in sechs Spielen besiegen und gewann somit erstmals seit 1961 den Stanley Cup. Im Anschluss wurde Toews mit der Conn Smythe Trophy als wertvollster Spieler der Playoffs ausgezeichnet, während Duncan Keith die James Norris Memorial Trophy als bester Verteidiger der Liga erhielt.

Im folgenden Jahr erreichten die Blackhawks erst am letzten Spieltag die Playoffs und trafen in der ersten Runde auf die Vancouver Canucks. Man glich einen 0:3-Rückstand in der Serie aus, verlor jedoch im siebten Spiel durch einen Treffer von Alex Burrows in der Verlängerung. Im Sommer 2011 hatte man mit Troy Brouwer, Brian Campbell und Kopecky drei nennenswerte Abgänge, während Torhüter Ray Emery und Brandon Saad die einzigen bedeutenden Neuverpflichtungen während der Sommerpause blieben. In der Saison 2011/12 erreichten die Blackhawks zum fünften Mal infolge die Playoffs, wo man in der ersten Runde den Phoenix Coyotes begegnete und in sechs Spielen verlor. In der durch den Lockout verkürzten Spielzeit 2012/13 verzeichneten die Blackhawks den besten Saisonstart in der Geschichte der NHL und stellten mit 24 aufeinander folgenden Spielen, in denen man mindestens einen Punkt holte, einen neuen Rekord auf. Am Saisonende gewann man als punktbeste Mannschaft der Liga die Presidents Trophy und traf in der ersten Playoff-Runde auf die Minnesota Wild, welche man in fünf Spielen besiegte. In der anschließenden Serie gegen die Detroit Red Wings konnte man einen 1:3-Rückstand drehen und traf daraufhin im Western Conference Finale auf die Los Angeles Kings. Dort setzten sich die Blackhawks in fünf Partien durch und standen somit erneut im Stanley-Cup-Finale. Im sechsten Spiel konnte man innerhalb der letzten Minute des dritten Drittels einen 1:2-Rückstand durch Tore von Bryan Bickell sowie Dave Bolland drehen und feierte anschließend den zweiten Stanley-Sup-Sieg innerhalb von drei Jahren.

Die Blackhawks mit dem Stanley Cup beim US-Präsidenten Barack Obama (2013).

In der Saison 2013/14 beendeten die Blackhawks die Spielzeit mit 107 Punkten und zogen damit erneut in die Playoffs ein. Dort gewann man zunächst Serien gegen die St. Louis Blues und Minnesota Wild, bevor man im Western Conference Finale gegen die Los Angeles Kings ausschied. Im Anschluss wurde Duncan Keith erneut als bester Verteidiger der NHL ausgezeichnet, während Toews eine Nominierung für die Frank J. Selke Trophy erhielt.

Auch in der folgenden Saison bestätigten die Blackhawks ihre Stellung als Spitzenmannschaft in der Liga und waren beim All-Star-Game mit Toews, Kane, Keith, Brent Seabrook und Scott Darling gleich sechsfach vertreten. Nachdem sich Kane im Februar 2015 verletzt hatte und für den Rest der Hauptrunde ausfiel, verpflichteten die Blackhawks zunächst Antoine Vermette von den Arizona Coyotes[1] sowie Kimmo Timonen von den Philadelphia Flyers.[2] Besonders Vermette sollte sich in den Stanley Cup Playoffs als Schlüsselspieler herausstellen. Die Mannschaft verzeichnete am Saisonende 102 Punkte und die wenigsten Gegentore in der NHL. In den Playoffs besiegte man zunächst die Nashville Predators, Minnesota Wild und Anaheim Ducks, bevor man im Finale gegen die Tampa Bay Lightning antrat und sich in sechs Spielen den dritten Stanley Cup in fünf Jahren sicherte. Keith wurde anschließend mit der Conn Smythe Trophy als wertvollster Spieler der Playoffs ausgezeichnet und Toews erhielt den Mark Messier Leadership Award.

Spielstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im United Center werden seit 1994 die Heimspiele der Blackhawks ausgetragen

Die Blackhawks tragen ihre Heimspiele seit 1994 im United Center, einer 20.500 Zuschauer fassenden Multifunktionsarena, aus. Der Besitzer ist Rocky Wirtz, dem auch die Blackhawks gehören. Die Namensrechte an der Arena liegen noch bis 2014 bei United Airlines, die für die gesamte Dauer von 20 Jahren 36 Millionen US-Dollar zahlt.[3]

Von 1929 bis 1994 spielte der Klub im 1929 eröffneten Chicago Stadium, das bei Eishockeyveranstaltungen eine Kapazität von 17.317 Plätzen hatte. Das Stadium zählte zu den traditionsreichsten Hallen in der NHL. Zu Beginn der 1990er Jahre entschied sich die Stadt jedoch für eine modernere Arena, etwas außerhalb des Stadtzentrums gelegen. Die ersten drei Spielzeiten war das Chicago Coliseum Heimat der Blackhawks.

