Langenstein (Waldshut-Tiengen)

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Chindlistein von Tiengen

Der Langenstein oder Lange Stein, früher auch im Dialekt Chindlistein genannt, ist der südlichste Menhir Deutschlands und steht in Waldshut-Tiengen im Landkreis Waldshut im Südwesten von Baden-Württemberg. Bekannt ist er der Bevölkerung seit jeher als Langenstein und daher stammt auch der Name des Langensteinstadions. Auf der Langensteinwiese an der Wutach hatte im Jahr 1908 der FC Tiengen 08 e. V. seinen ersten Fußballplatz angelegt.

Standort und Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Der Lange Stein erhebt sich auf einem schmalen Terrassenstreifen zwischen dem Nordfuß des Bürgerwaldes [etwas oberhalb der Ein- bzw. Ausfahrt Tiengen West aus dem Bürgerwaldtunnel] und der heute kanalisierten Wutach. Der stark zerklüftete Nagelfluhpfeiler erreicht eine Höhe von 5,92 m über dem Boden. Er ist an seiner Basis nahezu rechteckig und besitzt einen Umfang von 7,50 m bei einem größten Dm. von 1,70 m. Sein Standort in der Wutachniederung lag hart neben einem alten Straßenzug. […] Der Nagelfluhpfeiler, der auch unter dem inzwischen erloschenen Namen Chindlistai bekannt war, bildete im Mittelalter das Symbol des kaiserlichen Landgerichtes im Klettgau.“ Sitzungen des Landgerichtes Klettgau sind für 1379 und 1425 bezeugt.[1]

Die Erinnerung an den Chindlistai beruht auf einer Sage.[2]

Ein weiterer markanter Stein im Landkreis Waldshut ist der Menhir von Degernau in der Nähe des als Großsteingrab bezeichneten Dolmen von Degernau. Inzwischen sind noch eine Reihe weiterer Megalithen am Hochrhein bekannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Egon Gersbach: Urgeschichte des Hochrheins. (Katalogband), Badische Fundberichte, Sonderheft 11, Hrsg.: Staatliches Amt Für Ur- und Frühgeschichte Freiburg und Staatliches Amt für Denkmalpflege, Abt. Ur- und Frühgeschichte, Karlsruhe. Freiburg 1969.
  • Ulf Diederichs und Christa Hinze: Alemannische Sagen, S. 147, 1998 ISBN 3-86047-924-5.
  • Johannes Künzig, Schwarzwald Sagen in: Alemannische Stammeskunde I., Paul Zaunert (Hrsg.), 1930.
  • Johannes Groht: Menhire in Deutschland. Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle (Saale) 2013, ISBN 978-3-943904-18-5, S. 92.
  • Heinz Voellner: Tiengen Bilder einer alten Stadt, 1987.
  • Alexander Würtenberger, Alte Geschichten vom Oberrhein, S. 5 ff., 1929.
  • FC Tiengen 08 e. V., Chronik des FC Tiengen 1908–2008, Hundert Jahre Faszination Fussball, FC Tiengen 08 e. V. (Hrsg.), 2007, ISBN 978-3-9812003-0-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Egon Gersbach: Urgeschichte des Hochrheins. (Katalogband), Badische Fundberichte, Sonderheft 11, Hrsg.: Staatliches Amt Für Ur- und Frühgeschichte Freiburg und Staatliches Amt für Denkmalpflege, Abt. Ur- und Frühgeschichte, Karlsruhe. Freiburg 1969, S. 175. Gersbach nennt die Quelle für die Sitzungen: Urkundenregister Kanton Schaffhausen 1, (1906) 134 Nr. 1085 und 213 Nr. 1739., S. 173.
  2. Johannes Künzig, Schwarzwald Sagen in: Alemannische Stammeskunde I., Paul Zaunert (Hrsg.) S., 336, 1930

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 47° 37′ 39″ N, 8° 16′ 31″ O