Chris Rock

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Chris Rock (2012)

Christopher „Chris“ Julius Rock III (* 7. Februar 1965 in Andrews, South Carolina) ist ein US-amerikanischer Filmschauspieler, Komiker und Filmregisseur.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurz nach seiner Geburt übersiedelte seine Familie nach New York City, wo sie sich in Crown Heights im Stadtbezirk Brooklyn niederließ. Ein paar Jahre später zog die Familie ins benachbarte Bedford–Stuyvesant, ein Brooklyner Stadtviertel mit hoher Kriminalitätsrate. Er besuchte als einer von wenigen Afroamerikanern Schulen im Brooklyner Viertel Gerritsen Beach, wo er aufgrund seiner Hautfarbe von weißen Mitschülern oft ausgeschlossen und verprügelt wurde.[1] Auf Veranlassung seiner Eltern verließ er die James Madison High School nach der 10. Klasse ohne Abschluss.[2] Sein Vater Julius Rock arbeitete als LKW-Fahrer und Zeitungsausträger. Er starb im Jahr 1988. Seine Mutter Rosalie Rock war Lehrerin und Sozialarbeiterin für geistig Behinderte.[2] Er hat drei jüngere Geschwister namens Tony, Kenny und Jordan, die ebenfalls Schauspieler sind. Sein älterer Halbbruder Charles starb 2006 nach langem Kampf mit dem Alkoholismus.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1990 bis 1993 trat er in der US-amerikanischen Comedy-Show Saturday Night Live auf. Danach spielte er u. a. in Lethal Weapon 4, an der Seite von Anthony Hopkins in Bad Company – Die Welt ist in guten Händen und in I Think I Love My Wife. Seinen Wurzeln in der Stand-up-Comedy ist er bis heute treu geblieben: Noch immer tritt er regelmäßig in Comedy-Clubs auf und bringt Live-CDs und -DVDs heraus. Sein schauspielerisches Schaffen umfasst rund 70 Produktionen.

2003 gab Rock mit Head of State sein Regiedebüt. In Anlehnung an seine Kindheitserlebnisse ist 2005 die Serie Alle hassen Chris entstanden, bei der er auch als Erzähler mitwirkte und 2006 eine Folge inszenierte.[1] Im Jahr darauf folgte sein zweiter Spielfilm Ich glaub, ich lieb meine Frau. Im Jahr 2014 veröffentlichte er die Komödie Top Five sowie das Fernsehspecial Amy Schumer: Live at the Apollo. Zu allen seinen Regiearbeiten verfasste er auch das Drehbuch.

Am 12. März 2003 erhielt er einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame in Los Angeles.

2005 moderierte er die 77. Oscarverleihung. 2016 führte er erneut durch die Oscarverleihung.

Rock hielt seit Mai 2008 den Guinness-Rekord als „Live-Comedian mit den meisten Zuschauern“ mit 15.900 Besuchern bei einer Show in London. Dieser Rekord wurde jedoch am 12. Juli 2008 durch Mario Barth mit etwa 70.000 Zuschauern im Olympiastadion Berlin gebrochen.[3]

Im Jahr 2016 machte Rock dem CEO des Filmstudios Lionsgate eine Idee für einen neuen Film der Saw-Filmreihe schmackhaft. Sein Konzept stieß auf großes Interesse seitens des Studios und das Projekt wurde nur wenige Zeit nach einem Telefonat mit Rock in Produktion gegeben. Rock übernahm sowohl die Hauptrolle als auch eine maßgebliche Mitarbeit an der Storyentwicklung.[4] Saw: Spiral startete im September 2021,[5] nachdem die Veröffentlichung des Films bereits mehrere Male im Zuge der COVID-19-Pandemie hatte verschoben werden müssen.[6][7]