Besitzer und Farmteams[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1954 sind die Blackhawks in Besitz der Familie Wirtz. Rocky Wirtz, dessen Vater William Wirtz in Chicago sehr viele Immobilien besaß, hatte unter anderem einen Anteil am Spirituosenhandel in Illinois. Die Wirtz-Familie ist auch Mitbesitzer des United Center.

Zu den Hawks, wie zu allen anderen NHL-Teams, gehören auch mehrere Mannschaften in niederklassigeren Ligen, sogenannte Farmteams. Im Falle der Hawks sind dies seit 2000 die Rockford IceHogs in der American Hockey League und seit 2014 Indy Fuel in der ECHL. Die Farmteams werden oft dazu benutzt, die Nachwuchsspieler und Rookies auf die „richtigen“ NHL-Spiele vorzubereiten. Den Nachwuchs beziehen die Hawks dabei, wie die anderen Vereine, vor allem über die NHL Entry Draft, über die alljährlich die vielversprechendsten Nachwuchsspieler in die Liga gelangen.

Die Farmteams der Chicago Blackhawks seit 1973:[4]

Zeitraum Mannschaft Liga
1967–1978 Dallas Black Hawks CHL
1973–1982 Flint Generals IHL
1978–1982 New Brunswick Hawks AHL
1982–1984 Peoria Prancers IHL
1982–1984 Springfield Indians AHL
1984–1985 Milwaukee Admirals IHL
1985–1987 Nova Scotia Oilers AHL
Zeitraum Mannschaft Liga
1985–1987 Saginaw Generals IHL
1987–1989 Saginaw Hawks IHL
1989–1999 Indianapolis Ice IHL
1994–1995 Flint Generals CoHL
1994–1998 Columbus Chill ECHL
1999–2000 Cleveland Lumberjacks IHL
2000–2007 Norfolk Admirals AHL
Zeitraum Mannschaft Liga
2002–2004 Roanoke Express ECHL
2004–2007 Greenville Grrrowl ECHL
2007–2008 Pensacola Ice Pilots ECHL
seit 2007 Rockford IceHogs AHL
2008 Fresno Falcons ECHL
2008–2009 Gwinnett Gladiators ECHL
2009–2014 Toledo Walleye ECHL
seit 2014 Indy Fuel ECHL

Diverses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelles Trikotdesign[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Chicago Blackhawks spielen seit der Zeit der Original Six traditionell in den Teamfarben entsprechenden roten und weißen Trikots, die über die Jahre hinweg nur minimal verändert wurden und in denen ebenfalls die weitere Teamfarbe schwarz verwendet wird. Signifikant für das rote Trikot ist dabei ein schwarz-weißer Streifen auf dem Ärmel in Höhe des Ellenbogens sowie eine schwarz-weiß gestreifte Fläche unterhalb des Teamlogos, das bei allen NHL-Teams traditionell die Brustpartie bestimmt. An den Ellenbogen des weißen Trikots befindet sich ein von zwei schwarzen Streifen umgebener roter Balken, ebenso unterhalb des Brustlogos. Auf den Schulter tragen die Spieler zudem das Alternativlogo des Franchises.

Die wichtigste Änderung des Trikotdesigns zur Saison 2007/08 war ein ligaweiter Ausrüsterwechsel, an den Trikots der Blackhawks änderte sich jedoch, wie bei allen anderen Teams der Original Six, bis auf minimale Abweichungen nichts. Nach den Vorschriften der Liga muss das Heimtrikot seit 2003 in einer dunklen, das Auswärtstrikot in einer hellen Grundfarbe gestaltet sein. Für die Ausrüstung der Chicago Blackhawks bedeutet dies, dass das Team bei Heimspielen in den roten, bei Auswärtsspielen in den weißen Jerseys antritt.

