Christentum in Indonesien

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Die christliche Religion ist in Indonesien mit etwa 19 Millionen Anhängern, etwa acht Prozent[1] der Bevölkerung, eine Minderheitsreligion. Bereits im 11. und 12. Jahrhundert lebten Christen in Indonesien.[2]

Die römisch-katholische Kirche in Indonesien und der Protestantismus werden durch den indonesischen Staat als Glaubensgemeinschaften anerkannt, wobei der Protestantismus mehr Anhänger hat.[3] In Indonesien bestehen 38 katholische Diözesen, darunter ein Militärordinariat.[4]

Im überwiegend islamischen Land war lange Zeit Toleranz gegenüber Christen vorhanden.[5] In den letzten Jahrzehnten allerdings ist das Verhältnis der verschiedenen Religionsgruppen aufgrund der Politik der Transmigrasi und den dadurch bewirkten Bevölkerungsverschiebungen zunehmend von Spannungen geprägt. Auch Armut und Arbeitslosigkeit sowie eine Islamisierungswelle seit Ende der 1980er Jahre[6] tragen dazu bei. Bei interreligiösen Auseinandersetzungen auf Sulawesi und den Molukken wurden seit 1999 schätzungsweise 9.000 Menschen getötet[7] und mehr als 600 christliche Kirchen vom Mob zerstört. Seit dem Anschluss an Indonesien ist zudem das Gebiet der heutigen Provinzen Papua und Papua Barat Schauplatz schwerer Konflikte, unter denen die mehrheitlich christliche Papuavolksgruppe stark zu leiden hat.

Protestantismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Protestantische Blenduk-Kirche in Semarang

Fünf Prozent der Bevölkerung Indonesiens sind Protestanten (Stand 1998). Der Protestantismus ist neben dem Islam, dem Katholizismus, dem Buddhismus, dem Hinduismus und dem Konfuzianismus eine offiziell anerkannte Religion.

Die ersten Protestanten trafen mit der Kolonisation Niederländisch-Ostindiens ein.

Auf der Insel Sulawesi sind 17 Prozent der Bürger Protestanten, besonders im Siedlungsgebiet der Toraja und in Sulawesi Tengah (Zentral-Sulawesi). Bis zu 65 Prozent der Bevölkerung im Regierungsbezirk Tana Toraja sind Protestanten. In einigen Teilen des Landes gehören ganze Dörfer zu einer bestimmten Konfession, wie dem Adventismus, dem Luthertum, dem Presbyterianismus, dem Methodismus oder der Heilsarmee. Es gibt zwei Provinzen mit einer evangelischen Mehrheit: diese sind Papua und Sulawesi Utara (Nord-Sulawesi), mit jeweils 60 Prozent und 64 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Gereja Injili di Tanah Jawa ist eine dem Mennonitentum verbundene Konfession. Ludwig Ingwer Nommensen hatte das Volk der Batak auf Sumatra Ende des 19. Jahrhunderts zum Protestantismus bekehrt. Huria Kristen Batak Protestant ist eine von Nommensen gegründete Konfession. Es ist die größte evangelische Konfession in Indonesien mit fast drei Millionen Gläubigen.

Gereja Reformed Injili Indonesia, eine 1989 gegründete Gemeinde, die den Hauptsitz in Jakarta hat, bildet eine reformierte Gemeinde, die unter der Leitung des Evangelisten Dr. Stephen Tong steht. Diese Gemeinde ist auf der Welt verteilt vertreten u. a. in Asien, Australien, Deutschland und Amerika.

Interreligiöser Dialog[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zunehmend wird der interreligiöse Dialog zwischen dem Christentum und dem Islam gestört durch muslimische Extremisten, die aus dem säkularen Indonesien mit 237 Millionen Einwohnern einen islamischen Staat machen wollen.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.unhcr.org/refworld/country,,IRBC,,IDN,4562d8cf2,45f147482f,0.html
  2. Adolf Heuken. Ensiklopedi Gereja (2005)
  3. http://www.indonesia-dz.org/indonesie.html
  4. http://www.catholic-hierarchy.org/country/did2.html
  5. The Chronicle of Higher Education: Christian College in Indonesia Will Relocate After Violent Attacks (englisch)
  6. Peter L. Münch-Heubner: Osttimor und die Krise des indonesischen Vielvölkerstaates in der Weltpolitik. München 2000, S. 134
  7. Kirsten E. Schulze: Laskar Jihad and the Conflict in Ambon, in: The Brown Journal of World Affairs 9,1 (2002), S. 57-69, dort S. 57
  8. „Jakarta: Schwerer Bombenanschlag in Kirche vereitelt“, Der Standard, 22. April 2011