Chris Pichler

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Chris Pichler (* 8. Jänner 1969[1][2] in Linz, Österreich) ist eine österreichische Schauspielerin, Sängerin, Sprecherin, Regisseurin und Autorin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chris Pichler

Chris Pichler begann nach der Matura zunächst ein Studium der Landschaftsökologie,[3][4] von 1989 bis 1992 studierte sie am Konservatorium Wien (heutige Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien) Schauspiel.[5] Nach ihrem Abschluss wurde sie durch die TV-Aufzeichnung ihres Theaterdebüts „Kalte Hände“ von Thomas Baum am Linzer Theater Phönix als missbrauchte Tochter Sonja und ihrer Rolle „Kathi“ im Mehrteiler Der Salzbaron in der Regie von Bernd Fischerauer bekannt. Nach zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen, u. a. Der Nachbar (Kino, Regie: Götz Spielmann), Dr. Schwarz und Doktor Martin, Schlosshotel Orth, Kommissar Rex und Der Winzerkönig, ging sie ans Deutsche Nationaltheater in Weimar, dann ans Wiener Volkstheater, spielte auch bei den Festspielen Reichenau, am Theater in der Josefstadt in Wien, am Schauspiel Frankfurt, dem Berliner Ensemble, am Hans Otto Theater Potsdam und schließlich am Schauspiel Dortmund.

Ihre weiteren Theatererfolge feierte sie als Gretchen in Goethes „Urfaust“ unter der Regie von Manfred Karge im Kunstfest Weimar (1993/94) und als Lena in Büchners „Leonce und Lena“. Sie spielte mit 24 Jahren die Titelrolle in Goethes „Iphigenie“ in Katja Parylas Regie und in der langjährigen Sommernachtsinszenierung von Leander Haußmann am DNT Weimar. Dort arbeitete sie mit Regisseuren wie Horst Schönemann, Michael Gruner, Amelie Niermeyer und Günther Beelitz.

Seit 2006 entwickelte sie Soloprogramme wie Romy Schneider – Zwei Gesichter einer Frau, ein aus Briefen, Texten und Tagebüchern von Romy Schneider zusammengestellter Soloabend, der im RadioKulturhaus Wien[6] seinen Ausgang nahm und mit dem sie seither europaweit gastiert. Chris Pichlers erster Soloabend wurde als Hörspiel und Hörbuch produziert, wofür sie den ORF Hörspielpreis Schauspielerin des Jahres 2008[7] erhielt. Anlässlich des Linz 09-Jahres spielte sie am 27. Februar 2009 bei einem der Kunstprojekte Jackie (Jacqueline Kennedy Onassis) im gleichnamigen Stück von Elfriede Jelinek im Linzer Posthof. Für die Inszenierung und Darstellung wurde sie mit dem Kulturhauptstadtpreis 09 geehrt[8]. Chris Pichler entwickelte weitere Soloabende, wie „Molly Bloom“ von James Joyce[9] und war 2012 erneut am Theater in der Josefstadt mit der Uraufführung ihres Solos „Ich – Marilyn“.[10]

2002 war Chris Pichler erstmals als Lina Loos bei den Festspielen Reichenau zu sehen und seit 2012 regelmäßig, unter anderem in Schnitzlers Reigen und Das weite Land sowie Die Stützen der Gesellschaft von Ibsen. Bei Kafkas Prozess, Amok und Brennendes Geheimnis von Stefan Zweig war sie die weibliche Protagonistin. Ihr komödiantisches Talent zeigte sie 2016 bei Nestroys Liebesgeschichten und Heiratssachen. Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums 2018 spielte und sang sie in der Revue Schau'n Sie sich das an von Farkas. „Chris Pichler gelingen mit Liedern wie „Ich bin eine Dirne“ oder auch „Klassisches Abenteuer“ wahre Kunststücke.“ (Auszug Kritik Kurier)

Im Landestheater Niederösterreich war sie in der Spielzeit 2008/2009 als Josefine in Die Ortliebschen Frauen von Franz Nabl zu sehen.