Erfolge und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportliche Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stanley Cups
Saison
1933/34, 1937/38, 1960/61, 2009/10, 2012/13, 2014/15
Presidents' Trophies
Saison
1990/91, 2012/13
Conference Championships Saison
Clarence S. Campbell Bowl 1970/71, 1971/72, 1972/73,
1991/92, 2009/10, 2012/13, 2014/15
Prince of Wales Trophy 1966/67*, 1969/70
Division Championships Saison
Eastern Division 1969/70
Western Division 1970/71, 1971/72, 1972/73
Smythe Division 1975/76, 1977/78, 1978/79,
1979/80
Norris Division 1982/83, 1985/86, 1989/90,
1990/91, 1992/93
Central Division 2009/10, 2012/13

* In der Zeit der „Original Six“ wurde in nur einer Division gespielt. Das beste Team
der regulären Saison erhielt die Prince of Wales Trophy.

Spielertrophäen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Art Ross Trophy

Conn Smythe Trophy

Bill Masterton Memorial Trophy

Calder Memorial Trophy

Frank J. Selke Trophy

Hart Memorial Trophy

Jack Adams Award

James Norris Memorial Trophy

Lady Byng Memorial Trophy

Lester Patrick Trophy

Mark Messier Leadership Award

Ted Lindsay Award

Vezina Trophy

William M. Jennings Trophy

NHL All-Star Game-Nominierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus den Reihen der Blackhawks standen 71 Feldspieler und acht Torhüter im Kader bei einem All-Star-Game. Dabei sind auch die drei Benefizspiele berücksichtigt, die vor der Einführung des NHL All-Star Games ausgetragen wurden. Die Feldspieler kamen zu 165 Einsätzen, bei denen ihnen 36 Tore und 72 Vorlagen gelangen. Die Torhüter bringen zusätzlich noch 23 Einsätze mit ein. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Blackhawks 1961 als Stanley-Cup-Sieger mit ihrem gesamten Team antraten. Sieben der 17 Spieler haben bei diesem Spiel ihr einziges All-Star-Game für die Blackhawks bestritten. Sieben Rookies oder Sophomores der Blackhawks standen im Kader des YoungStars Game, das von 2002 bis 2009 ausgetragen wurde. Mit zwölf Teilnahmen für die Blackhawks ist Bobby Hull der Spieler, der auf die meisten Teilnahmen in der Geschichte des Teams zurückblicken kann. Sein Wechsel in die World Hockey Association hinderte ihn an weiteren Einsätzen. Genau wie er brachte es auch Tony Amonte auf zehn Punkte in All-Star-Games. Sehr erfolgreich war auch Jeremy Roenick, der in allen vier Spielen, in denen er Chicago vertrat, je einen Treffer erzielte.

Vor den offiziellen All-Star-Games gab es drei Benefizspiele, an denen ebenfalls Spieler der Blackhawks teilnahmen. Beim ersten, dem Ace Bailey Benefit Game, standen mit Charlie Gardiner und Lionel Conacher zwei Spieler aus Chicago im Kader.

Das 1. National Hockey League All-Star Game fand 1947 mit drei Spielern der Blackhawks statt. Max Bentley war der erste Spieler, der in einem offiziellen Spiel ein Tor für das All-Star-Team erzielte. Seinem Bruder Doug Bentley gelang in diesem Spiel auch noch ein Treffer. Weniger glücklich verlief das Spiel für den dritten Spieler aus Chicago. Bill Mosienko verletzte sich schwer und musste für 20 Spiele pausieren.

Nachdem sich die Verantwortlichen der Blackhawks sehr für die Einführung des offiziellen All-Star-Games eingesetzt hatten, wurde ihnen schon bei der ersten Austragung zugesagt, das zweite Spiel in Chicago zu veranstalten. Bis heute fand das All-Star-Game viermal in Chicago statt. 1961 waren die Blackhawks als Titelverteidiger sogar Gegner des NHL All-Star Teams. Man unterlag in diesem Spiel mit 3:1. Erneut wurde das Spiel 1974 im Chicago ausgetragen. Das bislang letzte All-Star-Game in Chicago fand 1991 statt, auch damals noch im Chicago Stadium. Nachdem das erste Spiel in Chicago gut 12.000 Zuschauer gesehen hatten, wurde diese Zahl jedes Mal um etwa 2.000 gesteigert. 1991 besuchten 18.472 das Event.

Einige Spieler der Blackhawks halten auch Rekorde beim NHL All-Star Game oder waren daran beteiligt. Glenn Hall, der öfter als jeder andere Torhüter zum All-Star-Game nominiert war, spielte acht seiner 13 Einsätze während seiner Zeit in Chicago.

