Chiemgaubahn

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Prien–Aschau
Strecke der Chiemgaubahn
Streckennummer (DB): 5706
Kursbuchstrecke (DB): 952
Streckenlänge: 9,6 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: CE
Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
Verlauf[1]
Strecke – geradeaus
von Rosenheim
BSicon .svgBSicon STR.svgBSicon STRrg.svg
Chiemsee-Bahn (Schmalspur)
BSicon .svgBSicon BHF.svgBSicon KBHFe.svg
0,0 Prien a Chiemsee 531 m
Brücke (groß)
Lommelweg
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Salzburg
Brücke (groß)
Staatsstraße 2092 (Bernauer Straße)
Haltepunkt, Haltestelle
2,5 Urschalling
Haltepunkt, Haltestelle
4,1 Vachendorf
   
5,1 Umrathshausen Bf
Haltepunkt, Haltestelle
6,7 Umrathshausen Ort
Brücke über Wasserlauf (groß)
Schafelbach
Halt… – Streckenende
9,6 Aschau (Chiemgau) 606 m

Die Chiemgaubahn ist eine 9,6 Kilometer lange, eingleisige und nicht elektrifizierte Nebenbahn zwischen Prien am Chiemsee und Aschau im Chiemgau. Die Region Chiemgau, in der die Bahnstrecke liegt, ist der Namensgeber der Strecke. Die Bahnstrecke wurde 1878 als Anschlussbahn der Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg eröffnet. Die Bahnstrecke ist heute als Kursbuchstrecke 952 in Betrieb.

Betrieb und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Prien
Bahnhof Aschau
VT 628.4 am Haltepunkt Urschalling (2015)
Modernisierter Chiemgaubahn-Schienenbus 1987 im Bahnhof Aschau

Nachdem Theodor von Cramer-Klett 1875 Schloss Hohenaschau und die zugehörigen Ländereien des Prientales gekauft hatte, finanzierte er den Bau einer Eisenbahnstrecke (als Vizinalbahn) nach Aschau vor. Die Eröffnung erfolgte am 18. August 1878 und schloss das Priental an die Hauptstrecke München–Salzburg an.

In der Nachkriegszeit wurde die Strecke durch Schienenbusse des Typs VT 98 bedient. 1987 erfolgte ihre Modernisierung durch das Aw Kassel in weiß/mintgrüner Lackierung. Diese modernisierten Schienenbusse der Chiemgaubahn hatten als einzige Schienenbusse der Bundesbahn eine Sonderlackierung in Weiß/Mintgrün, alle anderen hatten bis zum Schluss das für Triebwagen der DB typische Rot. Die ehemaligen Chiemgaubahn-Fahrzeuge sind heute als „Ulmer Spatz“ im Touristikverkehr auf der Bahnstrecke Kleinengstingen–Schelklingen(–Ulm Hbf) (KBS 759) unterwegs. Aufgrund dieser Einmaligkeit gibt es von mehreren Modelleisenbahn-Herstellern Modelle der Chiemgaubahn-Schienenbusse.

Der Güterverkehr war bereits Mitte der 1980er Jahre so gut wie eingestellt. Fiel doch einmal ein Güterwagen an, so wurde dieser einfach einem Personenzug angehängt.[2]

Das 1982 eingeleitete Stilllegungsverfahren wurde letztlich nicht weiterverfolgt und stattdessen eine Modernisierung in Angriff genommen: kürzere Reisezeiten, modernisierte Schienenbusse, bessere Fahrgastinformation und ein neuer Fahrplan.[2]

1996 wurden die „Chiemgau-Bahn“-Schienenbusse (798 652 und 798 653) durch Triebwagen der Baureihe 628.4 ersetzt. Gegenwärtig verkehren auf der Strecke Regionalbahnen von Aschau bis Prien (ein bis zwei Zugpaare pro Stunde). Die 628er benötigen für die 10 km lange Strecke 15 Minuten. Abends gibt es einen Zug, der über Prien hinaus über die Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg bis Rosenheim und zurück fährt.

Zum Fahrplanwechsel Dezember 2016 wurde der Haltepunkt Umrathshausen Bahnhof aufgelassen.[3][4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Chiemgaubahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahnatlas Deutschland 2007/2008. 6. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2007, ISBN 978-3-89494-136-9.
  2. a b Alteneder, W., Schüssler, C.: Die Nebenbahnen der BD München, Bonn 1987, S. 85
  3. „Die Halt“ hat ausgedient
  4. Bürger protestieren gegen Schließung