Christian Schmidt

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Christian Schmidt (Begriffsklärung) aufgeführt.
Christian Schmidt (2013)

Christian Schmidt (* 26. August 1957 in Obernzenn) ist ein deutscher Politiker (CSU). Seit dem 17. Februar 2014 ist er Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft[1][2] und seit dem 24. Oktober 2017 zusätzlich Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur[3]. Von 2005 bis 2013 war er Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung, nach der Bundestagswahl 2013 bis zur Ernennung zum Minister als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung tätig.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Grundschulbesuch in Obernzenn[4] und seinem Abitur 1976 am Georg-Wilhelm-Steller-Gymnasium in Bad Windsheim leistete Schmidt seinen Grundwehrdienst bei der 1. Gebirgsdivision ab und absolvierte ab 1977 ein Studium der Rechtswissenschaft in Erlangen und Lausanne, das er 1982 mit dem ersten und 1985 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen beendete. Seit 1985 ist er als Rechtsanwalt zugelassen; die Zulassung ruht seit November 2005 mit Übernahme des Amtes als Parlamentarischer Staatssekretär.

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christian Schmidt (2014)

Schmidt trat 1974 in die Junge Union und die CSU ein.[5] Von 1980 bis 1982 war er Vorsitzender des JU-Kreisverbandes Neustadt an der Aisch und von 1982 bis 1991 des JU-Bezirksverbandes Mittelfranken.

Schmidt war von 1989 bis 1993 und ist seit 1999 erneut Mitglied des CSU-Landesvorstandes. Von 1999 bis April 2009 war er auch Vorsitzender des CSU-Kreisverbandes Fürth-Stadt.[6] Schmidt ist seit Mai 2010 Landesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CSU. Von 2004 bis 2014 war er zudem Landesvorsitzender des Arbeitskreises Außen-, Sicherheits- und Europapolitik (ASP) der CSU. Im Mai 2011 wurde er außerdem stellvertretender Bundesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU.[7]

Seit dem 8. Oktober 2011 ist Schmidt stellvertretender Vorsitzender der CSU. In dieser Funktion vertritt er den Parteivorsitzenden insbesondere in Fragen der Außen-, Sicherheits- und Europapolitik und hält Kontakt zu den befreundeten Parteien innerhalb der Europäischen Volkspartei (EVP). Er pflegt die Beziehungen der CSU vor allem zu Israel, Kroatien, Österreich, den Vereinigten Staaten und Großbritannien.

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1984 bis 1990 gehörte Schmidt dem Gemeinderat seines Heimatortes Obernzenn und gleichzeitig auch dem Kreistag des Kreises Neustadt an der Aisch – Bad Windsheim an.

Seit 1990 ist Schmidt Mitglied des Deutschen Bundestages. Er war von 1991 bis 2002 Vorsitzender des AK Arbeitskreises V (Auswärtiges, Verteidigung, Europa) der CSU-Landesgruppe. Von 2002 bis 2005 war er Vorsitzender der Arbeitsgruppe Verteidigung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und gleichzeitig deren verteidigungspolitischer Sprecher.

Von 1994 bis 1998 war er Vorsitzender der deutsch-israelischen und von 1998 bis 2005 Vorsitzender der deutsch-britischen Parlamentariergruppe. Darüber hinaus ist er Mitglied der deutsch-baltischen, der deutsch-kroatischen und der deutsch-tschechischen Parlamentariergruppe und war Berichterstatter im Parlament für den Deutsch-Tschechoslowakischen Vertrag von 1992 und den Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrag von 1991. Der Bundesminister des Auswärtigen hat ihn 1997 in den Beirat des deutsch-tschechischen Gesprächsforums berufen.

Er war zudem Berichterstatter für das Parlamentsbeteiligungsgesetz und zur Frage des Einsatzes der Bundeswehr im Inneren.

Christian Schmidt ist stets als direkt gewählter Abgeordneter des Bundestagswahlkreises Fürth in den Bundestag eingezogen. Bei der Bundestagswahl 2013 erreichte er 49,2 Prozent der Erststimmen in seinem Wahlkreis. Im November 2016 gab er an, erneut 2017 für den Bundestag zu kandidieren.[8] Mit 39,9 % der Erststimmen im Wahlkreis 243 konnte Schmidt sich erneut das Direktmandat für den 19. Deutschen Bundestag sichern[9].

Staatssekretär[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christian Schmidt auf der Bank der Bundesregierung im Deutschen Bundestag neben Ursula von der Leyen, im Vordergrund Angela Merkel, Sigmar Gabriel und Frank-Walter Steinmeier, 2014.

Ab dem 23. November 2005 war Schmidt Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung. In dieser Zeit arbeitete er unter den Ministern Franz Josef Jung, Karl-Theodor zu Guttenberg und Thomas de Maizière. In Schmidts Amtszeit fallen unter anderem der Streit um eine Rehabilitierung des Inspekteurs der Jagdflieger im Zweiten Weltkrieg Werner Mölders (2007),[10] die Neuausrichtung der Bundeswehr (seit 2010) und der Rücktritt zu Guttenbergs als Folge der Plagiatsaffäre, den er anfangs gegen die Vorwürfe verteidigte.[11][12][13]

Christian Schmidt hat sich maßgeblich für die Einrichtung und ausreichende Finanzierung der sogenannten „Härtefall-Stiftung“ eingesetzt. Durch diese Stiftung, die unter dem Dach des Soldatenhilfswerks im Mai 2012 gegründet wurde, soll in besonderen Härtefällen, die auf Grund der Ausübung der dienstlichen Pflichten entstanden sein könnten, eine gewisse Unterstützung – auch außerhalb des geltenden Versorgungsrechts – ermöglicht werden.[14]