Mit Bobby Hull (1970 und 1971) und Éric Dazé (2002) war dreimal ein Spieler der Blackhawks wertvollster Spieler des All-Star-Games. Hull ist der einzige, der diese Auszeichnung in zwei aufeinanderfolgenden Jahren erhielt.

Außer den All-Star-Games gab es drei weitere Anlässe, bei dem die NHL ein All-Star-Team stellte. Bei der Summit Series 1972 waren Tony Esposito, Pat Stapleton, Bill White, Dennis Hull und Stan Mikita von den Blackhawks im Kader. Bobby Hull wurde, nachdem er einen Vertrag in der WHA unterschrieben hatte, aus dem Kader gestrichen. Beim Challenge Cup 1979 wurde Chicago lediglich von Tony Esposito vertreten. Wie bei den ersten beiden Serien, war auch beim Rendez-vous ’87 die sowjetische Nationalmannschaft Gegner des NHL-Teams, das mit Doug Wilson antrat.

Franchiserekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Folgenden werden ausgewählte Spielerrekorde des Franchise sowohl über die gesamte Karriere als auch über einzelne Spielzeiten aufgeführt.

Stan Mikita ist der Spieler mit den meisten Einsätzen für die Blackhawks

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Anzahl
Meiste Spiele Stan Mikita 1.394 (in 22 Spielzeiten)
Meiste aufeinanderfolgende Spiele Steve Larmer 884 (6. Oktober 1982 bis 15. April 1993)
Meiste Tore Bobby Hull 604
Meiste Vorlagen Stan Mikita 926
Meiste Punkte Stan Mikita 1.467 (541 Tore + 926 Vorlagen)
Meiste Strafminuten Chris Chelios 1.495
Meiste Shutouts Tony Esposito 74
Bobby Hull schoss die meisten Tore für die Blackhawks

Saison[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Anzahl Saison
Meiste Tore Bobby Hull 58 1968/69
Meiste Vorlagen Denis Savard 87 1981/82
1987/88
Meiste Punkte Denis Savard 131 (44 Tore + 87 Vorlagen) 1987/88
Meiste Punkte als Rookie Steve Larmer 90 (43 Tore + 47 Vorlagen) 1982/83
Meiste Punkte als Verteidiger Douglas Wilson 85 (39 Tore + 46 Vorlagen) 1981/82
Meiste Strafminuten Mike Peluso 408 1991/92
Meiste Siege als Torhüter Ed Belfour 43 1990/91

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Jahre (1926 bis 1938)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abkürzungen: GC = Spiele, W = Siege, L = Niederlagen, T = Unentschieden, OTL = Niederlagen
nach Overtime, Pts = Punkte, Win % = Siegquote

Name Saison Reguläre Saison Playoffs
GC W L T Pts Win % GC W L T
Pete Muldoon 1926/27 44 19 22 3 41 .432 2 0 1 1
Barney Stanley 1927/28* 23 4 17 2 10 .174
Hugh Lehman 1927/28* 21 3 17 1 7 .143
Herb Gardiner 1928/29* 32 5 23 4 14 .156
Dick Irvin 1928/29* 12 2 6 4 8 .167
Tom Shaughnessy 1929/30* 21 10 8 3 23 .476
Bill Tobin 1929/30* 23 11 10 2 24 .478 2 0 1 1
Dick Irvin 1930/31 44 24 17 3 51 .545 9 5 3 1
Bill Tobin 1931/32 48 18 19 11 47 .375 2 1 1 0
Emil Iverson 1932/33* 21 8 7 6 22 .381
Godfrey Matheson 1932/33* 2 0 2 0 0 .000
Tommy Gorman 1932/33*–1933/34 73 28 28 17 73 .384 8 6 1 1
Clem Loughlin 1934/35–1936/37 144 61 63 20 142 .424 4 1 2 1
Bill Stewart 1937/38–1938/39* 69 22 35 12 56 .319 10 7 3 0

* Wechsel während der laufenden Saison

Bereits nach der ersten Saison wurde Pete Muldoon nach einem Streit entlassen. Ihm wurde unterstellt, er hätte das Team mit einem Fluch belegt. Seine Nachfolger hielten sich weniger als eine Saison im Amt. Dick Irvin und der spätere General Manager Bill Tobin übernahmen zwei Mal die Trainerposition. Erst dem elften Trainer war es vergönnt, zu Beginn von zwei aufeinanderfolgenden Spielzeiten an der Bande zu stehen. Sein Nachfolger Bill Stewart war ein ehemaliger Baseballtrainer, der den Klubbesitzer durch seine Autorität beeindruckte. Mit Stewart hatten die Black Hawks den ersten in den Vereinigten Staaten geborenen Trainer, der den Stanley Cup gewann.

