Chirurgische Lehrstühle Berlin

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Siegel der Klinik Ziegelstraße

Von 1816 bis 1945 gab es zwei Chirurgische Lehrstühle in Berlin. Sie wirkten weit über Berlin hinaus und begründeten die Weltgeltung der deutschen Chirurgie.[1]

Königliche Chirurgische Universitätsklinik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Krone Preußen unterstand die Klinik in der Ziegelstraße.[2] 1818 wurde der Bau eines großen Universitätsklinikums in der Ziegelstraße und damit in enger Nachbarschaft zur Charité begonnen.[3] Der Freistaat Preußen wollte sie 1934 auflösen. Adolf Hitler hingegen wollte sie für nationalsozialistische Zwecke erhalten und in Berlin-Westend neu bauen. Ferdinand Sauerbruch kam nur deshalb von München nach Berlin, weil ihm beide Lehrstühle und ein Neubau zugesagt worden waren.[4] Mit der Zeit des Nationalsozialismus endete der „Lehrstuhl Ziegelstraße“; formal blieben die Charité und die Universitätsklinik jedoch noch getrennte Institutionen. Erst 1951 wurden sie in der Deutschen Demokratischen Republik zur Medizinischen Fakultät (Charité) der Humboldt-Universität vereinigt.[3]

Charité[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sechs Jahre nach Gründung der Friedrich-Wilhelms-Universität setzte Wilhelm von Humboldt die Errichtung eines chirurgischen Lehrstuhls an der Charité (dem früheren „Pesthaus“) durch. Vom ersten Tage an war die Klinik streng naturwissenschaftlich ausgerichtet.[4]

Als Vorzeigeeinrichtung der DDR mit damals 2000 Betten ließ Erich Honecker das Bettenhochhaus mit Versorgungstrakt bauen, das 1982 in Betrieb ging und seit Januar 2014 erneuert wird.

Nach 1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo Charite.svg

Nach der Wiedervereinigung fusionierten das West-Berliner Rudolf-Virchow-Klinikum und die Ost-Berliner Charité 1997 zur Medizinischen Fakultät Charité der Humboldt-Universität zu Berlin. Im Jahr darauf wurden auch die dazugehörigen Kliniken zusammengeführt. 2003 kam das ehemalige Universitätsklinikum Benjamin Franklin der Freien Universität Berlin hinzu. Damit entstand die Charité – Universitätsmedizin Berlin, das größte Universitätsklinikum Europas. 2010 beging sie ihr 300-jähriges Jubiläum.[3]

Mit der (westdeutschen) Hochschulreform und der Spezialisierung in derzeit acht Teilgebiete endeten die mächtigen Ordinariate und die Einheit der Chirurgie.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gründung der Berliner Chirurgischen Gesellschaft (1886)
  2. Kgl. Chirurgische Universitätsklinik in der Ziegelstraße
  3. a b c Campus Charité Mitte (Universitätsmedizin Berlin)
  4. a b Mitteilung Helmut Wolff (25. Oktober 2012)