Chorea (Medizin)

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Klassifikation nach ICD-10
G25.4 arzneimittelinduzierte Chorea
G25.5 sonstige Chorea
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Die Chorea ist ein Symptom mehrerer Krankheiten, die die Basalganglien des Hirns betreffen. Typisch sind (überwiegend im Wachzustand) unwillkürliche, plötzliche, rasche, unregelmäßige Bewegungen der Extremitäten, des Gesichtes, des Halses und des Rumpfes, die sowohl in Ruhe als auch während willkürlicher Bewegungen auftreten.

Historische Herleitung des Begriffes Chorea[Bearbeiten]

Stammt vom griechischen "choreia" ab. Damit hat Plato einen aus Tanz bestehenden Chorreigen, aber auch Tänze von von Wahnsinnige mit "Chorea insaniens" bezeichnet. Der Begriff wurde im 16. Jahrhundert von Paracelsus auch als "St. Veits-Tanz" in die medizinische Nomenklatur eingeführt. Sydenham beschrieb im 17. Jahrhundert die Chorea minor als krankhaftes Massenphänomen beschrieben. 1872 beschrieb George Huntington die Chorea major als erbliche Chorea. Insgesamt waren die Beschreibungen aber sehr uneinheitlich und es wurden erst durch das Aufkommen der Neuropathologie, später der Genetik die unterschiedlichen Formen genauer unterschieden [1]

Definition des Begriffes Chorea[Bearbeiten]

Choreatische Bewegungsstörungen gehören zur großen Gruppe der extrapyramidalen Hyperkinesien, zu denen u. a. auch der Tremor, die Dystonien, der Ballismus oder auch die Tics beim Tourette-Syndrom gehören. Alle extrapyramidalen Hyperkinesien beruhen auf einer Fehlfunktion jeweils bestimmter Anteile der Basalganglien.

Die Chorea (griechisch für Tanz) ist keine Krankheit, sondern ein rein deskriptiver Begriff für ein Symptom, dem viele ganz unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen können. Das Endergebnis ist aber immer eine Funktionsstörung des Striatum, welche dann zu ganz charakteristischen Bewegungsstörungen führt.

Vorkommen[Bearbeiten]

Chorea kommt vor bei:

Diagnostik[Bearbeiten]

und ggf. noch

Schwermetallbestimmung im Serum und/oder Urin

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "B. Holdorff: Historische Aspekte der Basalganglienerkrankungen und Bewegungsstörungen. In: Nervenheilkunde. Zeitschrift für interdisziplinäre Fortbildung. Band 34, Mai 2015, S. 335-342
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