„Original Six“- und Expansion-Jahre (1939 bis 1977)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Saison Reguläre Saison Playoffs
GC W L T Pts Win % GC W L
Paul Thompson 1938/39*–1944/45* 272 104 127 41 249 .382 19 7 12
Johnny Gottselig 1944/45*–1947/48* 187 62 105 20 144 .332 4 0 4
Charlie Conacher 1947/48*–1949/50 162 56 84 22 134 .346
Ebbie Goodfellow 1950/51–1951/52 140 30 91 19 79 .214
Sid Abel 1952/53–1953/54 140 39 79 22 100 .279 7 3 4
Frank Eddolls 1954/55 70 13 40 17 43 .186
Dick Irvin 1955/56 70 19 39 12 50 .271
Tommy Ivan 1956/57–1957/58* 103 26 56 21 73 .252
Rudy Pilous 1957/58*–1962/63 387 162 151 74 398 .419 41 19 22
Billy Reay 1963/64–1976/77* 1012 516 335 161 1.193 .510 116 56 60
Bill White 1976/77* 46 16 24 6 38 .348 2 0 2

Kurz nach Beginn der folgenden Saison wurde Bill Stewart durch den Torjäger Paul Thompson ersetzt. Er war im ersten Jahr noch Spielertrainer, konzentrierte sich danach aber nur noch auf die Tätigkeit hinter der Bande und blieb sechs weitere Jahre an der Bande. In dieser für den Verein wenig erfolgreichen Zeit setzten die Black Hawks bevorzugt auf ehemalige Spieler. Mit Johnny Gottselig wurde ein langjähriger Black Hawk als Trainer angestellt. Die großen Erfolge blieben ihm und seinen Nachfolgern verwehrt. Sid Abel startete hier seine Trainerkarriere und war später bei den Detroit Red Wings sehr erfolgreich. Auch Dick Irvin, der das Team nach über 20 Jahren zum dritten Mal übernahm, hatte keinen Erfolg. In der Zwischenzeit hatte er dreimal eine Trainertätigkeit angenommen – in Toronto und zweimal in Montréal – und führte sein Team jeweils in die Finalserie. Nach ihm übernahm General Manager Tommy Ivan für eineinhalb Jahre die Aufgaben als Trainer, bevor es Rudy Pilous wieder gelang, das Team in die Playoffs zu führen und 1961 den Stanley Cup zu gewinnen. Mit dem Sieg der AHL-Meisterschaft als Referenz kam Billy Reay, dem es in der Geschichte der Black Hawks als einzigen gelang mehr als zehn Jahre im Amt zu bleiben.

Die Ära Pulford (seit 1977)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Saison Reguläre Saison Playoffs
GC W L T OTL Pts Win % GC W L
Bob Pulford 1977/78–1978/79 160 61 65 34 156 .381 8 0 8
Eddie Johnston 1979/80 80 34 27 19 87 .425 7 3 4
Keith Magnuson 1980/81–1981/82* 132 49 57 26 124 .371 3 0 3
Bob Pulford 1981/82* 28 12 14 2 26 .429 15 8 7
Orval Tessier 1982/83–1984/85* 213 99 93 21 219 .465 18 9 9
Bob Pulford 1984/85*–1986/87 187 84 77 26 194 .449
Bob Murdoch 1987/88 80 30 41 9 69 .375 5 1 4
Mike Keenan 1988/89–1991/92 320 153 126 41 347 .478 60 33 27
Darryl Sutter 1992/93–1994/95 216 110 80 26 246 .509 26 11 15
Craig Hartsburg 1995/96–1997/98 246 104 102 40 248 .423 16 8 8
Dirk Graham 1998/99* 59 16 35 8 40 .271 22 9 13
Lorne Molleken 1998/99*–1999/00* 47 18 19 8 2 46 .383
Bob Pulford 1999/00* 58 28 24 6 0 62 .483
Alpo Suhonen 2000/01 82 29 41 8 4 70 .354
Brian Sutter 2001/02–2003/04 246 91 103 37 15 234 .370 5 1 4
Trent Yawney 2005/06–2006/07* 103 33 55 0 15 81 .320
Denis Savard 2006/07*–2008/09 147 65 66 0 16 146 .442
Joel Quenneville seit 2008/09 618 363 181 74 800 .647 124 76 48