Für Warja in Chekhovs „Kirschgarten“ holte Uwe Eric Laufenberg neben Angelica Domröse Chris Pichler 2009 ans Hans Otto Theater Potsdam.

Im Wagner Jubiläumsjahr 2013 gab sie Cosima Wagner in der Theaterfassung von Reinhardt Baumgart „Wahnfried – Bilder einer Ehe“ (Regie: Jan Steinbach).[11]

2014 begann ihre Kooperation mit dem Staatstheater Wiesbaden[12], für das sie neben ihrer Ensembletätigkeit auch musikalische Konzepte entwickelte, z. B. „Mozarts Frauen“ [13] und auch für die „Internationalen Maifestspiele“: „Venezianische Märchen“ (2016) [14], „Das hat mit ihrem Singen die Loreley getan“ (2018)[15] sowie zuletzt das „Making of: Wie Shakespeare zu Romeo und Julia kam“ (2018)[16]. Ebenfalls am Staatstheater Wiesbaden spielt Chris Pichler seit 2015 Laura Cheveley, eine der Hauptrollen in der Komödie „Der ideale Ehemann“[17], und inszenierte hier 2017 ihre erste Oper „La Giuditta“ von Alessandro Scarlatti.[18]

Romy Schneider – Zwei Gesichter einer Frau – Chris Pichler Solo

Seit 2015 tritt Chris Pichler bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen mit ihren Soloabenden „Romy Schneider – Zwei Gesichter einer Frau“ und „Ich – Marilyn“ auf.[19] 2018 startete die Reihe KuratierteLiteratur@ChrisPichler – eine Literaturreihe, die Chris Pichler im Auftrag des Österreichischen Kulturforums Berlin entwickelt und realisiert.[20]

Ihre langjährige Hörspielarbeit (bis 2008 wirkte sie in 40 Hörspielen des ORF mit[21], denen seither weitere folgen) führte sie mit der Regisseurin Regine Ahrem zusammen, mit der sie in der Trilogie „Hollywood on Air“[22], einer Livehörspielreihe, die weiblichen Hauptrollen bestreitet. In der „Bar jeder Vernunft“ Berlin und im Wiener Konzerthaus war sie 2015 und 2016 in „Verdacht“ zu sehen. Der Hollywoodklassiker „Die Wendeltreppe“ folgte 2017 ebenfalls im Konzerthaus Wien.

Im Februar 2018 fand in Bonn die Uraufführung ihres neuen Soloprogramms „Sissi goes Elisabeth – Kaiserin der Herzen“ statt.[23] Sie gastierte damit in Berlin[24], bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen, im Felsenkeller Köln Altenkirchen und im Staatstheater Wiesbaden.[25][26] Am 24. Januar 2019 eröffnete sie das Festival „Frozen Flowers“ im Stadttheater Gmunden und gab damit in Österreich ihre Premiere als Kaiserin Elisabeth.[27]

Mit der musikalischen 20er-Jahre Revue „Noch ein Champagner und ich liege unter dem Gastgeber“ feierte sie Silvester 2018 am Staatstheater Wiesbaden.[28] (Konzept, Regie, Gesang: Chris Pichler, Klavier: Otmar Binder, Special Guest: Jo van Nelsen)

Sissi Sisi (Chris Pichler Solo)

Pichler lebt in Wien und Berlin.

