Christian Lell

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Christian Lell
Christian-Lell-FC-Bayern-München.jpg
im Trikot des FC Bayern München (2007)
Spielerinformationen
Geburtstag 29. August 1984
Geburtsort MünchenDeutschland
Größe 180 cm
Position Außenverteidigung
Junioren
Jahre Station
0000–1998
1998–2001
Alemannia München
FC Bayern München
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2001–2010
2003–2010
2004–2006
2004–2005
2010–2012
2012–2014
2015–2016
Bayern München Am./II
FC Bayern München
1. FC Köln (Leihe)
→ 1. FC Köln Am. (Leihe)
Hertha BSC
UD Levante
TSV Weyarn
69 (1)
65 (1)
42 (1)
8 (0)
61 (1)
26 (2)
4 (1)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
2001–2002
2002–2003
2003–2004
2004
Deutschland U-18
Deutschland U-19
Deutschland U-20
Deutschland U-21
6 (0)
10 (3)
6 (0)
2 (0)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Christian Lell (* 29. August 1984 in München) ist ein ehemaliger Fußballspieler mit deutscher und österreichischer Staatsangehörigkeit.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beginn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom heimischen Verein FC Alemannia München gelangte Lell 1998 in die Nachwuchsabteilung des FC Bayern München, bei der er drei Jahre lang weitere Jugendmannschaften durchlief. 2001/02 gehörte der rechte Außenverteidiger zur Amateurmannschaft und absolvierte in seiner ersten Saison im Seniorenbereich zehn Spiele in der Regionalliga Süd. Sein Debüt endete am 18. November 2001 (18. Spieltag) mit der 0:2-Heimniederlage gegen Eintracht Trier.

Nach zwei weiteren Spielzeiten, in denen er sich in der Amateurmannschaft weiter behauptete und zu 51 Einsätzen kam, absolvierte er in der Saison 2003/04 seine ersten vier Kurzeinsätze in der Profimannschaft des FC Bayern. Sein Bundesliga-Debüt fand am 4. Oktober 2003 (8. Spieltag) beim 4:1-Sieg im Heimspiel gegen Hertha BSC mit seiner Einwechslung in der 84. Minute für Michael Ballack statt.

Auf Leihbasis für eine Gebühr von 25.400 Euro wechselte er dann für zwei Jahre vor Beginn der Saison 2004/05 in die 2. Bundesliga zum 1. FC Köln, in der er eine enttäuschende Saison erlebte. Nach der 2:4-Niederlage am 2. Spieltag in Burghausen schloss ihn der damalige Trainer Huub Stevens aus der Mannschaft aus, sodass Lell auf lediglich 16 Einsätze (bei sieben Einwechslungen) in der Saison kam. Allerdings erzielte Lell beim Rückspiel gegen Wacker Burghausen (Endstand 8:1) ein Tor. Darüber hinaus absolvierte er acht Spiele für die Amateurmannschaft in der Regionalliga Nord und zwei im DFB-Pokal-Wettbewerb. Nach Rückkehr der Kölner in die Bundesliga zur Saison 2005/06 erhielt Lell – insbesondere in der Rückrunde, in der er zur Startelf gehörte – deutlich mehr Einsätze.

FC Bayern München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 2006/07 kehrte Lell zum FC Bayern München zurück und kam zwölfmal im Kader der Profi- und achtmal im Kader der Regionalliga-Mannschaft zum Einsatz. In der Folgesaison erarbeitete sich Lell – bedingt durch den verletzungsbedingten Ausfall von Willy Sagnol und der Formschwäche anderer Mitspieler – einen Stammplatz bei den Bayern. In seinen 29 Einsätzen gelang ihm auch sein erstes Bundesliga-Tor, das er am 6. April 2008 (27. Spieltag) zum 3:1-Endstand im Heimspiel gegen den VfL Bochum erzielte. Des Weiteren spielte er dreimal im Ligapokal, fünfmal im DFB-Pokal – wobei er zum 5:4-Endstand im Elfmeterschießen beim Regionalligisten SV Wacker Burghausen traf – und elfmal im UEFA-Pokal, in dem er beim 6:0-Sieg über Aris Saloniki ein Tor erzielte.

