Bahnstrecke Prien–Aschau

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Prien a Chiemsee–Aschau (Chiemgau)[1]
Strecke der Bahnstrecke Prien–Aschau
Streckennummer (DB):5706
Kursbuchstrecke (DB):952
Streckenlänge:9,573 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:CE
Minimaler Radius:267 m
Höchstgeschwindigkeit:50 km/h
Strecke – geradeaus
von Rosenheim
Bahnhof, Station
0,065 Prien a Chiemsee 531 m
   
nach Salzburg Hbf
Brücke (klein)
Staatsstraße 2092 (Bernauer Straße)
Haltepunkt, Haltestelle
2,490 Urschalling
Haltepunkt, Haltestelle
4,130 Vachendorf
   
5,107 Umrathshausen Bahnhof
Haltepunkt, Haltestelle
6,660 Umrathshausen Ort
Straßenbrücke
Bundesautobahn 8
   
Schafelbach
Halt… – Streckenende
9,638 Aschau (Chiemgau) 606 m

Quellen: [2][3][4]

Die Bahnstrecke Prien–Aschau, auch Chiemgaubahn, ist eine Nebenbahn in Bayern. Sie zweigt in Prien am Chiemsee von der Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg ab und führt nach Aschau im Chiemgau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Aschau (Chiemgau)

Nachdem Theodor von Cramer-Klett im Jahr 1875 Schloss Hohenaschau und die zugehörigen Ländereien des Prientales gekauft hatte, finanzierte er den Bau einer Vizinalbahn nach Aschau vor. Die Eröffnung erfolgte am 18. August 1878.

Im Sommerfahrplan 1939 waren täglich acht Personenzugpaare verzeichnet. Die Reisezeit von Prien nach Aschau betrug 20 Minuten, was einer Reisegeschwindigkeit von ungefähr 30 km/h entsprach.[5]

Im Güterverkehr gab es bereits Mitte der 1980er Jahre nur noch ein marginales Aufkommen. Die wenigen verbliebenen Güterwagen wurden bedarfsweise den Personenzügen beigegeben.[6]

Das 1982 eingeleitete Stilllegungsverfahren wurde letztlich nicht zum Abschluss gebracht. Stattdessen modernisierte die DB die Strecke. Kürzere Fahrzeiten, modernisierte Triebwagen und ein Taktfahrplan gaben der Strecke wieder eine Perspektive.[6]

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2016 wird die Betriebsstelle Umrathshausen Bahnhof nicht mehr von Reisezügen bedient.[7][8]

Im Fahrplanjahr 2020 verkehren auf der Strecke etwa stündlich Regionalbahnen, mit Verdichtung nachmittags an Werktagen. Die Triebwagen der Baureihe 628 benötigen für die zehn Kilometer lange Strecke 14 Minuten. Abends gibt es ein Zugpaar, das bis Rosenheim durchgebunden wird.

Fahrzeugeinsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab den 1950er Jahren wurde die Strecke durch Schienenbusse der Baureihe VT 98 bedient (spätere Baureihe 798). 1987 erfolgte die Modernisierung von zwei Triebwagen (798 652 und 798 653) und einem Steuerwagen (998 896) durch das Ausbesserungswerk Kassel samt Neulackierung in den Produktfarben weiß/mintgrün. Diese modernisierten Schienenbusse der Chiemgaubahn hatten als einzige Schienenbusse der Bundesbahn diese Farbgebung, alle anderen hatten mit Ausnahme des grau lackierten 798 711 bis zum Schluss ihres Einsatzes bei der DB das für Triebwagen der Deutschen Bundesbahn typische Purpurrot.

Aufgrund dieser Einmaligkeit gibt es von mehreren Modelleisenbahn-Herstellern Modelle der Chiemgaubahn-Schienenbusse. Die ehemaligen Chiemgaubahn-Fahrzeuge waren anschließend von 1998 bis 2016 als „Ulmer Spatz“ im Touristikverkehr u. a. auf der Bahnstrecke Kleinengstingen–Schelklingen unterwegs. 798 652 und 998 896 werden heute durch die Interessensgemeinschaft RAB Classics eingesetzt, 798 653 ist beim Förderverein Bw Crailsheim abgestellt.

1996 wurden die „Chiemgau-Bahn“-Schienenbusse (798 652 und 798 653) durch Triebwagen der Baureihe 628.4 ersetzt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Chiemgaubahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  2. DB Netz AG: Infrastrukturregister. In: geovdbn.deutschebahn.com, abgerufen am 2. Juli 2020.
  3. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  4. Karte der Bundesbahndirektion München 1985
  5. Sommerfahrplan 1939
  6. a b Wolfram Alteneder, Clemens Schüssler: Die Nebenbahnen der BD München. Ein Handbuch und Reiseführer. Verlag C. Kersting, Bonn 1987, ISBN 3-925250-03-4, S. 85.
  7. „Die Halt“ hat ausgedient. In: OVB-online. 26. August 2016, abgerufen am 12. November 2017.
  8. Bürger protestieren gegen Schließung. In: OVB-online. 13. Oktober 2016, abgerufen am 12. November 2017.