Chick-fil-A

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Chick-Fil-A, Inc.
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Rechtsform Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Pflichtparameter fehlt
Sitz Atlanta, Vereinigte Staaten
Leitung Dan T. Cathy
Umsatz 6 Mrd. USD (2015)[1]
Branche Systemgastronomie
Website www.chick-fil-a.com
Ein Restaurant der Fast-Food-Kette in Laredo, Texas

Chick-fil-A ist der Name einer 1946 gegründeten amerikanischen Schnellrestaurantkette, die sich auf den Verkauf von Hühnerfleischprodukten spezialisiert hat. Im Angebot finden sich unter anderem Hühnchen-Sandwiches, Wraps und Salate. Das Unternehmen hat mehr als 2100 Filialen[2] und steht im Wettbewerb zu Popeyes und Church’s Chicken.[3] Die Kette polarisiert durch das christlich-fundamentalistische Auftreten der Unternehmensleitung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1946 eröffnete der Gründer Truett Cathy in Atlanta unter dem Namen „The Dwarf Grill“ sein erstes Restaurant. 1967 folgte das erste Chick-fil-A-Restaurant. Nachdem die Restaurants der Kette zunächst nur in Einkaufszentren platziert wurden, eröffnete 1986 ebenfalls in Atlanta das erste separate Restaurant. 1992 erfolgte die Expansion mit weiteren Restaurants; und 1993 wurde das erste Drive-in-Restaurant eröffnet. 1997 eröffnete ein weiteres Restaurant in Alpharetta. Im Jahr 2000 erreichten die Chick-fil-A-Restaurants erstmals einen Umsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar, und 2001 wurde das 1000. Restaurant eröffnet. 2003 expandierte die Kette weiter im Westen der Vereinigten Staaten, insbesondere in den US-Bundesstaaten Utah, Arizona und Kalifornien.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte mit Standorten der Restaurants in den Vereinigten Staaten
Lastwagen mit „Eat-Mor-Chikin“-Aufschrift

1984 gründeten Truett und Jeanette Cathy die karitative WinShape Foundation. In den USA bekam die 1995 laufende Werbekampagne „Eat-Mor-Chikin“ (auf zwei Beinen stehende Kühe mit Umhänge-Werbetafeln) große Aufmerksamkeit und gewann einige Preise. Hauptakteure der Werbeaktion waren drei Kühe, die mit Plakaten dazu aufforderten, eben nicht sie, sondern Hühner zu essen. Chick-fil-A hat aus religiösen Gründen an Sonntagen geschlossen. Der Gründer Truett Cathy beabsichtigte, seinen Angestellten einen freien Sonntag zu gewährleisten. Bis heute hält diese Tradition an.

Ablehnung von Homosexualität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kette unterstützt christlich-konservative, anti-homosexuelle Organisationen wie Focus on the Family, National Organization for Marriage, Pennsylvania Family Institute, Exodus International, American Family Association oder Family Research Council. Es werden aber alle Kunden verköstigt.[4][5] Direktor Dan Cathy sprach sich in zwei Interviews Mitte Juli 2012 gegen die gleichgeschlechtliche Ehe aus und sagte, die Vereinigten Staaten zögen mit der Anerkennung der Homo-Ehe das „Urteil Gottes“ auf sich und weiter: „Ich glaube, dass wir Gott dazu einladen, über uns zu richten, wenn wir unsere Faust ihm gegenüber schütteln und sagen, wir wissen besser als du, was eine Ehe ausmacht“.[6][7][8][9]

Dies löste einerseits einen Boom in den Restaurants der Kette aus, es bildeten sich Schlangen von Kunden, die Zustimmung und Solidarität gegenüber den Thesen des Firmendirektors bekundeten.[10] Unterstützung erhielt die Firma auch durch den ehemaligen Gouverneur von Arkansas Mike Huckabee, den ehemaligen Senator von Pennsylvania Rick Santorum, den evangelikalen Prediger Billy Graham und die Southern Baptist Convention.[11]

Andererseits lösten die Äußerungen Proteste und Boykottaufrufe von Homosexuellen-Organisationen aus. Bei Facebook protestierten mehr als 14.000 Menschen gegen die Kette.[12] Die Jim Henson Company zog Muppets-Spielzeuge für die Kindermenüs von Chick-fil-A zurück, und die Bürgermeister von San Francisco, Washington, D.C., Boston und Chicago sprachen sich gegen die Ansiedelung von Filialen der Fast-Food-Kette in ihren Städten aus. Der Amazon-Gründer Jeff Bezos spendete öffentlichkeitswirksam 2,5 Millionen Dollar an eine Organisation, die die gleichgeschlechtliche Ehe im Bundesstaat Washington durchsetzen will.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Facts and History, auf www.chick-fil-a.com, abgerufen am 2. März 2016
  2. Who We Are, auf www.chick-fil-a.com, abgerufen am 25. März 2017
  3. NRN
  4. Michael A. Jones: Yes, Chick-fil-A Says, We Explicitly Do Not Like Same-Sex Couples, 26. Januar 2011, gayrights.change.org
  5. Chick-fil-A Responds, But Connections to Anti-Gay Groups Deepen. In: news.change.org, 7. Januar 2011.
  6. http://kurier.at/nachrichten/4506320-usa-glaubenskrieg-beim-burgerbrater.php
  7. http://www.focus.de/panorama/welt/streit-um-homo-ehe-in-den-usa-knutsch-protest-gegen-homophobe-huehnchen-kette_aid_793471.html
  8. K. Allan Blume: 'Guilty as charged,' Cathy says of Chick-fil-A's stand on biblical & family values, Baptist Press, 16. Juli 2012
  9. [1], Goodasyou.org, 17. Juli 2012.
  10. aus "die Welt" vom 3. August 2012.
  11. Bill Barrow: Chick-fil-A sandwiches become a political symbol, Huffington Post, 27. Juli 2012.
  12. http://www.ksta.de/panorama/fast-food-kette-chick-fil-a-kuessen-fuer-den-protest,15189504,16802156.html
  13. http://www.ftd.de/unternehmen/handel-dienstleister/:homophobie-chick-fil-a-ist-neues-mekka-der-konservativen/70071456.html (Memento vom 4. August 2012 im Internet Archive)