Choszczno

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Choszczno
Wappen von Choszczno
Choszczno (Polen)
Choszczno
Choszczno
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Powiat: Choszczno
Fläche: 10,00 km²
Geographische Lage: 53° 10′ N, 15° 24′ O53.16666666666715.4Koordinaten: 53° 10′ 0″ N, 15° 24′ 0″ O
Höhe: 51 m n.p.m
Einwohner: 15.637
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 73-200 bis 73-201
Telefonvorwahl: (+48) 95
Kfz-Kennzeichen: ZCH
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 151 ŚwidwinGorzów Wielkopolski
DK 160 Suchań ↔ Miedzichowo
DK 175 Drawsko Pomorskie ↔ Choszczno
Schienenweg: Stargard Szczeciński–Krzyż Wielkopolski
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 45 Ortschaften
18 Schulzenämter
Fläche: 246,00 km²
Einwohner: 22.272
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 91 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3202023
Verwaltung (Stand: 2014)
Bürgermeister: Robert Adamczyk
Adresse: ul. Wolności 24
73-200 Choszczno
Webpräsenz: www.choszczno.pl



Choszczno ['xɔʃʧnɔ] (deutsch Arnswalde) ist eine Stadt und Sitz einer Stadt- und Landgemeinde in der polnischen Woiwodschaft Westpommern mit etwa 16.000 Einwohnern. Sie ist auch Kreisstadt des Powiats Choszczeński.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Choszczno liegt im Westen der Woiwodschaft Westpommern (in der Neumark) zwischen dem Fluss Stüdnitz und dem Klückensee (Jezioro Klukom), der zur Arnswalder Seenplatte gehört.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Ehemalige Stadtteile sind Baczyn (Voßberg), Zdrojowiec (Springwerder), Pakość (Marienberg), Roztocze (Kähnsfelde), Rudniki (Karlsaue), Wysokie (Hohenbruch), Oraczewice (Helmersruh), Stawin (Friederikenfelde) und Skrzypiec (Blumenwerder).

Geschichte[Bearbeiten]

Arnswalde nordwestlich der Stadt Posen und westlich der Stadt Schneidemühl auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).
Marktplatz von Arnswalde um 1900
St. Marien
Stadtansicht mit Stadtmauer und St. Marien
Mittelalterliche Stadtmauer
Uferpanorama der Stadt am Klückensee (Jezioro Klukom)

Im Jahr 1893 wurde in der Neumark im ehemaligen Landkreis Arnswalde in der Provinz Brandenburg bei Bauarbeiten zufällig ein germanisches Körpergräberfeld aus der späten römischen Kaiserzeit entdeckt und ausgegraben.[2] Das kleine Gräberfeld mit wenigen reich ausgestatteten Körpergräbern einer germanischen Elite wird von der historischen Forschung mit dem Stamm der Rugier an der Ostseeküste verbunden.[3]

Seit etwa 1255 befand sich Arnswalde in brandenburgischem Besitz.[4] Die erste urkundliche Erwähnung von Arnswalde als Stadt (oppidum Arnswaldensis) stammt aus dem Jahr 1269.[5] Arnswalde trägt den roten Brandenburg Adler im Wappen. Da die Markgrafen von Brandenburg im Jahre 1231 auf dem Reichstag in Ravenna vom Kaiser Pomerellen als Lehen erhalten hatten, wurde am 1. April 1269 in Arnswalde ein Vertrag zwischen den Askaniern und dem Pomerellenherzog Mestwin II. geschlossen. Nicht ganz gesichert ist die Vergabe des Stadtrechtes, am wahrscheinlichsten ist, dass es 1284 erteilt wurde. Das Stadtrecht wurde nach Magdeburger Recht erteilt.

1291 sichern die Markgrafen von Brandenburg Besuchern der Stadt Arnswalde Schutz zu.[6] Im Jahre 1364 hatte die Stadt eine Burg. 1402 kam Arnswalde unter die Herrschaft des Deutschen Ritterordens. 1414 versuchte Henning von Wedel, den Ort zu erobern, scheiterte jedoch. 1419 fielen polnische Ritter in Arnswalde ein, und der Ort wurde dabei zu großen Teilen zerstört. 1433 wurde Arnswalde ein Lehen Polens, aber schon vier Jahre später stand sie wieder unter der Herrschaft des Ordens. Große Teile der Stadt wurden 1511 Opfer eines Brandes. 1549 verminderte die Pest die Einwohnerzahl. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde auch Arnswalde stark zerstört. 1649 wurde Arnswalde Teil der Poststrecke BerlinKönigsberg.

