Children (Lied)

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Children
Robert Miles
Veröffentlichung 1995
Länge 7:21 (Original)
4:00 (Radio Edit; gekürzte Version der Dream Version)
Genre(s) Trance/Dreamhouse
Autor(en) Robert Concina[1]
Produzent(en) Roberto Concina
Label Arista Records, Deconstruction Records, Urban, BMG Music Publishing
Album Dreamland
Coverversionen
2001 4 Clubbers
2008 Dave Darell

Children (englisch für „Kinder“) ist ein Instrumental-Lied des italienischen Dreamhouse-Musikers Robert Miles. Mit Nummer-eins-Platzierungen in mehreren Singlecharts ist es das erfolgreichste Lied von Miles. Children begründete zudem den Musikstil Dreamhouse.[2][3]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Children wurde Ende 1994 von Miles innerhalb einer Nacht produziert. Die Original Version wurde zuerst im Januar 1995 auf Joe Vanellis EP Soundtracks veröffentlicht, erreichte aber keine Chartplatzierungen, im Vergleich zur später bekannt gewordenen Dream Version (oft ohne Versionstitel angegeben). Vanelli spielte das Lied bei einem Auftritt in einem Nachtclub in Miami, wo es von Simon Berry, Musiker und Chef des Indielabels Platipus Records, gehört wurde. Dieser kaufte sich die Lizenzrechte an dem Lied für das Vereinigte Königreich und verkaufte diese weiter an Deconstruction Records, Sublabel von BMG Music Publishing, die Miles unter Vertrag nahmen.[4] Laut einem Interview mit Tim Renner, damals Leiter von Motor Music, wurde das Lied für den deutschsprachigen Raum von Jens Thele entdeckt. Dieser spielte Renner eine Demoversion von Children vor, allerdings fälschlicherweise mit einer Abspieldrehzahl von 45 statt 33 Umdrehungen pro Minute. In der dadurch falschen Annahme, „endlich wieder schnellen, harten Techno“ zu hören, wurde Miles unter Vertrag genommen. Erst eine Woche später, nachdem das Masterband zur Verfügung stand, fiel der Fehler auf, Miles blieb dennoch unter Vertrag.[5] Darüber hinaus sei es ein Ziel gewesen, durch die beruhigende Tonlage Verkehrsunfälle zu verhindern.[6]

Die Aufnahme und die Abmischung von Children fanden im italienischen Sound Master Studio statt.[7] Die Produktion soll insgesamt nur 150 £ gekostet haben.[8]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Children ist ein Instrumentallied und wird in das Genre Dreamhouse eingeordnet.[9] Der im Viervierteltakt und in f-Moll komponierte Song besitzt ein Tempo von 138 Schlägen pro Minute.[10] Das Lied beinhaltet ein charakteristisches ruhiges Klavierthema sowie eine 4x4 Bassline.[3] Miles schrieb den Song laut eigener Aussage als Reaktion auf eine Initiative italienischer Mütter, die die in den 1990er vermehrt aufkommenden Todesfälle nach Discobesuchen der harten, aufpeitschenden Techno-Musik zuschrieben.[2] Eine weitere Inspiration waren Fotografien von kindlichen Kriegsopfern, die sein Vater nach einem humanitären Einsatz in Jugoslawien mitbrachte.[3]

Musikvideo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existieren zwei Musikvideos zu Children. Das erste Video, das von Matthew Amos gedreht wurde, ist ausschließlich in Schwarz-Weiß gehalten und zeigt ein Mädchen im Auto sitzend an verschiedenen Orten vorbeifahren. Unter anderem erkennt man im Video London (Piccadilly Circus und Trafalgar Square), Paris (Eiffelturm) und Genf sowie Landschaften Frankreichs, Italiens und der Schweiz.[11] Das zweite Musikvideo wurde von Elizabeth Bailey in Farbe gedreht. Es wechselt zwischen Szenen von Miles beim Auflegen in einem Nachtclub und Bildern von Kindern beim Spielen.[12] Zum Einsatz kamen in den Videoclips der Radio Edit (auch bekannt als Eat Me Edit), der eine gekürzte Version der Dream Version ist.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rezensionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Children wurde von den Musikkritikern positiv bewertet. Allmusic beschreibt den Song als „wundervollen verträumten Dance“ und als „magischen Track“.[13]