Mit Bob Pulford engagierte die Klubführung einen neuen Trainer und General Manager in Personalunion. Nach zwei Jahren verpflichtete er einen Trainer und konzentrierte sich auf seinen Managerposten. Drei Mal löste General Manager Bob Pulford einen Trainer hinter der Bande ab. Bob Murdoch, der später auch einige Teams in der Deutschen Eishockey Liga betreuen sollte, wurde erst nachdem er Chicago verlassen hatte zum Trainer des Jahres gewählt. Mike Keenan, der Pulford als GM abgelöst hatte, gewann im Jahr nach seinem Abgang mit den New York Rangers den Stanley Cup. Als langjähriger Spieler der Blackhawks startete Darryl Sutter seine Trainerkarriere in Chicago. Der Versuch mit dem ehemaligen Teamkapitän Dirk Graham schlug fehl und Alpo Suhonen, der erste Europäer, der den Platz hinter der Bande der Blackhawks bekam, musste nach einem Jahr wegen Herzproblemen zurücktreten.

General Manager[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Saison
Frederic McLaughlin 1926/27–1941/42
Bill Tobin 1942/43–1953/54
Tommy Ivan 1954/55–1976/77
Bob Pulford 1977/78–1989/90
Mike Keenan 1990/91–1992/93*
Bob Pulford 1992/93*–1996/97
Name Saison
Bob Murray 1997/98–1999/00*
Bob Pulford 1999/00*
Mike Smith 2000/01–2003/04*
Bob Pulford 2003/04*–2004/05
Dale Tallon 2005/06–2008/09
Stan Bowman seit 2009/10

* Wechsel während der laufenden Saison

Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kader der Saison 2015/16[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 15. April 2016

Nr. Nat. Spieler Pos. Geburtsdatum in Org. seit Geburtsort
50 KanadaKanada Crawford, Corey Corey Crawford G 31. Dezember 1984 2005 Montreal, Québec, Kanada
33 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Darling, Scott Scott Darling G 22. Dezember 1988 2014 Lemont, Illinois, USA
KanadaKanada Campbell, Brian Brian Campbell D 23. Mai 1979 2016 Strathroy, Ontario, Kanada
55 DeutschlandDeutschland Ehrhoff, Christian Christian Ehrhoff D 06. Juli 1982 2016 Moers, Deutschland
52 SchwedenSchweden Gustafsson, Erik Erik Gustafsson D 14. März 1992 2015 Nynäshamn, Schweden
4 SchwedenSchweden Hjalmarsson, Niklas Niklas Hjalmarsson D 06. Juni 1987 2007 Eksjö, Schweden
2 KanadaKanada Keith, Duncan Duncan Keith – A D 16. Juli 1983 2005 Winnipeg, Manitoba, Kanada
32 TschechienTschechien Rozsíval, Michal Michal Rozsíval D 03. September 1978 2012 Vlašim, Tschechoslowakei
5 SchwedenSchweden Rundblad, David David Rundblad D 08. Oktober 1990 2013 Lycksele, Schweden
7 KanadaKanada Seabrook, Brent Brent Seabrook – A D 20. April 1985 2005 Richmond, British Columbia, Kanada
43 SchwedenSchweden Svedberg, Viktor Viktor Svedberg D 24. Mai 1991 2013 Göteborg, Schweden
57 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten van Riemsdyk, Trevor Trevor van Riemsdyk D 24. Juli 1991 2014 Middletown Township, New Jersey, USA
15 RusslandRussland Anissimow, Artjom Artjom Anissimow C 24. Mai 1988 2015 Jaroslawl, Russische SFSR
11 KanadaKanada Desjardins, Andrew Andrew Desjardins C 27. Juli 1986 2015 Lively, Ontario, Kanada
12 TschechienTschechien Fleischmann, Tomáš Tomáš Fleischmann LW 16. Mai 1984 2016 Kopřivnice, Tschechoslowakei
81 SlowakeiSlowakei Hossa, Marián Marián Hossa RW 12. Januar 1979 2009 Stará Ľubovňa, Tschechoslowakei
88 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Kane, Patrick Patrick Kane RW 19. November 1988 2007 Buffalo, New York, USA
16 SchwedenSchweden Krüger, Marcus Marcus Krüger C 27. Mai 1990 2010 Stockholm, Schweden
53 KanadaKanada Mashinter, Brandon Brandon Mashinter LW 20. September 1988 2013 Bradford, Ontario, Kanada
72 RusslandRussland Panarin, Artemi Artemi Panarin LW 30. Oktober 1991 2015 Korkino, Russische SFSR
14 SlowakeiSlowakei Pánik, Richard Richard Pánik RW 07. Februar 1991 2016 Martin, Tschechoslowakei
19 KanadaKanada Toews, Jonathan Jonathan Toews – C C 29. April 1988 2007 Winnipeg, Manitoba, Kanada

