Christel Lechner

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Christel Lechner, La Palma 2019

Christel Lechner (* 10. November 1947 in Iserlohn) ist eine deutsche Töpfermeisterin, Bildhauerin und Installationskünstlerin. Sie lebt und arbeitet in Witten an der Ruhr, Stadtteil Durchholz, NRW.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christel Lechner machte in den Jahren 1969 bis 1971 sowie 1978 bis 1981 Ausbildungen zur Keramikerin in Landshut und 1982 die Meisterprüfung an der Werkkunstschule Münster. Sie begründete mit ihrem damaligen Mann, dem Künstler und Keramik-Installateur Peter Lechner 1971 in Witten-Durchholz den Lechnerhof und hat zwei Töchter.

Seit 1986 arbeitet sie mit Kunst-Keramik; zunächst wurden riesige weiße Hühner aus Styropor und Beton überregional bekannt. Seit 1988 zeigt sie fast ausschließlich überlebensgroße Alltagsmenschen, ebenfalls Polystyrol/Beton-Konstruktionen, die seit 1996 regelmäßig öffentlich ausgestellt, verliehen werden.[1]

Seit 2001 ist Christel Lechner alleinige Betreiberin der Werkstatt Lechnerhof. Heute ist sie vor allem für ihre großen Beton-Skulpturen bekannt, Menschen und Menschengruppen (quasi Karikaturen bzw. als typische 1950er/60er Jahre-Zitate), die auf Ausstellungen und Inszenierungen nicht nur in vielen deutschen Städten, sondern auch in Österreich, Belgien, den Niederlanden, Griechenland und Italien zu sehen sind oder waren.

Ausstellungen im öffentlichen Raum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alltagsmenschen, Gevelsberg 2011
Blick nach Sorquitten
Blick nach Sorquitten, Sylt 2018
Tanzendes Paar mit Hund, Iserlohn

Figurengruppen von Christel Lechner befinden sich seit 2000 in Langenhagen, in Kaiserslautern[2], in Berlin (Märkisches Viertel) und vor allem in ihrer Heimatstadt Witten. In Schmallenberg stehen Engelsfiguren.[3] In Bad Westernkotten (Kreis Soest) wurden seit 2007 Figuren aus der Reihe Alltagsmenschen angeschafft und an verschiedenen Stellen des Ortes aufgestellt. Mit 60 Figuren befand sich die Ausstellung Alltagsmenschen im Frühjahr 2008 in Heerlen. 2009 ist eine Figurengruppe von über 50 Figuren im Altstadtbereich von Telgte sowie in Aalen[4] zu sehen gewesen. Zum vierten Mal wurden in Wiedenbrück 2009 rund 70 Figuren der Alltagsmenschen für sechs Monate aufgestellt.[5]

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 entstand in Kaiserslautern die Figurengruppe „Fußball ohne Grenzen“ am Philipp-Mees-Platz, welche jeweils eine Figur der Mannschaften zeigt, die im Fritz-Walter-Stadion spielten.[6]

2010 stellte Lechner in der Bochumer Innenstadt aus. Neu seit 2010 sind auch einige große Figuren im Gebäude der Berliner Treuhandanstalt am Hauptbahnhof. Seit 2011 bereichern die Figuren in Emsdetten das Stadtbild,[7] und seit 2011 in Gevelsberg. 2015 sind anlässlich des 1000-jährigen Jubiläums der Grundsteinlegung des Straßburger Münsters insgesamt 50 Figuren über die Altstadt von Straßburg verteilt.[8] Im August 2016 standen in Rees die „Alltagsmenschen“ von Christel Lechner. Die Kunstschaffende zeigte ihr Alltagsmenschen zum ersten Mal am unteren Niederrhein. Seit Juni 2018 befindet sich eine Fischer-Skulptur vor der Friesenkapelle in Wenningstedt-Braderup auf Sylt. Das Werk trägt den Namen Blick nach Sorquitten und weist auf die lange Freundschaft der beiden Partnergemeinden hin.

Aktuell, 2019[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn wird im Rahmen der Kunstpräsentation die Gruppe "Duschende" gezeigt.[9]

Aktuell sind weitere Ausstellungen zu sehen in Wenningstedt auf Sylt sowie in Wiedenbrück.

65 Figuren stehen im Schloßpark Lichtenwalde bei Chemnitz.[10]

Schristel Lechners Arbeit wird zunehmend von ihrer Tochter, der Malerin Laura Lechner unterstützt.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ihrer Heimatstadt Witten sind zahlreiche ältere Werke zu sehen. In der Presse wurde hinterfragt, warum aktuell keine Entwicklung zu sehen ist.[11]

"Ihre Figuren spiegeln Menschen und Situationen im Alltag wieder und so mancher Bertrachter entdeckt vielleicht eine gewisse Änhlichkeit zum realen leben in ihnen"[12]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alltagsmenschen in Aalen, Aalen: Edition Ostalb, 2009
  • Alltag, Bönen: Kettler, 2003

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Christel Lechner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. siehe "Stille Stadtbewohner" Bericht in der "Stadtlust" 2/2013, S. 96–101
  2. Der kleine Fan-Reiseführer der 2. Bundesliga. Abgerufen am 7. Februar 2017.
  3. Ausstellung Alltagsmenschen in Schmallenberg. Abgerufen am 29. November 2011.
  4. Sommeraktion Alltagsmenschen in Aalen (Memento vom 10. März 2012 im Internet Archive)
  5. Die „Alltagsmenschen“ sind wieder in der Stadt (Memento vom 24. Juni 2013 im Internet Archive)
  6. The Sporting Statues Project: Fussball Ohne Grenzen (Football Without Borders): Philipp-Mees-Platz, Bahnhofstrasse, Kaiserslautern. In: offbeat.group.shef.ac.uk. 12. Juni 2006, abgerufen am 7. März 2018.
  7. Ausstellung Alltagsmenschen in Emsdetten. Abgerufen am 29. November 2011.
  8. Besucher aus Beton bevölkern die Innenstadt. Abgerufen am 5. September 2015.
  9. https://www.buga2019.de/de/bundesgartenschau/kunst.php. Abgerufen am 14. Juli 2019.
  10. "Betonfiguren im Schloßpark Lichtenwalde". Bericht des MDR Sachsen am 30. März 2019, 19 Uhr.
  11. siehe WAZ vom 14. September 2018: "Künstlerin Christel Lechner hat noch viel vor"
  12. Zitat aus "Garten-Träume", Herbst 2018, S. 60–63