Christa Maar

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Christa Maar (2015)

Christa Maar (* 8. April 1939 als Christa Weber) ist eine deutsche Kunsthistorikerin.[1] 2001 gründete sie mit Hubert Burda die Felix Burda Stiftung, die sich der Prävention und Früherkennung von Darmkrebs widmet.[2] Maar ist geschäftsführende Vorständin und gehört auch dem Kuratorium an.[3]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christa Maar besuchte ein Gymnasium und ab der mittleren Reife eine Wirtschaftsoberschule.[4] Danach studierte sie Kunstgeschichte und promovierte 1970 über das Trompe-l’œil in der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts.[5] Anschließend arbeitete sie als Drehbuchautorin und Regisseurin von Fernsehfilmen.[6][7] 1988 übernahm Maar die Chefredaktion von „Pan“, der auflagenstärksten Kunstzeitschrift in Europa.[8] Sie behielt die Position bis zur Fusion von „Pan“ mit „Ambiente“ im Jahr 1992.[9] 1994 wurde Maar Leiterin der Burda Akademie zum Dritten Jahrtausend,[10] einer interdisziplinären Denkfabrik der Hubert Burda Stiftung.[11] Dieser beschäftigte sich zum Beispiel mit den Auswirkungen des Internets auf die Politik.[12][13]

Von 1967 bis 1972 war Christa Maar mit dem Verleger Hubert Burda verheiratet.[14] Der Sohn des Paares, Felix Burda, starb 2001 im Alter von 33 Jahren an Darmkrebs.[15] Auf seinen Wunsch hin setzt sich Maar seitdem dafür ein, Menschen für die Bedeutung der Vorsorge zu sensibilisieren.[16] Ins Zentrum ihrer Tätigkeit rückte die 2001 mit Hubert Burda gegründete Felix Burda Stiftung.[17] Maar wurde geschäftsführende Vorständin. Die Stiftung macht seither eine breite Öffentlichkeit auf das Thema Darmkrebsvorsorge aufmerksam.[18] Unter anderem initiierte sie den Darmkrebsmonat März und erreichte die Einführung der gesetzlichen Vorsorgekoloskopie.[19] Darüber hinaus gründete Maar 2004 mit Ärzten und Wissenschaftlern das Netzwerk gegen Darmkrebs, dessen Präsidentin sie ist.[20][21]

Der Tagesspiegel urteilte später, der frühe Tod ihres Sohnes habe aus Maar eine „politische Vorkämpferin für die Früherkennung von Darmkrebs“ gemacht.[18] Für ihre Verdienste um das Gemeinwohl erhielt sie 2005 das Bundesverdienstkreuz am Bande.[22] 2009 folgte die Auszeichnung mit der Bayerischen Staatsmedaille für Verdienste um die Gesundheit und 2011 der Bayerische Verdienstorden.[23][24] Zuletzt wurde Maar 2015 für drei Jahre in das Kuratorium des Deutschen Krebsforschungszentrums berufen.[25]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christa Maar (Drehbuch, Regie): Wandas Paradies (1974/1975).[26]
  • Christa Maar (Regie): Die Herausforderung (1975).[27]
  • Christa Maar (Drehbuch, Regie): Das Double (1975).[28]
  • Christa Maar (Regie): Karla S. (1977).[29]
  • Christa Maar (Drehbuch, Regie): Das Ende einer Karriere (1977/1978).[30]
  • Christa Maar (Regie): Ungleicher Lohn (1982).[31]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christa Maar, Ernst Pöppel, Thomas Christaller (Hrsg.): Die Technik auf dem Weg zur Seele. Forschungen an der Schnittstelle Gehirn/Computer. Rowohlt, Reinbek 1996, ISBN 3-499-60133-8.
  • Christa Maar, Florian Rötzer (Hrsg.): Virtual Cities. Die Neuerfindung der Stadt im Zeitalter der globalen Vernetzung. Birkhäuser, Basel 1997, ISBN 3-7643-5620-0.
  • Claus Leggewie, Christa Maar (Hrsg.): Internet & Politik. Von der Zuschauer- zur Beteiligungsdemokratie? Bollmann, Köln 1998, ISBN 3-89658-101-5.
  • Christa Maar, Hans-Ulrich Obrist, Ernst Pöppel (Hrsg.): Weltwissen – Wissenswelt. Das globale Netz von Text und Bild. DuMont, Köln 2000, ISBN 3-7701-5307-3.
  • Petra Thornbrietz, Christa Maar (Hrsg.): Gesundheit aus dem Darm. Die Quelle des Wohlbefindens entdecken, schützen und heilen. Zabert Sandmann, München 2003, ISBN 3-89883-050-0.
  • Hans Allescher, Verena Drebing, Astrid Kors, Christa Maar (Hrsg.): Hilfe bei Darmkrebs. Trias, Stuttgart 2004, ISBN 3-8304-3159-7.
  • Christa Maar, Hubert Burda (Hrsg.): Iconic Turn. Die neue Macht der Bilder. DuMont, Köln 2004, ISBN 3-8321-7873-2.
  • Christa Maar, Hubert Burda (Hrsg.): Iconic Worlds. Neue Bilderwelten und Wissensräume. DuMont, Köln 2006, ISBN 3-8321-7995-X.

Ehrungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Christa Maar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Norbert Lossau: „Es geht nie um den Menschen, sondern immer nur um das Geld“. In: Die Welt. 19. April 2010, S. 27.
  2. Felix-Burda-Stiftung ruft zu Vorsorge gegen Darmkrebs auf. In: Die Welt. 22. Februar 2008, S. 35.
  3. Organisation. Felix Burda Stiftung, abgerufen am 25. März 2017.
  4. Gisela Freisinger: Hubert Burda. Der Medienfürst. Campus, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-593-37417-X, S. 63.
  5. Christa Burda: Das Trompe-l‘œil in der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts. München 1970, DNB 482114827.
  6. Christa Maar. In: Internet Movie Database. Abgerufen am 25. März 2017 (englisch).
  7. Christa Maar. In: filmportal. Deutsches Filminstitut, abgerufen am 25. März 2017.
  8. Reinhard Müller-Mehlis: Zeitschriften auf dem falschen Weg? In: Handelsblatt. 15. Juli 1988, S. 3.
  9. „Pan“ kommt zu „Ambiente“. In: Horizont. 24. Januar 1992, S. 2.
  10. Burda-Bildungssymposium zu Schule und Computer. In: Horizont. 2. Dezember 1994, S. 51.
  11. Wie sieht die Welt von morgen aus? Hubert Burda Stiftung, abgerufen am 25. März 2017.
  12. Das Internet verändert auch die Politik. In: Basler Zeitung. 24. Juni 1998, S. 61.
  13. Internet und Politik. Buch und Wissen. In: Frankfurter Rundschau. 20. Juni 1998, S. 8.
  14. Jörg Isringhaus: Wie Hubert Burda die „Bunte“ neu erfand. In: Rheinische Post. 22. November 2012.
  15. Felix Burda ist tot. In: Die Welt. 26. Februar 2001, S. 33.
  16. Ulrike Bartholomäus: „Felix könnte noch leben“. In: Focus. 17. März 2008, S. 122–123 (focus.de [abgerufen am 25. März 2017]).
  17. Ausreden können tödlich sein. In: Die Welt. 20. März 2017, S. 20.
  18. a b Elisabeth Binder: Mit den Waffen einer Lobbyistin. In: Der Tagesspiegel. 12. Mai 2015, S. 14.
  19. 15 Jahre Kampf gegen Darmkrebs. In: Ärzte Zeitung. 4. November 2016, S. 20.
  20. Darmkrebs-Netzwerk gegründet. In: Ärzte Zeitung. 28. Oktober 2004, S. 4.
  21. Präsidium. Netzwerk gegen Darmkrebs, abgerufen am 25. März 2017.
  22. a b Norbert Lossau: Bundesverdienstkreuz für Christa Maar. In: Die Welt. 18. November 2005, S. 31.
  23. a b Einblicke: Felix Burda Stiftung. In: Bunte. 22. April 2010.
  24. a b Seehofer ehrt 61 Bürger. In: Süddeutsche Zeitung. 19. Juli 2011, abgerufen am 25. März 2017.
  25. Aufgaben und Ämter. In: Deutsches Ärzteblatt. 2. Oktober 2015.
  26. Wandas Paradies. In: Filmportal. Deutsches Filminstitut, abgerufen am 25. März 2017.
  27. Die Herausforderung. In: filmportal. Deutsches Filminstitut, abgerufen am 25. März 2017.
  28. Das Double. In: filmportal. Deutsches Filminstitut, abgerufen am 25. März 2017.
  29. Karla S. In: filmportal. Deutsches Filminstitut, abgerufen am 25. März 2017.
  30. Das Ende einer Karriere. In: filmportal. Deutsches Filminstitut, abgerufen am 25. März 2017.
  31. Ungleicher Lohn. In: filmportal. Deutsches Filminstitut, abgerufen am 25. März 2017.