Chicago Sky

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Chicago Sky
Logo der Chicago Sky
Gründung 2005
Geschichte Chicago Sky
seit 2006
Stadion UIC Pavilion
(2006–2009)
Allstate Arena
(seit 2010)
Standort Chicago, Illinois
Vereinsfarben hellblau, goldfarben
Liga WNBA
Conference Eastern Conference
Cheftrainer Steven Key
General Manager Steven Key
Besitzer Michael J. Alter
Meisterschaften keine
Conferencetitel 2014

Die Chicago Sky sind ein US-amerikanisches Damen-Basketballfranchise der Women’s National Basketball Association aus Chicago, Illinois. Es wurde 2005 gegründet und nahm zum Beginn der Saison 2006 den Spielbetrieb auf. Die Teamfarben sind hellblau, goldfarben. Die Sky tragen ihre Heimspiele seit 2010 in der Allstate Arena aus.

Die Sky werden, anders als bei anderen WNBA-Klubs, nicht als das Schwesterteam der Chicago Bulls aus der NBA betrachtet. Sie haben einen anderen Besitzer, andere Teamfarben und tragen ihre Heimspiele auch nicht in derselben Halle aus.

Die Sky waren sportlich lange erfolglos und erst 2013 erreichten sie erstmals die Playoffs.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung des Franchise (2005)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

NBA-Commissioner David Stern gab im Februar 2005 bekannt, dass Chicago ein neuer WNBA-Verein zugeteilt wurde.[1] Am 27. Mai wurde der ehemalige NBA-Spieler und -Trainer Dave Cowens als erster Trainer und General Manager der Sky benannt. Der Teamname wurde am 20. September bekannt gegeben. Im November 2005 wurde ein sogenannter Expansiondraft abgehalten, um einen ersten Kader von Spielerinnen zusammenzustellen. Unter anderem wurden Brooke Wyckoff von Connecticut Sun, Elaine Powell von den Detroit Shock und Stacey Dales-Schuman (die 2005 vom aktiven Sport zurücktrat) von den Washington Mystics ausgewählt.[2]

Mäßiger Start (2006 bis 2012)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sky beendeten ihre erste Saison in der WNBA wenig überraschend mit der schlechtesten Bilanz in der Eastern Conference. Damit hatten die Sky gute Chancen den ersten Draft-Pick beim WNBA Draft 2007 zu bekommen. Bei der Lotterie bekamen sie das dritte Wahlrecht beim Draft 2007 zugesprochen. Das Franchise entschied sich beim Draft für Armintie Price von der University of Mississippi.[3] Die Sky starteten in die Saison 2007 mit einem neuen Cheftrainer und General Manager, da Dave Cowens einen Job im Trainerstab der Detroit Pistons annahm.[4] Die Sky fanden mit Bo Overton bereits früh einen neuen Cheftrainer und General Manager.[5] Die zweite Saison in der WNBA verlief für die Sky um einiges erfolgreicher als die vorherige. Dies lag vor allem daran, dass die Sky die Schlüsselspielerinnen aus der ersten Saison halten konnten und mit den aus dem Draft ausgewählten Spielerinnen die Qualität der Mannschaft weiter steigern. Die Sky kämpften mit den Washington Mystics und den New York Liberty lange um den vierten und letzten Playoff-Platz in der Eastern Conference. Während der Saison lagen die Sky für kurze Zeit auf den begehrten vierten Platz, doch am Ende fehlten den Sky schließlich zwei Siege auf den vierten Platz und den Liberty, die sich als letzte Mannschaft für die Playoffs qualifizierten. Bei der Vergabe der Auszeichnungen von der Saison 2007, ging mit dem Rookie of the Year Award für Armintie Price erstmals eine Auszeichnung an die Chicago Sky. Am 12. März 2008 gaben die Sky bekannt, dass Overton als Cheftrainer und General Manager zurückgetreten ist. Seine beiden Posten übernahm Assistenztrainer Steven Key.[6] Beim WNBA Draft 2008 entschieden sich die Sky für Sylvia Fowles, die sich jedoch in der Saison 2008 beim Block verletzte und für den größten Teil der Saison ausfiel. Die Sky beendeten die Saison zwar auf dem fünften Platz in der Eastern Conference, jedoch verfehlten sie die Playoffs mit nur 12 Siegen in 34 Spielen klar. Die Saison 2009 verlief für die Sky besser, die über weite Strecken auf einem Playoff-Platz lagen, am Ende verpassten die Sky mit 16 Siegen aus 34 Spielen erneut die Playoffs knapp.