Charts und Chartplatzierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Children erreichte weltweit hohe Chartplatzierungen, zugleich war dies der erste Charterfolg für Miles. In die deutschen Singlecharts stieg Children am 19. Februar 1996 auf Platz 43 ein. In der dritten Chartwoche konnten die Top 10 erreicht werden. Am 25. März 1996 erreichte das Lied schließlich Platz eins in Deutschland, auf diesem Platz verblieb das Lied sieben Wochen lang. Insgesamt verbrachte Children 16 Wochen in den Top 10 und 29 Wochen in den gesamten Charts in Deutschland.[14] Auch in den Ö3 Austria Top 40 und in der Schweizer Hitparade gelang dem Lied der Sprung auf Platz eins.[15][16]

In den britischen Single-Charts stieg das Lied am 20. Januar 1996 auf Platz 77 ein, verbrachte insgesamt zwei Wochen in den Charts und fiel danach wieder aus diesen. Einen Monat später gelang der Wiedereintritt auf Platz drei. Im März 1996 wurde für insgesamt drei Wochen der zweite Platz erreicht. Das Lied verbrachte insgesamt 21 Wochen in diesen Charts, davon zehn Wochen in den Top 10.[17] Auch in den Billboard Hot 100 gelang Miles ein Charterfolg. Er gehört damit zu den wenigen italienischen Künstlern, die sich in den US-amerikanischen Single-Charts platzieren konnten.

Weitere Nummer-eins-Platzierungen gelangen Children in Belgien (Wallonien), Dänemark, Finnland, Frankreich, Italien, Norwegen, Schweden und Spanien.

Chartplatzierungen
ChartsChart­plat­zie­rungen Höchst­plat­zie­rung Wo­chen
 Deutschland (GfK)[14] 1 (29 Wo.) 29
 Italien (FIMI)[18] 1 (33 Wo.) 33
 Österreich (Ö3)[15] 1 (21 Wo.) 21
 Schweiz (IFPI)[16] 1 (33 Wo.) 33
 Vereinigtes Königreich (OCC)[17] 2 (21 Wo.) 21
 Vereinigte Staaten (Billboard)[19] 21 (20 Wo.) 20
Jahrescharts
ChartsJahres­charts (1996) Platzie­rung
 Deutschland (GfK)[20] 2
 Österreich (Ö3)[20] 4
 Schweiz (IFPI)[20] 3
 Vereinigtes Königreich (OCC)[20] 5
 Vereinigte Staaten (Billboard)[20] 65

Auszeichnungen für Musikverkäufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Children wurde weltweit mit 3× Gold und 7× Platin ausgezeichnet. Damit wurden laut Auszeichnungen über 1,8 Millionen Einheiten der Single verkauft. Laut Quellen verkaufte sich das Lied insgesamt weltweit fünf Millionen Mal.[21]

Land/Region Aus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe
(Land/Region, Auszeichnung, Verkäufe)
Ver­käu­fe
 Australien (ARIA)[22] Gold record icon.svg Gold 35.000
 Belgien (BEA)[23] Platinum record icon.svg Platin 20.000
 Deutschland (BVMI)[24] Platinum record icon.svg Platin 500.000
 Frankreich (SNEP)[25] Platinum record icon.svg Platin 500.000
 Neuseeland (RMNZ)[26] Platinum record icon.svg Platin 15.000
 Niederlande (NVPI)[27] Gold record icon.svg Gold 50.000
 Norwegen (IFPI)[28] Platinum record icon.svg Platin 10.000
 Schweden (IFPI)[29] Gold record icon.svg Gold 25.000
 Schweiz (IFPI)[30] Platinum record icon.svg Platin 50.000
 Vereinigtes Königreich (BPI)[31] Platinum record icon.svg Platin 600.000
Insgesamt Gold record icon.svg 3× Gold
Platinum record icon.svg 7× Platin
1.805.000

Coverversionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Interpret
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen
(Jahr, Titel, Interpret, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE  AT  CH  UK  US
2001 Children[32][17]
4 Clubbers
DE39
(4 Wo.)DE
CH86
(1 Wo.)CH
UK45
(2 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 2001
2008 Children[33]
Dave Darell
DE68
(6 Wo.)DE
AT52
(2 Wo.)AT
Erstveröffentlichung: 3. Juli 2008
2020 Bimbi per strada (Children)
Fedez & Robert Miles
CH81
(1 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 11. Juni 2020
Weitere Coverversionen (Auswahl)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. GEMA Repertoiresuche. GEMA, abgerufen am 4. Juni 2018.
  2. a b House-DJ Robert Miles ist tot. In: Spiegel Online. 11. Mai 2017, abgerufen am 4. Juni 2018.
  3. a b c Gaurav Purohit: The story behind one of the most iconic dance music tracks, Robert Miles: Children. 10. Mai 2017, abgerufen am 4. Juni 2018 (englisch).
  4. Miles 'Children' gives Birth to a European Craze. In: Billboard. 4. Mai 1996, abgerufen am 4. Juni 2018 (englisch).
  5. Sven Kuschel: Der Mega-Erfolg war ein totales Versehen. In: Bild. 10. Mai 2017, abgerufen am 4. Juni 2018.
  6. Children by Robert Miles. In: Songfacts. Abgerufen am 15. Februar 2022 (englisch).
  7. Robert Miles – Children. In: Discogs. Abgerufen am 4. Juni 2018.
  8. Robert Miles, trance producer and DJ, dies aged 47. In: The Guardian. 10. Mai 2017, abgerufen am 4. Juni 2018 (englisch).
  9. Robert Miles – der Macher von „Children“ – ist tot. In: Faze Magazin. 10. Mai 2017, abgerufen am 4. Juni 2018.
  10. Children (Radio Edit) By Robert Miles - Digital Sheet Music. In: musicnotes.com. Abgerufen am 4. Juni 2018.
  11. Robert Miles: Children, B&W Version. In: Internet Movie Database. Abgerufen am 4. Juni 2018.
  12. Robert Miles: Children, Color Version. In: Internet Movie Database. Abgerufen am 4. Juni 2018.
  13. Jose F. Promis: Robert Miles - Dreamland - AllMusic Review. Allmusic, abgerufen am 4. Juni 2018 (englisch).
  14. a b Robert Miles – Children Chartplatzierung Deutschland. GfK Entertainment, abgerufen am 4. Juni 2018.
  15. a b Robert Miles – Children Chartplatzierung Österreich. In: Austriancharts.at. Hung Medien, abgerufen am 4. Juni 2018.
  16. a b Robert Miles – Children Chartplatzierung Schweiz. In: Hitparade.ch. Hung Medien, abgerufen am 4. Juni 2018.
  17. a b c Children Charthistory Vereinigtes Königreich. Official Charts Company, abgerufen am 4. Juni 2018 (englisch).
  18. Musica e dischi. Musica e dischi, abgerufen am 4. Juni 2018 (italienisch).
  19. Robert Miles – Children Chartplatzierung Vereinigte Staaten. Billboard, abgerufen am 4. Juni 2018.
  20. a b c d e Jahrescharts 1996: DE AT CH UK US
  21. House-DJ Robert Miles mit 47 Jahren gestorben. In: Die Welt. 10. Mai 2017, abgerufen am 4. Juni 2018.
  22. Australia Top 100 Singles - 1996. (Nicht mehr online verfügbar.) Australian Recording Industry Association, archiviert vom Original am 2. November 2015; abgerufen am 4. Juni 2018.
  23. GOUD EN PLATINA - SINGLES 1996. Belgian Entertainment Association, abgerufen am 4. Juni 2018.
  24. BVMI Datenbank. Bundesverband Musikindustrie, abgerufen am 4. Juni 2018.
  25. SNEP Les Certifications. Syndicat National de l’édition Phonographique, abgerufen am 4. Juni 2018.
  26. NZ Top 40 Single Charts 25. August 1996. Recorded Music NZ, abgerufen am 4. Juni 2018.
  27. NVPi Goud/Platina. Nederlandse Vereniging van Producenten en Importeurs van beeld- en geluidsdragers, abgerufen am 30. Juli 2018.
  28. IFPI Norsk paltebransje. (Nicht mehr online verfügbar.) IFPI Norwegen, archiviert vom Original am 5. November 2012; abgerufen am 4. Juni 2018.
  29. Svergietopplistan. IFPI Schweden, abgerufen am 4. Juni 2018.
  30. Edelmetall Schweiz. IFPI Schweiz, abgerufen am 4. Juni 2018.
  31. BRIT Certified. British Phonographic Industry, abgerufen am 4. Juni 2018.
  32. Chartquellen 4-Clubbers-Version: DE, CH
  33. Chartquellen Dave-Darell-Version: DE, AT