Cholula de Rivadavia

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Cholula de Rivadavia
Koordinaten: 19° 4′ N, 98° 18′ W
Karte: Puebla
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Cholula de Rivadavia
Cholula de Rivadavia auf der Karte von Puebla
Basisdaten
Staat Mexiko
Bundesstaat Puebla
Municipio San Pedro Cholula
Einwohner 87.897 (2010)
Stadtinsignien
Cholula Wappen.jpg
Detaildaten
Höhe 2146 m
Postleitzahl 72760
Vorwahl (+52) 222
Zeitzone UTC−6
Stadtvorsitz José Juan Espinosa
Website www.sanpedrocholula.gob.mx
Capilla Real von Cholula de Rivadavia
Capilla Real von Cholula de Rivadavia

Cholula de Rivadavia (ursprünglich Nahuatl Cholollan; kurz Cholula, oft auch nach dem Namen des Municipios San Pedro Cholula) ist eine Stadt mit knapp 90.000 Einwohnern im mexikanischen Bundesstaat Puebla. Cholula de Rivadavia liegt ca. 15 km westlich vom Stadtzentrum von Puebla auf 2.146 m Meereshöhe am Fuße des Vulkans Popocatépetl. Aufgrund des großen Bevölkerungswachstums von Puebla gehört Cholula de Rivadavia heute zur Metropolregion Puebla.

Der Beiname Rivadavia bezieht sich auf die Figur der Unabhängigkeitsbewegung Argentiniens und ersten Präsidenten dieses Landes, Bernardino Rivadavia, und wurde zu seinen Ehren ursprünglich dem Distrikt verliehen, einer politischen Einheit, die so nicht mehr existiert.

Cholula de Rivadavia ist Hauptstadt des Municipio San Pedro Cholula. Es kommt manchmal selbst unter Einheimischen zur Verwirrung, da San Pedro Cholula ein Nachbarmunicipio namens San Andrés Cholula mit gleichnamiger Hauptstadt San Andrés Cholula hat, die eine Konurbation mit Cholula de Rivadavia bildet. Etwa 20 Kilometer Richtung Südwesten befindet sich ebenfalls eine kleinere Ortschaft namens Santa Isabel Cholula.

Die Kirche (Nuestra Señora de los Remedios)

Die Arkaden rund um den Zócalo von Cholula de Rivadavia zählen zu den längsten Mexikos. Sie beherbergen kleine Cafés und Läden. Von hier aus blickt man auf die berühmte, gelbgetünchte Kirche „Capilla Real“ (16. Jahrhundert) mit ihren 49 Kuppeln und den kleinen Stadtpark.

Cholula war vor der Konquista ein beliebtes Pilgerziel, mit zahlreichen Tempeln, Klöstern und Pyramiden. Eine der größten jemals errichteten Pyramiden, die im Gebiet San Andrés Cholulas gelegene große Pyramide von Cholula ist bis heute erhalten geblieben und gehört immer noch zu den größten Sakralbauten der Welt.

Trotz der Konquista ist Cholula immer noch eine heilige Stadt geblieben, denn sie hat 38 Kirchen, die der Legende nach zusammen 365 Kuppeln besitzen.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cholula Massaker (1519) – Gemälde aus dem Historismus

Cholula war schon in präkolumbischer Zeit ein wichtiger Siedlungsort. Wahrscheinlich siedelten hier schon Menschen weit vor 200 v. Christi Geburt.

Zwischen 725 und 1525 n. Chr. war Cholula ein bedeutendes spirituelles Zentrum im Hochtal von Mexiko. Cholula beherbergte neben anderen Heiligtümern, auch die wichtigste Kultstätte der Gottheit Quetzalcoatl, die von den Azteken anfänglich mit der Person des späteren Eroberers Cortes verbunden worden ist. Bis zum 16. Jahrhundert bewahrte Cholula, ähnlich wie die benachbarten Staaten Tlaxcala und Huejotzingo die Unabhängigkeit vom Reich der Azteken. Zur Zeit der Ankunft der Spanier in Mittelamerika hatte die Stadt über 100.000 Einwohner und war grade erst Tenochtitlan tributpflichtig geworden.

Anfang Oktober 1519[2] erreichten die Spanier die Stadt und wurden von der Bevölkerung eher unfreundlich empfangen. Von eingeborenen Priestern erfuhren die Spanier, dass eine Streitmacht aus Tenochtitlan anrückte und ein Hinterhalt geplant würde. Selbiges wurde durch eine Einwohnerin der Stadt, die sich an Malinche, die Dolmetscherin von Hernán Cortés, wandte, bestätigt. Nachdem spanische Soldaten die Errichtung von Barrikaden in den Straßen Cholulas entdeckten, führten diese einen Präventivschlag gegen die Einwohner der Stadt durch, an dem sich auch die Tlaxcalteken beteiligten und dabei viele Bewohner der feindlichen Stadt töteten. Danach befahl Cortés den überlebenden Kaziken der Stadt, die geflohenen Einwohner zurückzuholen und die Märkte wieder zu öffnen.[3] Die genauen Gründe, die Cortés zu diesem Massaker veranlassten, lassen sich nach heutiger Quellenlage nicht mehr eindeutig benennen.

Sehr bald nach der spanischen Eroberung Mexikos erhielt Cholula am 27. Oktober 1535 den Titel einer Stadt und wenige Jahre später ein europäisch geprägtes Stadtwappen.

Die Stadt wuchs zwar verhältnismäßig stark, erreichte aber nie die Wichtigkeit des nahegelegenen Puebla.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Spiegel Online - Cholula: Die älteste Stadt Mexikos
  2. David Marley: Wars of the Americas, ABC-CLIO, 1998, ISBN 1-57607-504-4. Seite 18 (Vorschau in der Google-Buchsuche, englisch), abgefragt am 18. Oktober 2010.
  3. Bernal Díaz del Castillo: Geschichte der Eroberung von Mexiko, 1988, S. 222.