Erste Playoff-Teilnahmen (seit 2013)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konnten die im Draft ausgewählten Epiphanny Prince und Courtney Vandersloot zunächst keine merkliche Verbesserung der sportlichen Ergebnisse bewirken, so änderte sich dies ab 2013 durch die Verpflichtung von Elena Delle Donne. Auf Anhieb führte sie die Sky zur besten Bilanz in der Eastern Conference und zur ersten Playoff-Teilnahme,[7] wo sie jedoch in der ersten Runde den Indiana Fever unterlagen. 2014 hingegen fiel Delle Donne krankheitsbedingt lange aus und Chicago gelang nur knapp die Qualifikation für die Playoffs. Dort setzte sich die Mannschaft jedoch gegen die Atlanta Dream sowie gegen die Fever durch und erreichten so erstmals die Finalserie, wo sie den favorisierten Phoenix Mercury mit 0:3 unterlagen. In der Saison 2015 erreichten die Sky zum dritten Mal in Folge die Playoffs. Wie 2013 scheiterten sie dort deutlich an den nach der Vorrunde schlechter platzierten Indiana Fever. Auch 2016 beendete das Team die Saison mit einer positiven Bilanz und erreichte zum vierten Mal in Serie die Playoffs. Dort hatte das Team als viertbestes der WNBA im neuen Playoff-System in der ersten Runde ein Freilos. Nach einem Erfolg in der zweiten Runde scheiterte das Team im WNBA Halbfinale an dem späteren Meister der Los Angeles Sparks.

Spielstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Zuschauerschnitt WNBA Zuschauerschnitt
2006 3.390 7.479
2007 3.915 7.742
2008 3.656 7.952
2009 3.933 8.039
2010 4.292 7.834
2011 5.536 7.955
2012 5.573 7.457
2013 6.601 7.531
2014 6.685 7.578
2015 6.894 7.318

Die Chicago Sky trugen ihre Heimspiele nach ihrer Gründung im UIC Pavilion aus. Der UIC Paviillion befindet sich auf dem Campus der University of Illinois at Chicago (UIC) und dort spielen auch die Universitätsbasketballteams der UIC. Zur Saison 2010 zog das Team in die Allstate Arena um. Derzeit ist die Allstate Arena außerdem Heimat der Chicago Wolves (AHL) sowie der Männer-Basketballmannschaft der Chicagoer DePaul University. Bis 2012 spielte dort auch das Arena Football League-Team der Chicago Rush.

Zuschauerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Team startet mit einem sehr schwachen Zuschauerschnitt, der auch in den folgenden Saisons nicht wesentlich stieg und deutlich der schwächste aller WNBA-Teams war. Erst nach dem Umzug in eine andere Halle und dem zunehmenden sportlichen Erfolg näherte sich der Zuschauerschnitt langsam dem Liga-Schnitt an.

Erfolge und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportliche Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2014 gelang erstmals in der Franchise-Geschichte der Einzug in die Finalserie der WNBA. In der Saison 2015 konnte die Sky die besten Bilanz in der Eastern Conference erzielen, scheiterte aber in der ersten Playoff-Runde

Individuelle Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz des bisher geringen sportlichen Teamerfolgs sind im Vergleich dazu viele individuelle Auszeichnungen durch Spielerinnen der Sky gewonnen worden.

Most Valuable Player Durch Elena Delle Donne konnte die wichtigste Auszeichnung der Liga bisher einmal durch eine Spielerin des Teams gewonnen werden.

Rookie of the Year: Obwohl die Sky noch keinen Nummer-1-Draft-Pick hatten ging die Auszeichnung des besten Liga-Neulings zweimal nach Chicago.

Defensive Player of the Year Der Titel der besten Defensivspielerin ging mit Sylvia Fowles bisher zweimal an eine Spielerin der Sky.

Sixth Woman of the Year Auch die Ehrung der beste Ergänzungsspielerin ging durch eine Spielerin zweimal an das Team.

Peak Performers Die drei aktuellen Kategorien wurden jeweils einmal von einer Spielerin der Chicago Sky gewonnen

Sportsmanship Award Die Ehrung zur fairsten Spielerin der Liga ging bisher einmal an das Team aus Chicago.

Saison für Saison[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abkürzungen: Sp. = Spiele, S = Siege, N = Niederlagen

Saison Sp. S N Siege in % Platz Playoffs
2006 34 5 29 14,7 7., Eastern Conference nicht qualifiziert
2007 34 14 20 41,2 6., Eastern Conference nicht qualifiziert
2008 34 12 22 35,3 5., Eastern Conference nicht qualifiziert
2009 34 16 18 47,1 5., Eastern Conference nicht qualifiziert
2010 34 14 20 41,2 6., Eastern Conference nicht qualifiziert
2011 34 14 20 41,2 5., Eastern Conference nicht qualifiziert
2012 34 14 20 41,2 5., Eastern Conference nicht qualifiziert
2013 34 24 10 70,6 1., Eastern Conference Niederlage in den Conference Semifinals, 0:2 (Indiana Fever)
2014 34 15 19 44,1 4., Eastern Conference Sieg in den Conference Semifinals, 2:1 (Atlanta Dream)
Sieg in den Conference Finals, 2:1 (Indiana Fever)
Niederlage in den WNBA Finals, 0:3 (Phoenix Mercury)
2015 34 21 13 61,8 2., Eastern Conference Niederlage in den Conference Semifinals, 0:2 (Indiana Fever)
2016 34 18 16 62,9 2., Eastern Conference Sieg in der 2. Runde, 1:0 (Atlanta Dream)
Niederlage in den WNBA Semifinals, 1:3 (Los Angeles Sparks)
Gesamt 374 167 207 44,6 4 Playoff-Teilnahmen in 11 Saisons
7 Serien: 3 Siege, 4 Niederlagen
18 Spiele: 6 Siege, 12 Niederlagen (33,3 %)

