Christian Eduard Böttcher

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Christian Eduard Böttcher 1858

Christian Eduard Böttcher (* 9. Dezember 1818 in Imgenbroich; † 15. Juni 1889 in Düsseldorf; auch Christian Eduard Boettcher) war ein deutscher Maler.

Christian Böttcher (Die Gartenlaube, 1871)

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christian Eduard Böttcher besuchte zunächst 1833 bis 1838 die Kunstschule Stuttgart unter Johann Heinrich von Dannecker und bildete sich zum Lithographen aus. Anschließend arbeitete er als solcher für das Ebner'sche Verlagshaus in Stuttgart sowie für die Lithographische Anstalt Arnz & Comp. in Düsseldorf. 1844 bis 1849 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf bei dem Historienmaler Theodor Hildebrandt und in der Meisterklasse von Friedrich Wilhelm von Schadow. Nach Beendigung des Studiums ließ er sich in Düsseldorf nieder und wurde 1872 zum Professor der Kunstakademie ernannt. 1848 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Künstlervereins Malkasten, dessen Vorstand er zeitweise angehörte. Er war Mitglied des Vereins der Düsseldorfer Künstler zur gegenseitiger Unterstützung und Hülfe sowie der akademischen Vereinigung „Orient“.

Künstlerische Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinem Werk widmete sich Boettcher vor allem Porträt- und Figurenbildern, wobei er anfänglich – unter dem Einfluss Carl Wilhelm Hübners – sozialkritische Themen bevorzugte, etwa mit den Gemälden „Der Blinde und sein Führer“ (1845) und „Die Entlassung des Gefangenen“ (1848). In den 1860er/70er Jahren entstanden Gemälde, die die Darstellung von Menschen, Städten und Landschaften am Rhein, lokalisierbar zwischen Bingen und Köln, zusammenfügen und deren Themen gelegentlich in der Tradition Adolph Schroedters stehen. Abweichend von des letzteren häufig satirischem und kritischem Ansatz betonen Boettchers populäre Kompositionen jedoch eine spätromantisch-sentimentale Stimmung, etwa in „Heuernte am Rhein“ (1856) sowie „Abend am Rhein“ (1860) und „Sommernacht am Rhein“ (1862), die beide (identifizierbare) Düsseldorfer Künstler vor einem Wirtshaus zeigen, „Rheinische Ernte“ bei Sinzig (1864), „Der Tourist am Rhein“ – vermutlich der Maler Adolf Seel – (1865), „Landhaus am Rhein“ (1866), „Auszug zur Weinlese“ (1867), „Am Marktbrunnen einer rheinischen Stadt“ (1870), oder „Rheinfahrt an der Loreley“ (1880). Auch als Bildnismaler und -zeichner trat Boettcher in Erscheinung, unter anderem mit Porträtzeichnungen der Maler Carl Gottfried Eybe und Hermann Werner. Lithographien nach seinen Arbeiten erschienen in den Düsseldorfer Künstleralben sowie in der „Sammlung von Lithographien nach Genrebildern Düsseldorfer Künstler“, Holzstiche in vielen illustrierten Blättern der Zeit. Sein eigenes Bildnis, gemalt von Ernst Bosch, ein weiteres von Adolf Lins sowie eine Karikatur besitzt der Künstlerverein „Malkasten“ in Düsseldorf.

Gemälde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kinderspiel auf dem Hof
Am Marktbrunnen von Bingen

