Christian Marie de Castries

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Christian Marie Comte de La Croix de Castries
Bunker der Festung Điện Biên Phủ

Christian Marie Comte de La Croix de Castries (* 11. August 1902 in Paris; † 29. Juli 1991 in Paris) war Kommandeur der französischen Truppen in der Schlacht von Điện Biên Phủ, der entscheidenden Schlacht im Ersten Indochinakrieg zwischen Frankreich und den Việt Minh.

Militärische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

De Castries ging nach seinem Schulabschluss mit 19 Jahren zur Kavallerieschule von Saumur. 1926 wurde er zum Offizier befördert, verließ aber bald darauf die Armee.

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 trat de Castries wieder in den Armeedienst. 1940 wurde er von der deutschen Wehrmacht gefangen genommen. 1941 gelang ihm die Flucht aus einem deutschen Kriegsgefangenenlager. Im weiteren Kriegsverlauf kämpfte er mit den freifranzösischen Truppen in Nordafrika, Italien und Südfrankreich.

Gegen Kriegsende war er als Commandant in der 1. französischen Armee unter General Jean de Lattre de Tassigny im April 1945 am Vormarsch in Süddeutschland beteiligt, in seinen Verantwortungsbereich fiel dabei auch die weitgehende Zerstörung der unbefestigten württembergischen Stadt Freudenstadt durch Artilleriefeuer.

1946 wurde de Castries zum Lieutenant-colonel befördert und nach Indochina versetzt. Bei einem Einsatz in Vietnam wurde er schwer verwundet und verbrachte ein Jahr zur Genesung in Frankreich. Nach der Beförderung zum Colonel wurde er wieder nach Vietnam verlegt.

Weltweit bekannt wurde de Castries als Kommandeur der französischen Festung Điện Biên Phủ in Vietnam. Dabei unterschätzten er sowie der Oberbefehlshaber in Indochina, General Henri Navarre, die militärische und logistische Leistungsfähigkeit der von der Bevölkerung unterstützten Viet Minh unter ihrem Oberbefehlshaber Võ Nguyên Giáp. Die Schlacht begann am 13. März 1954 und endete am 7. Mai mit einer vernichtenden Niederlage der Franzosen. Von den rund 20.000 französischen Soldaten waren etwa 8.200 tot oder galten als vermisst, 1.600 desertierten. Oberst de Castries wurde ein paar Tage vor der Kapitulation zum Général de brigade befördert, obwohl er sich als Kavallerieoffizier als unfähig für den Verteidigungskrieg erwiesen hatte. Er kapitulierte und ging mit rund 10.300 Mann in Kriegsgefangenschaft. Von diesen überlebten nur 3.290. Nach einer Waffenstillstandsvereinbarung wurde de Castries bereits nach vier Monaten aus der Gefangenschaft entlassen.

1959 ging de Castries in den Ruhestand.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Scholl-Latour: Der Tod im Reisfeld.
  • Peter Scholl-Latour: Koloss auf tönernen Füßen.
  • Jules Roy: Der Fall von Dien Bien Phu. Des weissen Mannes Stalingrad in Indochina. Heyne, München 1964.