Chilenische Fußballnationalmannschaft

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Chile
Abzeichen der Federación de Fútbol de Chile
Spitzname(n) La Roja, El Equipo de Todos
Verband Federación de Fútbol de Chile
Konföderation CONMEBOL
Technischer Sponsor Puma
Trainer ArgentinienArgentinien Jorge Sampaoli
Kapitän Claudio Bravo
Rekordtorschütze Marcelo Salas (37)
Rekordspieler Leonel Sánchez (84)
Heimstadion Estadio Nacional de Chile
FIFA-Code CHI
FIFA-Rang 15. (998 Punkte)
(Stand: 13. März 2014)[1]
Erstes Trikot
Zweites Trikot
Statistik
Erstes Länderspiel
ArgentinienArgentinien Argentinien 3:1 Chile ChileChile
(Buenos Aires, Argentinien; 27. Mai 1910)
Höchste Siege
ChileChile Chile 7:0 Venezuela Venezuela 1954Venezuela
(Santiago de Chile; 29. August 1979)
ChileChile Chile 7:0 Armenien ArmenienArmenien
(Viña del Mar[2]; 4. Januar 1997)
Höchste Niederlage
Brasilien 1889Brasilien Brasilien 7:0 Chile ChileChile
(Rio de Janeiro, Brasilien; 17. September 1959)
Erfolge bei Turnieren
Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 8 (Erste: 1930)
Beste Ergebnisse Dritter Platz 1962
Südamerikameisterschaft
Endrundenteilnahmen 34 (Erste: 1916)
Beste Ergebnisse Zweiter Platz 1955, 1956, 1979, 1987
(Stand: 4. November 2007)

Die chilenische Fußballnationalmannschaft zählt zu den erfolgreicheren Fußball-Nationalmannschaften Südamerikas. Ihr erstes Spiel bestritt die Nationalmannschaft am 27. Mai 1910 in Buenos Aires gegen eine argentinische Auswahlmannschaft, das sie mit 1:3 verlor. Das erste Länderspiel folgte zwei Tage später an gleicher Stelle im Rahmen des zum hundertsten Jahrestages der argentinischen Mai-Revolution von 1810 abgehaltenen Campeonato Sudamericano und endete mit einer 0:3-Niederlage gegen die uruguayische Fußballnationalmannschaft.[3] 1916 nahm die Mannschaft am ersten Campeonato Sudamericano unter der Ägide der CONMEBOL teil, wurde aber mit nur einem einzigen Punkt Letzter. 1955, 1956, 1979 und 1987 erreichte Chile den zweiten Platz. 1928 nahm das Land erstmals am Olympischen Fußballturnier teil.

Teilnahmen an der Fußball-Weltmeisterschaft[Bearbeiten]

Chile nahm bereits an der ersten Fußball-WM in Uruguay teil, nach Siegen über Frankreich und Mexiko musste Chile auch Argentinien schlagen, um sich für das Halbfinale zu qualifizieren. Argentinien ging jedoch durch Guillermo Stábile nach 13 Minuten mit 2:0 in Führung und gewann letztendlich mit 3:1. Chile war damit ausgeschieden. Bei der zweiten Endrundenteilnahme 1950 in Brasilien schied die Mannschaft nach Niederlagen gegen England und Spanien ebenfalls in der Vorrunde aus. Lediglich die USA konnten mit 5:2 besiegt werden.

Bei der WM 1962 im eigenen Land gewann Chile im Eröffnungsspiel mit 3:1 gegen die Schweiz. Zwar gingen die Schweizer nach sieben Minuten in Führung, jedoch konnte Leonel Sánchez kurz vor der Pause ausgleichen; in der zweiten Halbzeit gewannen die Gastgeber die Oberhand und siegten durch die Tore von Ramírez und Sánchez. Im zweiten Spiel gegen Italien, das mehr durch seine Brutalität als durch sein spielerischen Verlauf Schlagzeilen machte, gewannen die Gastgeber durch zwei späte Treffer mit 2:0 und waren damit vorzeitig für das Viertelfinale qualifiziert. Durch die abschließende 0:2-Niederlage gegen die BR Deutschland verloren die Chilenen allerdings den ersten Tabellenplatz und mussten ihr Viertelfinalspiel in Arica bestreiten. Im Viertelfinale traf der Gastgeber auf die Sowjetunion und gewann mit 2:1. Das Halbfinale gegen den Titelverteidiger aus Brasilien verlor Chile mit 2:4 und musste sich nach dem 1:0 Sieg über Jugoslawien mit dem Dritten Platz zufriedengeben.