2008/09 spielte Lell 20-mal im Punktspielbetrieb, zweimal im nationalen und sechsmal im internationalen Pokalwettbewerb.

Presseberichten zufolge gab der englische Erstligist Stoke City am 1. September 2009 kurz vor Schließung des Transfermarkts ein Angebot ab, Lell verpflichten zu wollen. Dabei soll Lell dem Wechsel ablehnend gegenüber gestanden und letztlich verhindert haben, da er bis zum Ende der Frist unerreichbar gewesen sei.[1] Lell selbst dementierte dies später und gab an, das Angebot habe es nicht gegeben und er wäre gerne in die Premier League gewechselt.[2]

In der Hinrunde der Saison 2009/10 hatte der neue Cheftrainer der Bayern, Louis van Gaal, keine Verwendung mehr für ihn, sodass Lell lediglich ein Spiel für die Drittligamannschaft bestritt. Das Spiel am 9. August 2009 (3. Spieltag) endete beim FC Carl Zeiss Jena mit einer 0:6-Niederlage und für Lell bereits in der 38. Minute – er erhielt die Rote Karte.

Hertha BSC[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 2010/11 wechselte Lell zum Bundesliga-Absteiger Hertha BSC.[3] Sein Vertrag lief zunächst ein Jahr bis zum Ende der Saison; mit dem sofortigen Wiederaufstieg der Berliner verlängerte sich dieser um zwei weitere Jahre bis 2013. Das Debüt für die Berliner gab Lell am 14. August 2010 in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokal-Wettbewerbs beim 2:0-Auswärtssieg gegen den SC Pfullendorf. Bei den Berlinern war er Stammspieler. Im Januar 2012 verlängerte Lell seinen Vertrag um weitere drei Jahre bis Juli 2016. Da jedoch der für die Folgesaison verpflichtete Trainer Jos Luhukay nicht mehr mit Lell plante,[4] wechselte er nach Spanien. Nach den Vorfällen beim Relegations-Rücksspiel bei Fortuna Düsseldorf am 12. Mai 2012 wurde Lell wegen Beleidigung von Schiedsrichter Wolfgang Stark nach Spielende vom DFB-Sportgericht für fünf Spiele gesperrt.

UD Levante[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 2012/13 wechselte Lell ablösefrei zum spanischen Erstligisten UD Levante.[5] Sein Ligadebüt absolvierte er am 27. August 2012 (2. Spieltag) bei der 0:2-Niederlage im Auswärtsspiel gegen Real Valladolid; sein erstes Ligator erzielte er am 2. September 2012 (3. Spieltag) beim 3:2-Sieg im Heimspiel gegen Espanyol Barcelona mit dem Treffer zum 2:2 in der 56. Minute. Der Verein einigte sich im Januar 2014 mit Lell auf eine sofortige Vertragsauflösung.[6]

TSV Weyarn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lell schloss sich zur Spielzeit 2015/16 in der bayrischen Kreisklasse Zugspitze 2 dem TSV Weyarn an.[7] Sein Debüt gab er am 3. Oktober 2015 (10. Spieltag) beim 1:1-Unentschieden im Auswärtsspiel gegen die SG Miesbach / ASV Miesbach, sein erstes Tor erzielte er am 11. Oktober 2015 (11. Spieltag) beim 3:1-Sieg im Heimspiel gegen die SF Egling. Nach 4 Spielen endete das Engagement von Lell beim TSV Weyarn im Frühjahr 2016. [8]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Wechsel in die Jugendabteilung des FC Bayern München begann Christian Lells Zeit als Junioren-Nationalspieler. Seit seinem Debüt in der U-16-Nationalmannschaft gegen die Türkei wurde er auch für die Nachwuchs-Nationalmannschaften der weiteren Altersgruppen nominiert.