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Saison Reguläre Saison Playoffs
GC W L GC W L
Dave Cowens 2006 34 5 29
Bo Overton 2007 34 14 20
Steven Key 2008 bis 2010 102 42 60
Pokey Chatman seit 2011 136 67 69 8 5 3

Obwohl die Sky noch ein relativ junges Team in der WNBA ist, hatten sie bereits in der kurzen Zeit sehr viele unterschiedliche Cheftrainer. Der erste Cheftrainer in der Geschichte der Sky war Dave Cowens, der bereits nach der Saison 2006 seinen Posten wieder aufgab und in den Trainerstab der Detroit Pistons wechselte. Am 12. Dezember 2006 wurde mit Bo Overton, der zuvor Cheftrainer des Damen-Basketballteam der University of Missouri–Kansas City war, der Nachfolger von Cowens vorgestellt. Overton übernahm auch den Posten des General Managers der Sky. Jedoch trat er bereits am 12. März 2008 als Cheftrainer und General Manager zurück. Steve Key wurde darauf zum neuen Cheftrainer und General Manager der Sky benannt. Key war bereits in der Saison 2006 und 2007 der Assistenztrainer der Sky.

Spielerinnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kader der Saison 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 18. Mai 2016

Nr. Land Name Position Geburtsdatum Erfahrung
in WNBA
College
1 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Tamera Young Forward 30.10.1986 8 Saisons James Madison University
8 BrasilienBrasilien Clarissa Dos Santos Center 10.03.1988 1 Saison -
11 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Elena Delle Donne Guard/Forward 05.09.1989 3 Saisons University of Delaware
14 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Allie Quigley Guard 20.06.1986 7 Saisons DePaul University
21 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jamierra Faulkner Guard 09.03.1992 2 Saisons University of Southern Mississippi
22 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Courtney Vandersloot Guard 08.02.1989 5 Saisons Gonzaga University
23 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Cappie Pondexter Guard 07.01.1983 10 Saisons Rutgers University
32 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Cheyenne Parker Forward 22.08.1992 1 Saison Middle Tennessee State University
34 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Imani Boyette Center 11.10.1994 Rookie University of Texas
41 BrasilienBrasilien Érika de Souza Center 13.03.1982 10 Saisons -
44 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Betnijah Laney Guard/Forward 29.10.1993 1 Saison Rutgers University
51 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jessica Breland Forward 23.02.1988 4 Saisons University of North Carolina

Erstrunden-Wahlrechte beim WNBA Draft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Jahr Draft-Position
Candice Dupree 2006 6.
Armintie Price
Carla Thomas
2007 3.
10.
Sylvia Fowles 2008 2.
Kristi Toliver 2009 3.
Name Jahr Draft-Position
Epiphanny Prince 2010 4.
Courtney Vandersloot 2011 3.
Elena Delle Donne 2013 2.
Markeisha Gatling 2014 10.

Seit 2006 hatte der Klub sieben Draftrechte in der ersten Runde des WNBA Drafts. Nur im Jahr 2012 hatten die Sky keinen einzigen Draft-Pick in der ersten Runde.[8]

Mit Armintie Price (3. 2007) Sylvia Fowles (2. 2008), Kristi Toliver (3. 2009), Courtney Vandersloot (3. 2011) und Elena Delle Donne (2. 2013) konnte das Franchise bisher fünfmal eine Spielerin an der zweiten bzw. dritten Position auswählen. Bisher kamen alle Spielerinnen, die die Sky seit 2006 in der ersten Runde auswählten, noch in derselben Saison im Trikot des Klubs zu ihrem ersten Einsatz in der WNBA. Zudem standen mit Sylvia Fowles, Epiphanny Prince, Courtney Vandersloot, Elena Delle Donne, Markeisha Gatling, Gennifer Brandon und Jamierra Faulkner noch sieben Spielerinnen, die bis 2014 von den Sky in einem Draft ausgewählt worden waren, in der Saison 2014 im Kader des Franchise.

Price und Delle Donne sind derzeit die einzigen Spielerinnen der Sky, die in ihrer ersten Saison den Rookie of the Year Award gewannen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. wnba.com/sky/ (8. Februar 2005), WNBA expands to Chicago
  2. wnba.com/sky/ (16. November 2005), Chicago Sky Announces Expansion Draft Selections
  3. wnba.com/sky/ (4. April 2007), Sky Select Armintie Price
  4. wnba.com/sky/, Dave Cowens Resigns
  5. wnba.com/sky/, Bo Overton named GM/Head Coach
  6. wnba.com/sky/, Steven Key Named GM and Head Coach
  7. Elena Delle Donne Named 2013 WNBA Rookie of the Year. WNBA, 20. September 2013, abgerufen am 13. Juli 2014 (englisch).
  8. Chicago Sky Draft History. WNBA, abgerufen am 12. Juli 2012 (englisch).