1966 in England schieden die Chilenen um ihren neuen Spielmacher Elías Figueroa bereits in der Vorrunde mit nur einem Punkt aus drei Spielen aus. Gegen die Sowjetunion und Italien gab es Niederlagen.

Bereits die Qualifikation zur WM 1974 in der BRD sorgte für Schlagzeilen, da Chile als schlechtester Gruppensieger der Südamerika-Gruppe in einem Play-Off Spiel mit einer europäischen Mannschaft um den letzten zu vergebenden Endrundenplatz spielen musste – Gegner war die Sowjetunion. Das Hinspiel in Moskau endete mit einem torlosen Unentschieden, das Rückspiel in Santiago sollte im Estadio Nacional ausgetragen werden. Die Sowjets weigerten sich allerdings in diesem Stadion, in dem in den ersten Tagen des Pinochet-Putsches mehrere Tausend Oppositionelle festgehalten, gefoltert und ermordet wurden, anzutreten und baten die FIFA um eine Verlegung des Spiels. Da diese ablehnte, trat die Sowjet-Mannschaft nicht an, das Spiel wurde mit 2:0 für Chile gewertet das sich damit qualifizierte. Bei der Endrunde verloren die Chilenen mit 0:1 gegen den Gastgeber BRD. In den anderen Gruppenspielen gab es zwei Unentschieden gegen die DDR (1:1) und Australien (0:0). Während des ersten Spiels gegen die BR Deutschland war Carlos Caszely der erste Spieler, der bei einer WM-Endrunde eine Rote Karte erhielt.

Acht Jahre später in Spanien schied die Chilenische Mannschaft – die von dem inzwischen 35-jährigen Figueroa angeführt wurde – nach drei Niederlagen gegen Österreich (0:1), Deutschland (1:4) und Algerien (2:3) punktlos in der Vorrunde aus.

Für die Weltmeisterschaften 1990 und 1994 war Chile aufgrund eines Vorfalles vom September 1989 im Maracanã Stadion von Rio de Janeiro gesperrt. Während eines WM-Qualifikationsspieles gegen Gastgeber Brasilien benötigte Chile dort einen Sieg, lag aber nach 67 Minuten 0:1 zurück. Ein Feuerwerkskörper landete in der Nähe des chilenischen Torwartes Roberto Rojas, der umgehend eine Verletzung markierte und dann auch auf einer Trage fortgebracht wurde. Die restlichen chilenischen Spieler verweigerten die Fortsetzung des Spieles, da dies unsicher wäre. Fernsehaufzeichnungen bewiesen jedoch, dass zwischen dem Feuerwerkskörper und Rojas keinerlei Kontakt stattfand. Das Spiel wurde am Ende mit 2:0 für Brasilien gewertet und Chile auch von der Qualifikation für das Turnier 1994 ausgeschlossen. Roberto Rojas wurde auf Lebenszeit gesperrt, wenngleich ihm 2001 die Begnadigung widerfuhr.

Für die Fußball-Weltmeisterschaft 1998 konnte sich Chile letztlich als Vierter der Südamerikagruppe vor den punktgleichen Peruanern qualifizieren. Beim Turnier in Frankreich reichten drei Unentschieden in der Vorrunde zum Weiterkommen, aber im Achtelfinale stoppte Brasilien Chile mit einem klaren 4:1.

Bei der Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea wurde Chile abgeschlagen Gruppenletzter und konnte lediglich 3 von 18 Spielen gewinnen. Auch für die WM 2006 in Deutschland konnten sich die Chilenen nicht qualifizieren.

Die Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika hingegen verlief für Chile äußerst erfolgreich, sodass sie sich als Zweitplatzierter der Südamerikagruppe, nur ein Punkt hinter Gruppensieger Brasilien, sicher qualifizierten. Im ersten WM-Spiel gegen Honduras konnte die Chilenische Mannschaft zum ersten Mal seit der WM 1962 wieder einen Sieg bei einer Fußball-Weltmeisterschaft erzielen. Durch einen weiteren Sieg (1:0) gegen die Schweiz konnte sich Chile trotz des abschließenden 1:2 gegen Spanien für das Achtelfinale qualifizieren und traf dort auf Brasilien. Nach einem 0:3 schied Chile aus dem Turnier aus.

Auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2014 qualifizierte sich Chile als Dritter der Südamerikagruppe mit vier Punkten Rückstand hinter den erstplatzierten Argentiniern. Genau wie der zweifache Weltmeister hatte man neun Siege eingefahren. Zugleich aber musste man über sechs Niederlagen quittieren, weshalb es bis zum letzten der 16 Spieltage dauerte, ehe die Qualifikation perfekt gemacht werden konnte. im heimischen Santiago de Chile wurde am 15. Oktober 2013 (Ortszeit) Ecuador mit 2:1 bezwungen und die neunte WM-Teilnahme bejubelt.[4] In der Gruppenphase der Endrunde trifft Chile zunächst wie 1974 auf Australien, dann wie 2010 auf Spanien und zum Abschluss erstmals bei einer WM auf die Niederlande.


1930 in Uruguay Vorrunde
1934 in Italien zurückgezogen
1938 in Frankreich nicht teilgenommen
1950 in Brasilien Vorrunde
1954 in der Schweiz nicht qualifiziert
1958 in Schweden nicht qualifiziert
1962 in Chile Dritter
1966 in England Vorrunde
1970 in Mexiko nicht qualifiziert
1974 in Deutschland Vorrunde
1978 in Argentinien nicht qualifiziert
1982 in Spanien Vorrunde
1986 in Mexiko nicht qualifiziert
1990 in Italien nicht qualifiziert
1994 in den USA gesperrt
1998 in Frankreich Achtelfinale
2002 in Südkorea/Japan nicht qualifiziert
2006 in Deutschland nicht qualifiziert
2010 in Südafrika Achtelfinale
2014 in Brasilien qualifiziert

Teilnahmen an den Olympischen Spielen[Bearbeiten]

1900 bis 1924Nicht teilgenommen
1928 in Amsterdam – Trostrunde

Aktueller Kader[Bearbeiten]

Spieler Verein Länderspieleinsätze Länderspieltore Geburtsdatum
Torhüter
Claudio Bravo SpanienSpanien Real Sociedad 41 0 13. Apr. 1983
Johnny Herrera ChileChile Universidad de Chile 13 0 04. Juli 1983
Abwehr
Pablo Contreras ChileChile CSD Colo-Colo 49 1 11. Sep. 1978
Arturo Vidal ItalienItalien Juventus Turin 21 1 22. Mai  1987
Gonzalo Jara EnglandEngland West Bromwich Albion 31 3 29. Aug. 1985
Ismael Fuentes ChileChile CD Universidad Católica 25 1 04. Aug. 1981
Gary Medel EnglandEngland Cardiff City 21 3 03. Aug. 1987
Waldo Ponce ChileChile CD Universidad Católica 23 2 04. Dez. 1982
Oswaldo Gonzalez ChileChile CF Universidad de Chile 3 0 10. Aug. 1984
Mittelfeld
Claudio Maldonado BrasilienBrasilien Flamengo Rio de Janeiro 41 1 03. Jan. 1980
Carlos Carmona ItalienItalien Reggina Calcio 18 0 21. Feb. 1987
Jorge Valdivia BrasilienBrasilien Palmeiras São Paulo 36 3 19. Okt. 1983
Rodrigo Tello TurkeiTürkei Eskişehirspor 32 2 14. Okt. 1979
Matías Fernández ItalienItalien ACF Florenz 35 7 15. Mai  1986
Gonzalo Fierro ChileChile CSD Colo-Colo 15 1 21. Mär. 1983
Mauricio Isla ItalienItalien Juventus Turin 10 0 12. Juni 1988
Manuel Iturra ChileChile CF Universidad de Chile 33 1 02. Juni 1984
Angriff
Eduardo Vargas ItalienItalien SSC Neapel 5 2 20. Nov. 1989
Jean Beausejour EnglandEngland Wigan Athletic 23 2 01. Juni 1984
Alexis Sánchez SpanienSpanien FC Barcelona 26 8 19. Dez. 1988
Mark González RusslandRussland ZSKA Moskau 37 3 10. Juli 1984

Rekordspieler[Bearbeiten]

(Stand: 10. Juni 2012)