Mannschaftskapitäne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Name
1926–1929 Dick Irvin
1929–1930 Duke Dukowski
1930–1931 Ty Arbour
1931–1932 Cy Wentworth
1932–1933 Helge Bostrom
1933–1934 Charlie Gardiner
1934–1935 kein Kapitän
1935–1940 Johnny Gottselig
1940–1942 Earl Seibert
1942–1944 Doug Bentley
1944–1945 Clint Smith
1945–1946 John Mariucci
1946–1947 Red Hamill
1947–1948 John Mariucci
1948–1949 Gaye Stewart
1949–1950 Doug Bentley
Jahr Name
1950–1952 Jack Stewart
1952–1954 Bill Gadsby
1954–1957 Gus Mortson
1957–1958 kein Kapitän
1958–1961 Ed Litzenberger
1961–1968 Pierre Pilote
1968–1969 kein Kapitän
1969–1970 Pat Stapleton
1970–1975 kein Kapitän
1975–1976 Stan Mikita**
Pit Martin**
1976–1977 Stan Mikita**
Pit Martin**
Keith Magnuson**
1977–1980 Keith Magnuson
1980–1982 Terry Ruskowski
1982–1987 Darryl Sutter
Jahr Name
1985–1986 Bob Murray*
1987–1988 kein Kapitän
1988–1989 Denis Savard
1989–1995 Dirk Graham
1995–1999 Chris Chelios
1999–2000 Doug Gilmour
2000–2002 Tony Amonte
2002–2004 Alexei Schamnow
2005–2007 Adrian Aucoin
2006 Martin Lapointe*
2007–2008 kein Kapitän
seit 2008 Jonathan Toews

* Interimskapitän
** Co-Kapitäne

Mitglieder der Hockey Hall of Fame[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesperrte Trikotnummern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Name Sperrungsdatum
1 Glenn Hall 20. November 1988
3 Keith Magnuson 12. November 2008
Pierre Pilote
9 Bobby Hull 18. Dezember 1983
18 Denis Savard 19. März 1998
21 Stan Mikita 20. November 1988
35 Tony Esposito 20. November 1988
99 Wayne Gretzky 6. Februar 2000 (ligaweit)

In ihrer Franchise-Geschichte haben die Chicago Blackhawks bisher sechs Trikotnummern offiziell gesperrt, zuletzt im November 2008. Zudem wird eine weitere offiziell nicht mehr vergeben.

Erstmals wurde mit der Nummer 9 von Bobby Hull am 18. Dezember 1983 eine Trikotnummer von den Chicago Blackhawks offiziell gesperrt. Hull war der dominierende Spieler in den 1960er Jahren, doch durch seinen Wechsel in die World Hockey Association 1972 war er in Ungnade gefallen. Nachdem die NHL ihn 1983 in die Hockey Hall of Fame aufnahm, zeigten sich auch die Blackhawks zu dieser Auszeichnung bereit. Am 20. November 1988 folgten ihm gleich drei Spieler. Neben Stan Mikita, der lange an Hulls Seite gestürmt hatte, wurden auch die beiden Torhüter Glenn Hall und Tony Esposito geehrt. Fast zehn Jahre vergingen, ehe mit Denis Savards Nummer 18 eine weitere Nummer aus dem Umlauf genommen wurde. Diese Rückennummern hängen als Banner im United Center und werden an keinen Spieler der Chicago Blackhawks mehr vergeben.

Schon seit längerem trug kein Spieler mehr die Nummer 3. Diese wurde zu Ehren von Keith Magnuson zunächst inoffiziell aus dem Umlauf genommen. Am 12. November 2008, vor dem Spiel der Blackhawks gegen die Boston Bruins, wurde die Nummer auch offiziell gesperrt. Vor Magnuson trug diese auch lange der ehemalige Mannschaftskapitän Pierre Pilote. Das Trikot mit der Nummer 3 wurde zu Ehren dieser beiden Spieler aus dem Umlauf genommen.[5]

Des Weiteren wird die berühmte 99 des Kanadiers Wayne Gretzky nicht mehr an einen Spieler vergeben, da sie seit dem 6. Februar 2000 offiziell durch die Liga gesperrt ist.