In der Regierung Merkel III wechselte Schmidt 2013 als Staatssekretär in das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.[15]

Auf ihn folgte Thomas Silberhorn als Staatssekretär im Entwicklungsministerium.[16]

Christian Schmidt (2014) beim Treffen der Agrarminister des Weimarer Dreiecks

Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 17. Februar 2014 trat Schmidt die Nachfolge von Hans-Peter Friedrich als Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft an.[1] Schmidt wurde am 23. Oktober 2017 Doppelminister, da der bisherige Parteikollege Alexander Dobrindt sein Verkehrsressort ablegt. Damit ist Christian Schmidt - wenn auch nur für kurze Zeit bis zur neuen Regierungsbildung - Minister für Ernährung und Landwirtschaft sowie für Verkehr.[17]

Seit 24. Oktober 2017 ist Schmidt auch kommissarisch Bundesverkehrsminister, nachdem Alexander Dobrindt dieses Amt aufgegeben hatte.[18][19]

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christian Schmidt ist drittes und jüngstes Kind einer Bäckerfamilie. Mit seiner Frau Ria ist er seit 1989 verheiratet. Die beiden haben zwei Töchter.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christian Schmidt ist Präsident der Deutschen Atlantischen Gesellschaft e. V. und Mitglied der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.

Er sitzt im Aufsichtsrat des Zentrum für Internationale Friedenseinsätze gemeinnützige GmbH (ZIF), im Stiftungsrat der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, im Stiftungsrat der Deutschen Stiftung Friedensforschung, im Kuratorium der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik e. V. und im Beirat des American Jewish Committee e. V. Schmidt ist ehrenamtliches Mitglied des Vorstandes der humanitären Hilfsorganisation Help – Hilfe zur Selbsthilfe e. V.[5]

Schmidt ist Mitglied des in München ansässigen Kameradenkreises der Gebirgstruppe.[20]

Seit 2013 ist Christian Schmidt deutscher Beiratsvorsitzender des Deutsch-Tschechischen Gesprächsforums.[21]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Christian Schmidt (CSU) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Friedrich-Nachfolge: Staatssekretär Schmidt wird neuer Agrarminister. Spiegel Online. 17. Februar 2014. Abgerufen am 24. Februar 2015.
  2. Entlassung und Ernennung von Bundesministern. Der Bundespräsident. 27. Februar 201. Abgerufen am 24. Februar 2015.
  3. PM des BMVI vom 25.10.2017
  4. a b Christian Schmidt: Schmidt Persönlich, Lebenslauf. Abgerufen am 17. Februar 2014.
  5. a b Christian Schmidt (Fürth), CDU/CSU. Deutscher Bundestag. Abgerufen am 25. Februar 2015.
  6. Fürther CSU sehnt sich nach mehr Harmonie. Fürther Nachrichten. 9. Mai 2011. Abgerufen am 24. Februar 2015.
  7. Der neue Bundesagrarminister ist ein profilierter Protestant. kath.net. 18. Februar 2014. Abgerufen am 24. Februar 2015.
  8. Christian Schmidt kandidiert auch 2017 für Bundestag. Nordbayern. 20. November 2016. Abgerufen am 17. Mai 2017.
  9. Stadt Fürth - Wahlamt - Vorläufiges Endergebnis Wahlkreis 243 - online abgerufen am 25. September 2017 | 0:01 Uhr - online abrufbar
  10. Christian Schmidt: Mölders und die Zukunft der Tradition in der Bundeswehr. Arbeitskreis Außen- und Sicherheitspolitik. Archiviert vom Original am 28. September 2007. Abgerufen am 24. Februar 2015.
  11. Guttenbergs Staatssekretär wittert "kommunistische" Kampagne. Allgemeine Zeitung. 16. Februar 2011. Abgerufen am 24. Februar 2015.
  12. Guttenberg in Erklärungsnot. Stuttgarter Nachrichten. 18. Februar 2011. Abgerufen am 24. Februar 2015.
  13. Guttenberg-Dämmerung schreckt Union auf. Handelsblatt. 18. Februar 2011. Abgerufen am 24. Februar 2015.
  14. Hilfsfonds für Härtefälle. Bundesministerium der Verteidigung. 23. Mai 2012. Abgerufen am 24. Februar 2015.
  15. Transatlantiker und entschlossener Europäer: Serenade für Staatssekretär Christian Schmidt. Bundesministerium der Verteidigung. 7. Januar 2014. Abgerufen am 24. Februar 2015.
  16. Christian Schmidt wird Landwirtschaftsminister. Süddeutsche Zeitung. 17. Februar 2014. Abgerufen am 24. Februar 2015.
  17. Fürther Nachrichten: Fürther Christian Schmidt jetzt auch Verkehrsminister. Online-Ausgabe vom 23. Oktober 2017 | 17:29 Uhr - online abrufbar
  18. Bundesregierung: Verkehrsministerium könnte neuen Zuschnitt erhalten. In: handelsblatt.com. 19. Oktober 2017, abgerufen am 22. Oktober 2017.
  19. Bundesminister Christian Schmidt übernimmt für Alexander Dobrindt. In: bmvi.de. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, 25. Oktober 2017, abgerufen am 1. November 2017.
  20. Prozess der „Gebirgstruppe“ gegen VVN abgesagt. Neue Rheinische Zeitung. 26. November 2008. Abgerufen am 25. Februar 2015.
  21. PStS Christian Schmidt ist neuer deutscher Beiratsvorsitzender des Deutsch-Tschechischen Gesprächsforums. Deutsch-Tschechisches Gesprächsforum. 2013. Abgerufen am 25. Februar 2015.