Eklat bei der Oscar-Preisverleihung 2022[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Oscarverleihung 2022 erregte er Aufsehen, als er von seinem Schauspielkollegen Will Smith auf offener Bühne und live im TV geohrfeigt wurde, weil er einen Witz über die Frisur von dessen Frau Jada Pinkett Smith gemacht hatte. Diese leidet an Alopecia areata, einem krankhaften Haarausfall.[8] Rock erwiderte die Ohrfeige mit dem Satz: „Wow! Will Smith hat gerade die Scheiße aus mir geprügelt!“ (“Wow! Will Smith just smacked the shit out of me!”). Smith kehrte auf seinen Platz zurück und rief zwei Mal: „Nimm nicht den Namen meiner Frau in deinen verdammten Mund!“ (“Keep my wife's name out your fucking mouth!”). Spätestens dann wurde deutlich, dass es sich nicht um einen geplanten Teil der Show handelte. Rock war sichtlich geschockt von dem Vorfall,[9] verzichtete jedoch auf Erstattung einer Anzeige[10] und lehnte die Festnahme von Smith durch bereitstehende Polizeibeamte des LAPD ab.[11] Chris Rock hat sich bisher nicht bei Jada Pinkett Smith entschuldigt – er bedauerte nur gegenüber den Organisatoren der Oscarveranstaltung, die Aufmerksamkeit auf sich gezogen zu haben.[11] In der Folgezeit tauchte eine Entschuldigung Rocks an die Familie Smith auf, die er dementieren ließ.[9]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[12]
Roll With The New
  US 93 26.04.1997 (7 Wo.)
Bigger & Blacker
  US 44 31.07.1999 (12 Wo.)

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1991: Born Suspect
  • 1996: Bring the Pain
  • 1997: Roll With the New
  • 1999: Bigger & Blacker
  • 2008: Kill the Messenger

Videoalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1996: Bring the Pain (US: Doppelplatin×2Doppelplatin )[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Chris Rock – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Felicia R. Lee: Where Everyone Loves to Love Chris. In: The New York Times. 30. Oktober 2006, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 10. April 2022]).
  2. a b Revealing Roots: Chris Rock Uncovers the Ancestral Source of His Drive (Memento vom 15. Juni 2015 im Internet Archive), theroot.com, 2. Juni 2011
  3. Guiness-Rekord: Mario Barth hat die Meisten. In: Zeit Online. 13. Juli 2008, archiviert vom Original am 10. März 2016;.
  4. KINO&CO Media GmbH: Chris Rock: Wie die „Saw: Spiral“-Idee geboren wurde | KINO&CO. Abgerufen am 24. April 2021.
  5. SAW: Spiral - Noch später: Jigsaw-Auftritt rückt in Richtung Halloween! In: BlairWitch.de. Abgerufen am 24. April 2021.
  6. Filmstarts: "Saw 9" kommt nicht mehr 2020 ins Kino: Das ist der neue Kinostart. Abgerufen am 24. April 2021.
  7. UPDATE: "SAW: SPIRAL" auf unbestimmte Zeit verschoben! | Studiocanal. 18. März 2020, abgerufen am 24. April 2021.
  8. Will Smith über Ohrfeige für Chris Rock: »Mein Verhalten war inakzeptabel und unentschuldbar«. In: Der Spiegel. 29. März 2022, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 29. März 2022]).
  9. a b George Albin: 2022 - Chris Rock beendet die gefälschte Entschuldigung an Will & Jada Pinkett Smith. In: ghettotext.com. 31. März 2022, abgerufen am 23. Mai 2022.
  10. Zack Sharf, Zack Sharf: Chris Rock Declines to File Police Report After Will Smith Slap at Oscars, LAPD Says. In: Variety. 28. März 2022, abgerufen am 28. März 2022 (amerikanisches Englisch).
  11. a b FOCUS Online: Ohrfeigen-Eklat bei den Oscars: Polizei war bereit, Will Smith festzunehmen. Abgerufen am 19. April 2022.
  12. Chartquellen: US
  13. Auszeichnungen für Musikverkäufe: US