Rollen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele und Features (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • CD Romy Schneider – Zwei Gesichter einer Frau

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1992: Der Nachbar
  • 1994: Unsere Schule ist die beste
  • 1994: Ärzte – Dr. Schwarz und Dr. Martin – Nahkampf
  • 1994: Der Salzbaron
  • 1999: Schlosshotel Orth – Fahrerflucht
  • 2002: Gebürtig
  • 2002: Julia – Eine ungewöhnliche Frau (Fernsehserie, fünf Episoden)
  • 2003: SOKO Kitzbühel – Ein tiefer Fall
  • 2003: Twinni
  • 2004: Kommissar Rex – Nachts im Spital
  • 2004: Der Elefant – Mord verjährt nie – Das Wunder von Braunsfeld
  • 2004: Daphne
  • 2006: Da wo es noch Treue gibt
  • 2006: Herzdamen
  • 2007: Blindflug
  • 2008: Der Winzerkönig (Fernsehserie, vier Episoden)
  • 2008: Romy Schneider – eine Frau in drei Noten – Frederic Baker
  • 2009: Das andere Kleid – Christian Rathner (Dokufilm)
  • 2010: Schnell ermittelt – Viktor Zacharias
  • 2010: Unter Umständen – Andreas Kurz (Kurzfilm)
  • 2010: Rattenkinder – Andreas Kurz (Kurzfilm)
  • 2012: Reigen (TV Movie)
  • 2014: Zeitungskino – Iris Moizi (Pilotfilm Cinevision)
  • 2015: Wie Simon seinen Vater verlor – Michael Podogil (Kurzfilm)
  • 2015: Alfred – Michael Podogil (Kurzfilm)
  • 2016: SOKO Donau – Der Preis der Macht

