Chinesischer Bocksdorn

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Chinesischer Bocksdorn
Lycium chinense 12.JPG

Chinesischer Bocksdorn (Lycium chinense)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Gattung: Bocksdorne (Lycium)
Art: Chinesischer Bocksdorn
Wissenschaftlicher Name
Lycium chinense
Mill.

Der Chinesische Bocksdorn (Lycium chinense) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Bocksdorne (Lycium) innerhalb der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Sie ist in Eurasien weitverbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Habitus
Laubblätter und Knospen
Früchte

Der Chinesische Bocksdorn, in China gǒuqǐ (chinesisch 枸杞)[1] genannt, wächst als selbstständig aufrechter oder kletternder, dorniger Strauch und erreicht Wuchshöhen von 0,5 bis 1 Metern. Die Laubblätter sind 15 bis 50 mm lang und 5 bis 25 mm breit.

Die Blüten sind zwittrig mit doppelter Blütenhülle. Der Kelch ist glockenförmig und bewimpert behaart. Die Kelchröhre hat eine Länge von 3 bis 4 mm. Die purpurfarbenen Kronblätter sind zu einer 9 bis 12 mm langen Kronröhre verwachsen und die Kronlappen sind kürzer oder nahezu gleich lang.

Die bei Reife roten Beeren sind mit einer Länge von 7 bis 15 mm und einer Breite von 5 bis 8 mm eiförmig oder langgestreckt und enthalten eine Vielzahl von Samen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24, 36 oder 48.[2][3]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Chinesische Bocksdorn ist von Europa über Südwestasien und von Pakistan über Nepal und China bis Korea, Taiwan, sowie Japan verbreitet. Er ist in Deutschland ein eingebürgerter Neophyt.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Lycium chinense erfolgte durch Philip Miller. Das Artepitheton chinense bezieht sich auf die Herkunft aus China.

Innerhalb der Art Chinesischer Bocksdorn (Lycium chinense) werden zwei Varietäten unterschieden:

  • Lycium chinense Mill. var. chinense
  • Lycium chinense var. potaninii (Pojarkova) A.M.Lu

Molekularbiologische Untersuchungen belegen eine stark unterstützte Klade, die neben Lycium chinense aus dem Gemeinen Bocksdorn (Lycium barbarum) und Lycium ruthenicum besteht. Die Beziehungen der drei Arten zu anderen altweltlichen Arten ist jedoch nicht eindeutig geklärt.

Chinesische Wolfsbeere, getrocknete Früchte

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Beeren des Chinesischen Bocksdorns sind zusammen mit denen des Gemeinen Bocksdorns (Lycium barbarum) bekannt als Wolfsbeeren oder Goji-Beeren.[4][5] Die säuerlich-bitteren Beeren werden teilweise dem üblichen grünen Tee unverarbeitet hinzugefügt. In der chinesischen Medizin gelten sie als sehkraftfördernd.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J.S. Miller und R.A. Levin: Lycium chinense. In: Project Lycieae
  • Rachel A. Levin et al.: Evolutionary Relationships in Tribe Lycieae (Solanaceae). In: D. M. Spooner, L. Bohs, J. Giovannoni, R. G. Olmstead, D. Shibata (Hrsg.): Solanaceae VI: Genomics meets biodiversity. Proceedings of the Sixth International Solanaceae Conference. ISHS Acta Horticulturae 745, Juni 2007, ISBN 978-9066054271, S. 225–239.
  • Lycium chinense in der Flora of China, Vol. 17.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Chinesischer Bocksdorn (Lycium chinense) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Begriff „gouqi (枸杞) – Lycium chinense Miller, Gard“, chinesisch / englisch: [1] auf efloras.org, abgerufen am 29. Mäi 2018 - Online
  2. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 819.
  3. Lycium chinense bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  4. Lycium chinense / barbarum - Goji-Beere bei Karlsruher Institut für Technologie, abgerufen am 3. November 2017.
  5. Helmut Pirc: Enzyklopädie der Wildobst- und seltenen Obstarten. Leopold Stocker Verlag, 2015, ISBN 978-3-7020-1635-7.