Zu den bekanntesten und bedeutendsten dieser rheinischen Bilder gehören

  • Heinrich Ed. Anschütz als Marquis Posa in Schillers ‚Don Carlos‘ (1840): München, Theatermuseum
  • Der Blinde und sein Führer (1845)
  • Bildnis Amalie Wolff, spätere Frau von Benkraths (1847): Krefeld, Kaiser Wilhelm Museum
  • Entlassung eines Gefangenen (1848)
  • Bildnis der Frau Wilhelm Beissel (1849)
  • Nach der Schlacht (1851)
  • Heimkehr vom Schulfest / Maitag (1852): Bonn, Rheinisches Landesmuseum
  • Der strafende Schuhmacher (1853)
  • Bildnis der Mathilde Mollier, geb. von Franqué (1853)
  • Sommerabend am Rhein (1855)
  • Heuernte an der Lahn (1856)
  • Kinderkonzert (1857)
  • Abend am Rhein (1860)
  • Rheinische Ernte (1861)
  • Herbstabend (1861)
  • Sommernacht am Rhein (1862): Köln, Wallraf-Richartz-Museum
  • Abend im Schwarzwald (1863): Leipzig, Kunstmuseum
  • Rheinische Dorfjugend (1863)
  • Sommermorgen am Rhein (1864)
  • Auf der Wanderschaft (1865)
  • Auszug zur Weinlese (1866)
  • Glückliche Menschen in der Hütte und Glückliche Menschen im Palast (1866)
  • Am Marktbrunnen einer rheinischen Stadt (1870)
  • Landhaus am Rhein (1870)
  • Heimkehr vom Feld (1872)
  • Rheinischer Schieferdecker (1874)
  • Sonntag am Rhein (1875)
  • Blick auf Burg Katz und die Loreley (1876): Bonn, Sammlung Rheinromantik
  • Mutterglück (1877)
  • Blick von Muffendorf bei Bonn auf das Siebengebirge (1877): Bonn, Sammlung Rheinromantik
  • Überfahrt an der Loreley (1880): Bonn, Sammlung Rheinromantik
  • Der Rhein bei Rolandseck (1882): Bonn, Sammlung Rheinromantik
  • Des Köhlers Abendgebet (1884)
  • Oberwesel mit Schönburg (1884): Bonn, Rheinisches Landesmuseum
  • Oberwesel (1888): Bonn, Sammlung Rheinromantik
  • St. Goar und Goarshausen am Rhein (1885)
  • Dausenau bei Ems (1887)
  • Leutesdorf mit Andernach am Rhein (1888)
  • Bildnis Frl. Bertha von Stadman, Haus Besselich bei Vallendar
  • Bildnis Leonhard Rausch, Düsseldorf, Künstlerverein Malkasten
  • Bildnis August Beck, Düsseldorf, Künstlerverein Malkasten
  • Bildnis Bünker, Düsseldorf, Künstlerverein Malkasten
  • Bildnis Theodor Mintrop
  • Bildnis Josef Gotthard Lossen (1795–1866), Bildnis Maria Anna Lossen, geb. Cathrein (1806–1887) und Bildnis Maximilian Lossen

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handschriftlicher Lebenslauf: Düsseldorf, Künstlerverein Malkasten (Archiv)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eduard DaelenBöttcher, Christian Eduard. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 47, Duncker & Humblot, Leipzig 1903, S. 142..
  • Friedrich Müller (Hrsg.): Die Künstler aller Zeiten und Völker, Bd. 1, Stuttgart 1857.
  • A. Seubert (Hrsg.): Allgemeines Künstlerlexicon oder Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Bd. IV (Nachträge) 1870; Bd. I, 1878.
  • Friedrich von Boetticher: Malerwerke des 19. Jahrhunderts. Beitrag zur Kunstgeschichte I-2. Dresden 1891/1901.
  • Boettcher, Eduard. In: Ulrich Thieme, Felix Becker (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 4: Bida–Brevoort. Wilhelm Engelmann, Leipzig 1910.
  • Allgemeines Künstlerlexikon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler, vorbereitet von Hermann Alexander Müller, herausgegeben von Hans Wolfgang Singer. Literarische Anstalt Rütten & Loening, Frankfurt / Main 1921, Bd. 1.
  • Emmanuel Bénézit (Hrsg.): Dictionnaire Critique et Documentaire des Peintres, Sculpteurs, Dessinateurs et Graveurs de tous les temps et de tous les pays, vol. I, 1948.
  • Adolf Rosenberg: Aus der Düsseldorfer Malerschule. Studien und Skizzen. Leipzig 1889, S. 36.
  • Friedrich Schaarschmidt: Zur Geschichte der Düsseldorfer Kunst insbesondere im XIX. Jahrhundert. Düsseldorf 1902, S. 179 (Abb.).
  • Karl Koetschau (Hrsg.): Rheinische Malerei in der Biedermeierzeit. Düsseldorf 1926, S. 89.
  • Hundert Jahre Künstlerverein Malkasten Düsseldorf 1848–1948. Düsseldorf 1948, S. 19 (Abb.).
  • Ute Immel: Die deutsche Genremalerei im 19. Jahrhundert. Diss. Univ. Heidelberg 1967, S. 288 ff.
  • Wolfgang Hütt: Die Düsseldorfer Malerschule. 1819–1869. Leipzig 1995.
  • Sabine Schroyen (Bearb.): Quellen zur Geschichte des Künstlervereins Malkasten. Ein Zentrum bürgerlicher Kunst und Kultur in Düsseldorf seit 1848. Köln 1992.
  • Hans Paffrath (Hrsg.): Meisterwerke der Düsseldorfer Malerschule. Düsseldorf 1995 (Abb.).
  • Hans Paffrath / Kunstmuseum Düsseldorf (Hrsg.): Lexikon der Düsseldorfer Malerschule. Bd. , Bruckmann, München 1997, ISBN 3-7654-3010-2, S. 154–158 (Abb.).
  • Siegfried Weiß: Christian Eduard Böttcher - „Rheinromantik“ mit Düsseldorfer Malern, in: Weltkunst, Heft 1, 1. Januar 1998 (Abb.).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Christian Eduard Böttcher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien