China National Nuclear Corporation

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China National Nuclear Corporation
Rechtsform Zentral Verwaltetes Unternehmen
Gründung 1955
Sitz Peking, China Volksrepublik Volksrepublik China
Website en.cnnc.com.cn

Die China National Nuclear Corporation (CNNC, Chinesische Nationale Nukleargesellschaft, chinesisch 中国核工业集团公司), der größte Betreiber von Kernkraftwerken in der Volksrepublik China[1] wurde am 16. September 1988 durch ein Dekret der Chinesischen Regierung gegründet: Sie versteht sich als nationales Regierungsbüro für Nuklearenergie und untersteht direkt dem Staatsrat der Volksrepublik. Dabei kombiniert sie Nuklearwaffentechnik mit der zivilen Nutzung der Kernenergie.

Unter anderem betreibt sie die chinesischen Kernkraftwerke Changjiang und Qinshan sowie Kernkraftwerk Chashma in Pakistan.

Tochtergesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Shanghai Nuclear Engineering Research and Design Institute (SNERDI, Schanghaier Institut für Forschung und Design von Nukleartechnik),[2] beteiligt an der Planung der Reaktoren Chashma III & IV; möglicherweise Investition von bis zu 45 Mrd. Euro für den Bau fünf neuer Kernreaktoren in Großbritannien.[3]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 14. August 2009 wurde der damalige Chef der CNNC Kang Rixin wegen Korruption und Bestechung aus seiner Position entlassen.[1]

Im Juli 2013 gab CNNC nach Bürgerprotesten seine Pläne auf, für sechs Milliarden Euro an der Mündung des Perlflusses eine große Uran-Wiederaufarbeitungsanlage zu bauen.[4]

Am 31. Januar 2018 fand mit Genehmigung des Staatsrats der Volksrepublik China die Übernahme der China Nuclear Engineering & Construction Corporation (CNECC) durch die China National Nuclear Corporation statt.[5] Am 28. August 2020 veröffentlichte das US-Verteidigungsministerium die Namen sogenannter „kommunistischer chinesischer Militärunternehmen“, die direkt oder indirekt in den USA tätig sind. CNECC wurde in die Liste aufgenommen,[6][7] wodurch sich der Zugang von Wissenschaftlern aus den USA und ihnen nahestehenden Nationen zu den Bodenproben, die die Raumsonde Chang’e 5 im Dezember 2020 vom Mond zurückbrachte, deutlich erschwerte – da sich in dem Material Uran befindet, sitzt auch ein Vertreter der China National Nuclear Corporation in der Kommission, die über die Vergabe von Bodenproben für Forschungszwecke entscheidet.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Chinesischer Atom-Chef zu lebenslanger Haft verurteilt. In: Neue Zürcher Zeitung. 19. November 2010, abgerufen am 19. November 2010.
  2. snerdi.com.cn
  3. lesechos.fr, 21. Juli 2012: La Chine voudrait construire cinq réacteurs nucléaires en Grande-Bretagne (China will fünf Atommeiler in Großbritannien bauen, 21. Juli 2012)
  4. spiegel.de: Baustopp für Uran-Anlage: Chinas Regime knickt vor Bürgerprotesten ein
  5. CNNC merges China Nuclear Engineering & Construction Co. In: cnnc.com.cn. 31. Januar 2018, abgerufen am 16. April 2021 (englisch).
  6. DOD Releases List of Additional Companies, in Accordance with Section 1237 of FY99 NDAA. In: defense.gov. 23. August 2020, abgerufen am 16. April 2021 (englisch).
  7. Qualifying Entities Prepared in Response to Section 1237 of the National Defense Authorization Act for Fiscal Year 1999 (PUBLIC LAW 105–261). (PDF; 371 KB) In: media.defense.gov. Abgerufen am 16. April 2021 (englisch).
  8. 第一届月球样品专家委员会成立大会召开. In: clep.org.cn. 13. April 2021, abgerufen am 16. April 2021 (chinesisch).