Rekordspieler[5]
Spiele Spieler Zeitraum Tore
84 Leonel Sánchez 1955–1968 23
73 Nelson Tapia 1994–2005 0
70 Alberto Fouilloux 1960–1972 12
70 Marcelo Salas 1994–2007 37
69 Fabián Estay 1990–2001 5
69 Iván Zamorano 1987–2001 34
65 Claudio Bravo 2004–aktiv 0
64 Pablo Andrés Contreras 1999–2011 2
63 Javier Margas 1990–2000 6
62 Miguel Ramírez 1991–2003 1
61 Clarence Acuña 1995–2004 3
57 Juan Carlos Letelier 1979–1989 18
57 Humberto Suazo 2005–aktiv 21
55 Pedro Antonio Reyes 1994–2001 4
Rekordtorschützen[5]
Tore Spieler Zeitraum Spiele
37 Marcelo Salas 1994–2007 70
34 Iván Zamorano 1987–2001 69
29 Carlos Caszely 1969–1985 49
23 Leonel Sánchez 1955–1968 84
22 Jorge Aravena 1994–1999 36
21 Humberto Suazo 2005–aktiv 57
18 Juan Carlos Letelier 1979–1989 57
17 Enrique Hormazábal 1950–1963 42
14 Alexis Sánchez 2006–aktiv 48
12 Alberto Fouilloux 1960–1972 70
12 Jaime Ramírez 1954–1966 46
12 Matías Fernández 2005–aktiv 49
12 Hugo Rubio 1985–1992 36
12 Raúl Toro 1936–1941  ?


Trainer[Bearbeiten]

Bei WM-Turnieren wurde Chile von folgenden Trainern betreut:

Länderspiele gegen deutschsprachige Fußballnationalmannschaften[Bearbeiten]

Datum Ort Heimmannschaft Resultat Gastmannschaft Anlass
1. 23. März 1960 Stuttgart Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BRD 2:1 ChileChile Chile Freundschaftsspiel
2. 6. April 1960 Bern SchweizSchweiz Schweiz 4:2 ChileChile Chile Freundschaftsspiel
3. 26. März 1961 Santiago de Chile ChileChile Chile 3:1 Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BRD Freundschaftsspiel
4. 30. Mai 1962 Santiago de Chile ChileChile Chile 3:1 SchweizSchweiz Schweiz WM-Vorrundenspiel
5. 6. Juni 1962 Santiago de Chile ChileChile Chile 0:2 Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BRD WM-Vorrundenspiel
6. 2. Juli 1966 Leipzig Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR 5:2 ChileChile Chile Freundschaftsspiel
7. 18. Dezember 1968 Santiago de Chile ChileChile Chile 2:1 Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BRD Freundschaftsspiel
8. 22. Juni 1969 Magdeburg Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR 0:1 ChileChile Chile Freundschaftsspiel
9. 2. Februar 1971 Santiago de Chile ChileChile Chile 0:1 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR Freundschaftsspiel
10. 14. Juni 1974 Berlin Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BRD 1:0 ChileChile Chile WM-Vorrundenspiel
11. 18. Juni 1974 Berlin (Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland) ChileChile Chile 1:1 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR WM-Vorrundenspiel
12. 17. Juni 1982 Oviedo (SpanienSpanien) ChileChile Chile 0:1 OsterreichÖsterreich Österreich WM-Vorrundenspiel
13. 20. Juni 1982 Gijón (SpanienSpanien) Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BRD 4:1 ChileChile Chile WM-Vorrundenspiel
14. 17. Juni 1998 Saint-Étienne (FrankreichFrankreich) ChileChile Chile 1:1 OsterreichÖsterreich Österreich WM-Vorrundenspiel
15. 7. September 2007 Wien (OsterreichÖsterreich) SchweizSchweiz Schweiz 2:1 ChileChile Chile Freundschaftsspiel
16. 11. September 2007 Wien OsterreichÖsterreich Österreich 0:2 ChileChile Chile Freundschaftsspiel
17. 21. Juni 2010 Port Elizabeth (SudafrikaSüdafrika) ChileChile Chile 1:0 SchweizSchweiz Schweiz WM-Vorrundenspiel
18. 5. März 2014 Stuttgart DeutschlandDeutschland Deutschland 1:0 ChileChile Chile Freundschaftsspiel

Bisher gab es keine Partien gegen Liechtenstein.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chilenische Fußballnationalmannschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Die FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. In: fifa.com, Februar 2014. Abgerufen am 13. Februar 2014
  2. Die FIFA nennt Viña del Mar als Spielort, in einer anderen Quelle wird als Spielort Santiago genannt.[1]
  3. La Argentina (Tageszeitung, Buenos Aires, 1902–1947), 25. Mai 1910
  4. Chile und Ecuador springen auf den WM-Zug. In: fussball-wm-total.de. FUSSBALL-WM-total, 16. Oktober 2013, abgerufen am 16. Oktober 2013.
  5. a b rsssf.com: Chile – Record International Players