Christian Emde

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Christian Emde (Kunya: Abu Qatada arabisch أبو قتادة, DMG Abū Qatāda; * 1984 in Solingen, Deutschland; † Ende 2018 in Shafa, Syrien) war ein deutscher Islamist und gehörte zu den führenden deutschsprachigen Mitgliedern der Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Er ist nicht mit dem palästinensischen Islamisten Abu Qatada zu verwechseln.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emde konvertierte 2003 im Alter von 19 Jahren zum sunnitischen Islam. Er besuchte die mittlerweile geschlossene Moschee der Organisation Millatu Ibrahim in seiner Heimatstadt Solingen. 2011 wurde er während eines Aufenthalts in Großbritannien wegen des Besitzes von Bombenbauanleitungen verhaftet und zu 16 Monaten Haft verurteilt. Nach seiner Haftstrafe wurde er nach Deutschland abgeschoben und tauchte in Syrien unter, wo er sich der Terrororganisation Islamischer Staat anschloss.

Im Dezember 2014 gewährte Emde dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten Jürgen Todenhöfer in Mossul ein Interview, das von RTL im Jahr darauf ausgestrahlt wurde.[1][2][3] 2016 tauchten Dokumente auf, die Hinweise darauf gaben, dass Emde auch als Rekrutierer bzw. Bürge für in Syrien und dem Irak einreisende Terroristen fungierte.[1][4]

Im Februar 2017 soll Emde versucht haben, seine Mutter um 20.000 Euro zugunsten des Islamischen Staates zu betrügen.[2] Die deutsche Bundesanwaltschaft ermittelte gegen ihn wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Während seines Aufenthalts im Herrschaftsgebiet des IS soll er mit mehreren syrischen Frauen verheiratet gewesen sein. Er wurde nach Aussage mehrerer anderer IS-Terroristen bei einem Drohnenangriff Ende 2018 in Syrien getötet.[5][6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Heil: The Berlin Attack and the “Abu Walaa” Islamic State Recruitment Network. In: CTC Sentinel, Band 10, Heft 2 (Februar 2017), S. 1–11 (online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Solinger IS-Mann wird international gesucht. In: Rheinische Post. 10. Januar 2018, abgerufen am 5. Oktober 2020.
  2. a b Roman Lehberger: Terrorismus-Finanzierung: Deutscher IS-Mann wollte wohl eigene Mutter abzocken. In: Der Spiegel. 5. Februar 2019, abgerufen am 15. November 2020.
  3. Reiner Burger, Matthias Wyssuwa: Alles nach Unrecht und Ordnung. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 8. März 2016, abgerufen am 5. Oktober 2020.
  4. Peter Seidel: Todenhöfer spricht mit deutschem IS-Mann Publizist interviewt deutschen IS-Kämpfer in Mossul. In: Mitteldeutsche Zeitung. 15. Januar 2015, abgerufen am 5. Oktober 2020.
  5. IS-Terrorist Christian Emde aus Solingen bei Drohnenangriff getötet. In: Solinger Tageblatt, 7. März 2019, abgerufen am 5. Oktober 2020.
  6. Lo jihadista tedesco Emde è stato ucciso. In: 20 Minuten. 7. März 2019, abgerufen am 5. Oktober 2020 (italienisch).