Top-10-Wahlrechte im NHL Entry Draft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Jahr Draft-Position
Greg Vaydik 1975 7.
Réal Cloutier 1976 9.
Doug Wilson 1977 6.
Tim Higgins 1978 10.
Keith Brown 1979 7.
Denis Savard 1980 3.
Ken Yaremchuk 1982 7.
Ed Olczyk 1984 3.
Jimmy Waite 1987 8.
Jeremy Roenick 1988 8.
Name Jahr Draft-Position
Adam Bennett 1989 6.
Mark Bell 1998 8.
Michail Jakubow 2000 10.
Tuomo Ruutu 2001 9.
Cam Barker 2004 3.
Jack Skille 2005 7.
Jonathan Toews 2006 3.
Patrick Kane 2007 1.

Die Spieler der frühen Draftjahre 1963 bis 1968 sind hier nicht aufgeführt.

Seit 1969 hatten die Chicago Blackhawks 43 Draftrechte in der ersten Runde des NHL Entry Draft, bis 1978 als NHL Amateur Draft bekannt. 18 Mal konnten sie bereits als eine der ersten zehn Mannschaften einen Spieler auswählen. 2007 hatten die Blackhawks erstmals das erste Draftrecht.

Franchise-Top-Punktesammler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zehn besten Punktesammler in der Geschichte des Franchise bis zum Ende der regulären Saison 2015/16 und der Playoffs 2016.

Abkürzungen: Pos = Position, GP = Spiele, G = Tore, A = Vorlagen, Pts = Punkte, P/G = Punkte pro Spiel

Reguläre Saison

Name Pos Saison GP G A Pts P/G
Stan Mikita F 1957/58–1979/80 1394 541 926 1467 1,05
Bobby Hull LW 1957/58–1971/72 1036 604 549 1153 1,11
Denis Savard F 1980/81–1989/90 881 377 719 1096 1,24
1994/95–1996/97
Steve Larmer F 1980/81–1992/93 891 406 517 923 1,03
Doug Wilson D 1977/78–1990/91 938 225 554 779 0,83
Patrick Kane RW seit 2007/08 658 251 412 663 1,01
Dennis Hull LW 1964/65–1976/77 904 298 342 640 0,70
Pit Martin F 1967/68–1977/78 740 243 384 627 0,84
Jeremy Roenick C 1988/89–1995/96 524 267 329 596 1,13
Jonathan Toews C seit 2007/08 645 251 313 564 0,87

Playoffs

Name Pos GP G A Pts P/G
Stan Mikita F 155 59 91 150 0,96
Denis Savard F 131 61 84 145 1,10
Bobby Hull LW 116 62 67 129 1,11
Patrick Kane RW 123 49 72 121 0,98
Steve Larmer F 107 45 66 111 1,03
Jonathan Toews C 124 39 69 108 0,87
Patrick Sharp LW 117 42 38 80 0,68
Doug Wilson D 95 19 61 80 0,84
Duncan Keith D 122 18 62 80 0,66
Jeremy Roenick C 82 35 42 77 0,93

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dan Diamond: NHL Official Guide and Record Book. Triumph Books, 2006, ISBN 1-57243-917-3, S. 39–42, 145–176, 204–224, 240–260.
  • Steve Dryden: The Hockey News Century of Hockey. A Season-Byseason Celebration. Mcclelland & Stewart Ltd, 2001, ISBN 0-7710-4180-2, S. 29, 31, 33, 37, 39–40, 54–55, 60–69, 240–260.
  • Glenn Wilkins: Legendary NHL Coaches. Altitude Publishing, 2006, ISBN 1-55439-101-6, S. 48–65.
  • Paul Greenland: Hockey Chicago Style. History of the Chicago Blackhawks. Sports Publishing, 1995, ISBN 1-57167-021-1.
  • Bob Verdi: Chicago Blackhawks. 75 Years. Tehabi Books, 2000, ISBN 1-887656-31-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Chicago Blackhawks – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chicago stays aggressive, lands Arizona's Vermette. In: NHL.com. Abgerufen am 2. Juni 2016.
  2. Kimmo Timonen traded to Blackhawks by Flyers. In: NHL.com. Abgerufen am 2. Juni 2016.
  3. andrewsstarpage.com, NHL Arena Naming Rights (Memento vom 7. November 2010 im Internet Archive)
  4. azhockey.com, Liste der Farmteams der Chicago Blackhawks
  5. bleachreport.com, Keith Magnuson and Pierre Pilote Bring Cheers and Tears to the United Center