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Chris Pichler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Random House: Chris Pichler. Abgerufen am 25. September 2017.
  2. castforward.de: Chris Pichler. Abgerufen ma 25. September 2017.
  3. Kurier: Chris Pichler: „Nichts tun kann ich nicht“. Artikel vom 20. Juli 2014, abgerufen am 25. September 2017.
  4. orf.at: Unverwechselbarkeit, Qualität und Glanz. Artikel vom 21. April 2009, abgerufen am 25. September 2017.
  5. Chris Pichler bei schauspielervideos.de
  6. Pfarren Maria Saal-St Michael am Zollfeld / MS: “Haupt- und Nebenwege” einer Schauspielerin. Abgerufen am 13. Februar 2019.
  7. oe1.orf.at: Unverwechselbarkeit, Qualität und Glanz. Abgerufen am 6. Dezember 2018.
  8. Chris Pichler: Männer mögen's blond. Abgerufen am 13. Februar 2019.
  9. Chris Pichler: Molly Bloom – Eine Legende landet mitten im Heute -. In: Wohlfühlen à la Simone Ronacher. 20. Juni 2014, abgerufen am 25. Januar 2019 (deutsch).
  10. Der Mensch hinter dem Mythos Marilyn. Abgerufen am 25. Januar 2019.
  11. MEININGEN: WAHNFRIED – BILDER EINER EHE von Reinhard Baumgart. In: Online Merker. 2. Februar 2013 (onlinemerker.com [abgerufen am 18. Juni 2018]).
  12. Hessisches Staatstheater Wiesbaden: Hessisches Staatstheater Wiesbaden - Chris Pichler. Abgerufen am 18. Juni 2018.
  13. Hessisches Staatstheater Wiesbaden: Hessisches Staatstheater Wiesbaden - Mozarts Frauen. Abgerufen am 18. Juni 2018.
  14. Hessisches Staatstheater Wiesbaden: Hessisches Staatstheater Wiesbaden - Venezianische Märchen. Abgerufen am 18. Juni 2018.
  15. Hessisches Staatstheater Wiesbaden: Hessisches Staatstheater Wiesbaden - ... das hat mit ihrem Singen die Loreley getan, Rhein-Romantik reviewed Eine poetisch-musikalische Reise den Rhein entlang. Abgerufen am 18. Juni 2018.
  16. Hessisches Staatstheater Wiesbaden: Hessisches Staatstheater Wiesbaden - Making of: Wie Shakespeare zu »Romeo & Julia« kam, Presented in German - 27.05.2018, 19:30 - 22:00. Abgerufen am 18. Juni 2018.
  17. Hessisches Staatstheater Wiesbaden: Hessisches Staatstheater Wiesbaden - Der ideale Ehemann, Von Oscar Wilde Neu ins Deutsche übersetzt von Helmar Harald Fischer. Abgerufen am 18. Juni 2018.
  18. Hessisches Staatstheater Wiesbaden: Hessisches Staatstheater Wiesbaden - La Giuditta, Alessandro Scarlatti (1660 – 1725) Oratorium für drei Stimmen, Streicher und Basso continuo | Libretto: Antonio Ottoboni | 1.  Uraufführung: Rom 1697. Abgerufen am 3. Oktober 2017.
  19. Romy Schneider und die Kehrseite des Ruhms. In: DZ. (dorstenerzeitung.de [abgerufen am 12. Mai 2018]).
  20. Kulturforum Berlin: art KARLSRUHE. Abgerufen am 18. Juni 2018.
  21. Ö1: "Hörspiel des Jahres 2008" ist Chris Pichlers "Romy Schneider - zwei Gesichter einer Frau" - "Hörspiel-Kritikerpreis" an Friederike Mayröcker. Abgerufen am 11. März 2019.
  22. Hollywood on air. Abgerufen am 11. März 2019 (deutsch).
  23. Premiere von eigenem Solostück - Chris Pichler spielt Sisi im Kleinen Theater. In: General-Anzeiger Bonn. 7. Februar 2018 (general-anzeiger-bonn.de [abgerufen am 1. Juni 2018]).
  24. BERLIN / Schlosspark Theater: SISI – KAISERIN DER HERZEN; 28.4.2018. In: Online Merker. 29. April 2018 (onlinemerker.com [abgerufen am 1. Juni 2018]).
  25. VRM GmbH & Co KG: Eine gebeutelte Seele im Staatstheater-Studio in Wiesbaden - Wiesbadener Kurier. Abgerufen am 5. Dezember 2018.
  26. Hessisches Staatstheater Wiesbaden: Hessisches Staatstheater Wiesbaden - Sissi goes Elisabeth - Kaiserin der Herzen - 25.12.2018, 20:00 - 22:00. Abgerufen am 27. November 2018.
  27. Chris Pichler eröffnet mit Sisi "Frozen Flowers". Abgerufen am 28. Januar 2019.
  28. Hessisches Staatstheater Wiesbaden: Hessisches Staatstheater Wiesbaden - Noch ein Champagner und ich liege unter dem Gastgeber!, Von Chris Pichler - 31.12.2018, 21:00. Abgerufen am 12. Februar 2019.
  29. Lona Chernel: Ein Fest der Nostalgie - Semmering/Südbahnhotel: "Affaire Lina Loos". Abgerufen am 5. Dezember 2018.
  30. ARD-Hörspieldatenbank. Abgerufen am 2. Februar 2019.
  31. Blauensee - hoerspieltipps.net. Abgerufen am 12. Februar 2019.
  32. Philip Scheiner mit Ö1-"Tonspuren" Sieger bei Prix Italia 2008. Abgerufen am 12. Februar 2019.
  33. ARD-Hörspieldatenbank. Abgerufen am 2. Februar 2019.
  34. Die Schuhe der Braut - hoerspieltipps.net. Abgerufen am 2. Februar 2019.
  35. ORF at/Agenturen red: ARD-Hörspielpreis an ORF-Produktion „Schuhe der Braut“. 10. November 2018, abgerufen am 2. Februar 2019.
  36. Wiener Zeitung Online: Chris Pichler, Rudolf Jusits und Arie Zinger. Abgerufen am 2. Februar 2019.
  37. http://ooe.orf.at/stories/336549/ Webseite ORF vom 20. Jänner 2009
  38. "Heimspiel"-Preisgeld wird neu verteilt - derStandard.at. Abgerufen am 2. Februar 2019 (österreichisches Deutsch).
  39. „Haus aus Stimmen' erhält „Kritikerpreis 2009“ für Hörfunk Jury würdigt Hörspiel von hr2-kultur. 6. April 2009, abgerufen am 2. Februar 2019 (deutsch).