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Christian Krollmann

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Christian Anton Christoph Krollmann (* 11. Februar 1866 in Bremen; † 19. Juli 1944 in Königsberg)[1] war ein deutscher Philologe, Bibliothekar und Archivar. Er galt als einer der größten Kenner von Ostpreußens Landesgeschichte.

Krollmann legte 1885 sein Abitur am Alten Gymnasium in Bremen ab.[2] Anschließend studierte er Philologie in Marburg, München und Halle sowie Geschichtswissenschaft an der Albertus-Universität Königsberg, wo er 1904 zum Dr. phil. promoviert wurde. 1902 wurde er Archivar des Fürsten Dohna in Schlobitten. 1908 wurde er an der Universität Königsberg habilitiert. 1914/15 nahm er als Soldat am Ersten Weltkrieg teil.[2] Seit 1917 Stadtbibliothekar, wurde er 1924 Leiter der Stadtbibliothek Königsberg und des Stadtarchivs Königsberg. 1934 wurde er pensioniert.

1923 war er Mitbegründer der Historischen Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung, mit der er die Altpreußische Biographie begründete. Ihre Drucklegung hat er noch bis „P“ erlebt.[3]

Krollmann war seit seinem Studium Mitglied und später Alter Herr des Klassisch-Philologischen Vereins Halle im Naumburger Kartellverband.[4]

  • Die Begründung des Defensionswerks im Herzogtum Preußen unter dem Markgrafen Georg Friedrich und dem Kurfürsten Joachim Friedrich (zugleich phil. Diss. an der Albertus-Universität Königsberg i. Pr.). I. Teil, Berlin 1904.
  • Ostpreußens Burgen, Berlin 1905.
  • Der Besitz der Toten Hand im Kreise Preußisch-Holland zur Zeit des Deutschen Ordens, Sitz Berlin des Verbandes für Geschichte von Ost- und Westpreußen 10 (1917), S. 11–12
  • Die Wiederherstellung des Epitaphs Peters Burggrafen zu Dohna aus der evangelischen Kirche in Mohrungen. In: Oberländische Geschichtsblätter, Heft 6, Königsberg 1904, S. 81–94.
  • Schlobitter Erinnerungen an das Jahr 1807. In: Oberländische Geschichtsblätter. Heft 9, Königsberg 1907, S. 1–13.
  • Das Defensionswerk im Herzogtum Preußen. II. Teil. Das Defensionswerk unter dem Kurfürsten Johann Sigismund. Berlin 1908.
  • König Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise in Schlobitten 1802. In: Oberländische Geschichtsblätter, Bd. 3 (Heft 11–15), Königsberg 1909–1913.
  • Das Heilige-Geist-Hospital zu Preußisch-Holland im Mittelalter. In: Altpreußische Monatsschrift 53 (1917), S. 466–482.
  • Geschichte der Stadtbibliothek zu Königsberg, Königsberg 1929.
  • Politische Geschichte des Deutschen Ordens in Preußen, Königsberg 1932.
  • Die Entstehung der Stadt Königsberg <Pr.>, Ost-Europa-Verlag, Königsberg, Berlin 1939.
Als Herausgeber
  • Die Selbstbiographie des Burggrafen Fabian zu Dohna (1550-1621) nebst Aktenstücken zur Geschichte der Sukzession der Kurfürsten von Brandenburg in Preußen aus dem fürstlich dohnaschen Hausarchive zu Schlobitten, Leipzig 1905.
  • Landwehrbriefe 1813. Ein Denkmal der Erinnerung an den Burggrafen Ludwig zu Dohna-Schlobitten. In: Quellen und Darstellungen zur Geschichte Westpreußens, Bd. 9, Danzig 1913.
  • Altpreußische Biographie, Königsberg 1936.

Einzelnachweise

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  1. Eintrag zu Krollmann, Christian Anton Christoph (1866–1944)  in Kalliope. Abgerufen am 9. Juli 2015.
  2. a b Marie-Luise Heckmann: Die erste und zweite Generation der Historischen Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung – am Beispiel ausgewählter Mitglieder. In: Jürgen Sarnowsky (Hrsg.): 100 Jahre Forschung über Ost- und Westpreußen. Die Historische Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung. Geschichte, Forschungsthemen, Quellen. fibre, Osnabrück 2025 (Einzelschriften der Historischen Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung; 35), ISBN 978-3-944870-94-6, S. 1–77, hier: S. 31.
  3. Fritz Gause, 50 Jahre Historische Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung, in: Zeitschrift für Ostforschung 22 (1973), S. 703–712, hier S. 706, 708.
  4. M. Göbel, A. Kiock, Richard Eckert (Hrsg.): Verzeichnis der Alten Herren und Ehrenmitglieder des Naumburger Kartell-Verbandes Klassisch-Philologischer Vereine an deutschen Hochschulen, A. Favorke, Breslau 1913, S. 64.