Am 29. November 2003 gab Lell mit der Teilnahme an der U-20-Weltmeisterschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten sein Debüt in der U-20-Nationalmannschaft. Nach drei Einsätzen in den jeweiligen Gruppenspielen schied Deutschland aus dem Turnier aus. Beim 2:1-Sieg über die Auswahl Italiens am 18. Februar 2004 trug er letztmals das Trikot der U-20. Am 17. August 2004 spielte Lell das erste Mal für die U-21-Nationalmannschaft: In Celle wurde die litauische U-21 mit 2:0 besiegt. Beim 5:3-Erfolg über Serbien und Montenegro am 7. September 2004 in Dessau spielte er das letzte Mal im Nationaltrikot.

Lell spielte in der Qualifikation und in den Vorbereitungsspielen für die vom 14. bis 21. Juli 2007 im indischen Hyderabad ausgetragenen Militärweltspiele auch für die Deutsche Bundeswehr-Nationalmannschaft, wurde jedoch für das Turnier selbst nicht berücksichtigt.[9]

Anfang November 2010 bekundete Lell sein Interesse, für Österreich zu spielen.[10] Am 16. November 2010 gab der ÖFB bekannt, dass Lell nicht für die Nationalmannschaft von Österreich spielberechtigt sei, da er bei seinem ersten Pflichtspiel für Deutschland im Nachwuchsbereich noch nicht im Besitz der österreichischen Staatsbürgerschaft war.[11]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christian Lell kam im Jahr 1984 als Sohn einer österreichischen Mutter und eines deutschen Vaters in München zur Welt. Er besitzt beide Staatsbürgerschaften.

Lells Schwester litt an der Stoffwechselstörung Mukoviszidose, an der sie 2014 starb. Das war für den Fußballer der Anlass, 2009 die Christian-Lell-Stiftung zur Bekämpfung dieser Krankheit zu gründen und als Startkapital 100.000 Euro bereitzustellen.[12][13]

Nach seinem Engagement bei UD Levante entschied sich Lell, auf seinem Trikot nicht seinen Nachnamen, sondern die Kurzform seines Vornamens Chris zu tragen.[14] Lell ist in der von ihm gegründeten CL-Gruppe tätig, die sich mit Immobilien, Yachtcharter und Sportberatung befasst.

Während und nach Ende seiner Karriere wurden mehrfach Lells Strafverfahren wegen Körperverletzung, Beleidigung und Nötigung in Boulevardmedien thematisiert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Christian Lell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Simon Rice: Stoke City: potential transfer targets. In: Independent, 14. Dezember 2009 (englisch)
  2. Lell: Van Bommel ist menschlich überragend. In: tz, 18. November 2010.
  3. Hertha holt Lell, Schalke buhlt um Heldt. In: Spiegel Online. Abgerufen am 18. Dezember 2010.
  4. Kaderplanung für die neue Saison, herthabsc.de vom 6. Juni 2012
  5. Lell-Wechsel zu UD Levante perfekt, welt.de vom 11. August 2012 (abgerufen am 11. August 2012).
  6. Levante trennt sich von Lell. Handelsblatt, 30. Januar 2014
  7. Julia Pawlovsky: Christian Lell wechselt zum TSV Weyarn. In: Münchner Merkur, 1. September 2015.
  8. Christian Lell spielt nicht mehr für Weyarn. 13. April 2016 (merkur.de [abgerufen am 20. Oktober 2016]).
  9. „Die Bundeswehr-Nationalmannschaft bei den Military World Games in Indien“ auf soccer-warriors.de
  10. Lell bringt sich ins Spiel. In: Der Standard, 7. November 2010.
  11. Christian Lell nicht für ÖFB-Team spielberechtigt. Kleine Zeitung. 16. November 2010. Abgerufen am 17. November 2010.
  12. Christian Lell gründet eigene Stiftung
  13. Schwester stirbt mit 27! In: Bunte, 5. Juni 2014.
  14. Timo Strömer: Spanien-Legionär Lell: „Habe alles richtig gemacht“ In: transfermarkt.de, 30. Januar 2013 (Interview).