1719 wurde in Arnswalde eine Garnison für preußische Truppen errichtet. 1806 besuchte der preußische König Friedrich Wilhelm III. die Stadt. Mit der Neuordnung der preußischen Verwaltung nach dem Wiener Kongress (1815) wurde der Landkreis Arnswalde im Regierungsbezirk Frankfurt gebildet. 1828 wurde die erste Schule des Ortes eröffnet, 51 Jahre später wurde das Rathaus neu gebaut. Die Kreisverwaltung kam 1846 in die Stadt Arnswalde. 1848 erhielt Arnswalde Anschluss an die Bahnlinie StargardPosen. 1905 erhielt die Stadt ihr erstes Krankenhaus. Bereits vor 1859 gab es in Arnswalde eine Synagoge.[4]

1938 kam der Landkreis zum Regierungsbezirk Grenzmark Posen-Westpreußen und damit zu Pommern. Die Einwohnerzahl von Arnswalde stieg von 6800 Einwohnern 1875 auf 14.000 Einwohner im Jahre 1939.

Der Beginn des Zweiten Weltkriegs berührte den Ort zunächst kaum. Bald wurde hier jedoch ein größeres Lager für Kriegsgefangene eingerichtet. 1945 wurde Arnswalde nach einer Belagerung von der Roten Armee erobert, wobei 1845 Häuser bzw. 85 % der Stadt zerstört wurden.[7] Anschließend wurde die Stadt unter polnische Verwaltung gestellt und die einheimische Zivilbevölkerung vertrieben.

1959 wurde der erste Wohnblock der Stadt errichtet. 1974 nahm eine Telefonzentrale ihren Dienst auf.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten]

  • 1719: 1.500[4]
  • 1750: 1.910[5]
  • 1800: 2.440[5]
  • 1850: 5.450 (im Jahr 1853: elf Katholiken, 89 Juden)[5]
  • 1859: 5.520, darunter 16 Katholiken und 160 Juden[4]
  • 1875: 6.853[8]
  • 1880: 7.358[8]
  • 1890: 7.507, darunter 97 Katholiken und 191 Juden[8]
  • 1925: 10.91, darunter 10.450 Protestanten, 300 Katholiken, elf Andersgläubige und 97 Juden[8]
  • 1933: 11.786, darunter 11.268 Protestanten, 303 Katholiken, drei Andersgläubige und 121 Juden[8]
  • 1939: 12.725, darunter11.943 Protestanten, 465 Katholiken, 99 Andersgläubige und zwölf Juden[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • die backsteingotische Stadtpfarrkirche St. Marien aus dem 14. Jahrhundert
  • Reste der Stadtmauer aus dem 14./15. Jahrhundert
  • der Bahnhof aus der Mitte des 19. Jahrhunderts
  • das Gaswerk aus dem 19. Jahrhundert

Verkehr[Bearbeiten]

In der Stadt kreuzen sich mehrere Woiwodschaftsstraßen, die Landesstraße 10 nach Stargard (Stargard Szczeciński) (37 km) ist jedoch 17 Kilometer entfernt. Die Entfernung nach Stettin beträgt 75 Kilometer. Nach Stargard führt eine Bahnlinie, die Bahnstrecke nach Mirosławiec (Märkisch Friedland) ist nicht mehr in Betrieb.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Gmina Choszczno[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Choszczno gliedert sich neben dem gleichnamigen Hauptort in folgende Ortsteile:

Gleźno (Hohenwalde), Kołki (Rohrbeck), Koplin (Kopplinsthal), Korytowo (Kürtow), Piasecznik (Pätznick), Radaczewo (Reichenbach), Raduń (Radun), Rzecko (Rietzig), Sławęcin (Schlagenthin), Smoleń (Karlsburg), Stary Klukom (Alt Klücken), Stradzewo (Stolzenfelde), Sulino (Ebenau), Suliszewo (Zühlsdorf), Wardyń (Wardin), Zamęcin (Sammenthin), Zwierzyn (Schwerinsfeld)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • W. Riehl und J. Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Berlin 1861, S. 440–442.
  • Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafenthums Nieder-Lausitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Band 3, Brandenburg 1864, S. 486–491.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Choszczno – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), archiviert vom Original am 7. Dezember 2014, abgerufen am 31. Dezember 2014.
  2. Vgl.Hans-Jürgen EggersArnswalde. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 1, Walter de Gruyter, Berlin/New York 1973, ISBN 3-11-004489-7, S. 433. (kostenpflichtig über GAO, De Gruyter Online)
  3. Vgl. Hermann ReichertRougion. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 25, Walter de Gruyter, Berlin/New York 2003, ISBN 3-11-017733-1, S. 387–388. (kostenpflichtig abgerufen über GAO, De Gruyter Online)
  4. a b c d W. Riehl und J. Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Berlin 1861, S. 440–442.
  5. a b c d Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafenthums Nieder-Lausitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Band 3, Brandenburg 1864, S. 486–491.
  6. Heinrich Gottfried Philipp Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter, Erlangen 1863, S. 52-53.
  7. Gotthold Rhode: Die Ostgebiete des deutschen Reiches. Holzner-Verlag, Würzburg 1956. S. 303.
  8. a b c d e f http://www.verwaltungsgeschichte.de/arnswalde.html