Chieming

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Chieming
Chieming
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Chieming hervorgehoben
Koordinaten: 47° 54′ N, 12° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Traunstein
Höhe: 537 m ü. NHN
Fläche: 37,74 km²
Einwohner: 4827 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 128 Einwohner je km²
Postleitzahl: 83339
Vorwahl: 08664
Kfz-Kennzeichen: TS
Gemeindeschlüssel: 09 1 89 114
Gemeindegliederung: 38 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 20
83339 Chieming
Webpräsenz: www.chieming.de
Bürgermeister: Benno Graf (UWG)
Lage der Gemeinde Chieming im Landkreis Traunstein
Chiemsee Landkreis Berchtesgadener Land Landkreis Rosenheim Landkreis Altötting Landkreis Mühldorf am Inn Waginger See Wonneberg Waging am See Vachendorf Unterwössen Übersee (Chiemgau) Trostberg Traunstein Traunreut Tittmoning Taching am See Tacherting Surberg Staudach-Egerndach Siegsdorf Seeon-Seebruck Schnaitsee Schleching Ruhpolding Reit im Winkl Pittenhart Petting (Gemeinde) Palling Obing Nußdorf (Chiemgau) Marquartstein Kirchanschöring Kienberg (Oberbayern) Inzell Grassau Grabenstätt Fridolfing Engelsberg Chieming Bergen (Chiemgau) Altenmarkt an der Alz Österreich Österreich ÖsterreichKarte
Über dieses Bild

Chieming ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Traunstein. Sie liegt am Ostufer des Chiemsees namensgebend an der Chieminger Bucht und ist ein Ferien- und Erholungsort.

Namensgeber für Chieming wie auch den Chiemsee und den gesamten Chiemgau ist der Legende nach ein Gaugraf „Chiemo“, dessen historische Existenz allerdings nie bewiesen werden konnte.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chieming liegt in der Planungsregion Südostoberbayern im Chiemgau. Im Süden des Ortes und in der Gemarkung Chieming liegt der Pfeffersee, auch Pfaffersee genannt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 38 Ortsteile sind[2]:

Es gibt die Gemarkungen Chieming, Hart, Ising und Oberhochstätt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chieming hat aufgrund seiner Lage an der römischen Militärstraße Iuvavum-Augusta Vindelicorum (Salzburg-Augsburg) wohl römische Wurzeln. Ein erster gesicherter urkundlicher Nachweis erfolgte 790 in der Notitia Arnonis. Seit spätestens 1211 war Chieming Pfarrsitz. Die offene Hofmark Chieming war bis 1803 im Besitz des Klosters Baumburg. Im Zuge der staatlichen Neuordnung in Bayern wurde Chieming politische Gemeinde mit den dazugehörigen Ortschaften Aufham, Außerlohen, Eglsee, Kleeham, Laimgrub, Pfaffing, Manholding, Schützing, Stöttham und Weidach. Egerer und Neubauer folgten um 1850. Beginnend etwa 1870 wurde Chieming zu einem immer beliebteren Bade- und Erholungsort.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Laufe der Gebietsreform in Bayern kamen die damaligen Gemeinden Hart und Ising (amtliche Umbenennung am 30. Oktober 1965, vorher Tabing) am 1. Januar 1972 hinzu.[3] Von der südlich angrenzenden Gemeinde Oberhochstätt-Unterhochstätt kam der Ortsteil Oberhochstätt zu Chieming.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1970: 3.344 Einwohner
  • 1987: 3.685 Einwohner
  • 2000: 4.308 Einwohner
  • 2011: 4.580 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Benno Graf (Unabhängige Wähler). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Maximilian Brunner (CSU).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 2662 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 636 T€.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Über blauem Wellenschildfuß in Silber schräg gekreuzt ein schwarzer Schlüssel und ein gestürztes rotes Schwert.

Chieming vom Pfeffersee aus gesehen

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt ist ein kreuzgewölbter Saalbau mit halbrunder Apsis. Sie wurde 1882/83 und 1891 nach Plänen des Münchner Architekten Johann Marggraff im neuromanischen Stil errichtet. Treibende Kraft beim Neubau war der Pfarrer Conrad Korntheur.[4] Beim Abbruch der alten Kirche kamen drei Römersteine zum Vorschein, die sich heute im Turmgeschoss befinden. Die stilgleiche Innenausstattung und Ausmalung wurde vom Architekten Joseph Elsner entworfen und aus seinen Münchner Werkstätten geliefert. Das Altargemälde schuf um 1885 Max Fürst aus Reichenhall. Das Gemälde der Heiligen Sebastian und Georg an der Langhaussüdwand stammt von einem ehemaligen Seitenaltar und ist 1663 von Ruprecht Schweindl aus Altenmarkt signiert.
  • Der Bauernhof Beim Karl aus dem Jahr 1875 im Gemeindeteil Thauernhausen ist ein dreigeschossiger Einfirsthof mit großem Schüttboden für das Getreide im obersten Geschoss.

Siehe auch → Liste der Baudenkmäler in Chieming

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 20, im produzierenden Gewerbe 317 und im Bereich Handel und Verkehr 204 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 481 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1304. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe 8 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 101 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1933 ha, davon waren 780 ha Ackerfläche und 1138 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chieming ist über die Staatsstraße St 2096 und verschiedene andere Verbindungsstraßen mit der dicht am Ort vorbeiführenden Staatsstraße St 2095 Rosenheim - Traunstein sowie in südlicher Richtung mit der A 8 München-Salzburg verbunden. Chieming hat einen Anleger der Chiemsee-Schifffahrt, der jedoch außerhalb der Saison nicht angesteuert wird.

Nächstgelegene Bahnhöfe sind Traunreut-Matzing, Traunstein sowie Übersee an der Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg. Chieming hat Anschluss zu den Buslinien der RVO

  • 9520 Traunstein – Grabenstätt – Chieming – Seebruck – Prien am Chiemsee
  • 9522 Traunstein – Nussdorf – Truchtlaching – Obing – Schnaitsee
  • 9513 Chieming – Sondermoning – Traunreut.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 125 Kindergartenplätze mit 124 Kindern
  • Volksschulen: 1 mit 22 Lehrern und 399 Schülern
  • Gymnasien: Landschulheim Schloss Ising mit 38 Lehrern und 430 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klimatabelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chieming
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
109
 
2
-6
 
 
98
 
4
-4
 
 
111
 
9
-1
 
 
140
 
13
3
 
 
175
 
18
7
 
 
189
 
21
11
 
 
216
 
23
12
 
 
184
 
22
12
 
 
120
 
19
9
 
 
102
 
14
4
 
 
120
 
8
0
 
 
126
 
3
-4
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Chieming
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2 4 9 13 18 21 23 22 19 14 8 3 Ø 13
Min. Temperatur (°C) −6 −4 −1 3 7 11 12 12 9 4 0 −4 Ø 3,6
Niederschlag (mm) 109 98 111 140 175 189 216 184 120 102 120 126 Σ 1.690
Regentage (d) 16 15 15 16 17 19 18 18 14 13 14 15 Σ 190
Luftfeuchtigkeit (%) 80 78 73 71 72 72 72 74 77 80 82 84 Ø 76,2
T
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Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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111
140
175
189
216
184
120
102
120
126
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dehio-Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München und Oberbayern, Darmstadt 1990

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Chieming – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111108/173824&attr=OBJ&val=551
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 581.
  4. Sepp Linner in Chiemgau-Blätter, Beilage zum Traunsteiner Tagblatt Nr. 12, 26. März 2011, S. 1-3