Christian Schreiber (Philosoph)

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Christian Johann Christoph Schreiber (* 15. April 1781 in Eisenach; † 15. August 1857 in Ostheim vor der Rhön) war ein Theologe, Philologe, Philosoph, Dichter und Lyriker, Erziehungswissenschaftler, reichsritterschaftlich Fuldaischer, dann kurfürstlich Hessen-Kasseler Kirchenrat, Großherzoglich Sächsischer Superintendent der Diözesen Lengsfeld und Dermbach in Lengsfeld (heute: Stadtlengsfeld).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Juliane Schreiber, geb. Oettelt, Ehefrau des Christian Schreiber, Kupferstich 1806

Christian Schreiber wuchs in Eisenach auf, erhielt dort Privatunterricht und besuchte nach seiner Konfirmation das Hennebergische Gymnasium zu Schleusingen. Im Alter von achtzehn Jahren immatrikulierte er sich an der Universität Jena und studierte Theologie, Philosophie und Philologie. Er legte sein Examen bei dem Kulturphilosophen Johann Gottfried Herder ab, wurde als Dr. phil. promoviert und besuchte anschließend die Prediger-Akademie in Eisenach.

In Lengsfeld heiratete 1806 Christian Schreiber – in seinem ersten Jahr als Kirchenbeamter – Juliane Oettelt, Tochter des Geheimen Fürstlich-Sächsisch-Eisenacher Forstrats Friedrich Wilhelm Oettelt aus Eisenach. Seine erste Frau verlor Christian Schreiber jedoch bald. Fünf Monate nach ihrem Tode vermählte er sich in zweiter Ehe 1813 in Lengsfeld mit Sophie Henriette Weitz. Aus beiden Ehen hinterließ er drei Kinder. Zu seinen Nachkommen zählt die Ehefrau des Großherzoglich-Sächsischen Landgerichtspräsidenten und Landtagspräsidenten Julius Appelius sowie deren Sohn Alfred Appelius, der ebenfalls das Amt des Präsidenten im Landtag von Sachsen-Weimar-Eisenach bekleidete.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während seiner Tätigkeit als Hauslehrer der Familie von Boyneburg (1801–1803) trat er durch verschiedene theologische, lyrische sowie episch-musikalische Schriften und Poesien hervor, ermuntert von den Dichtern Jean Paul, Christoph Martin Wieland, Friedrich Schiller und dem Lyriker Friedrich von Matthisson.

Von 1803 bis 1806 hielt sich Schreiber in Eisenach als Privatier auf, verkehrte in den Zirkeln der Julie von Bechtolsheim, deren Haus er als den „Sammelplatz der angesehensten, geistvollsten und tugendhaftesten Personen“ bezeichnete. In dieser Zeit beschäftigte er sich mit verschiedenen theologischen, philosophischen und geschichtlichen Werken, arbeitete auf dem Gebiet der Ästhetik und Moralphilosophie und schrieb auf Aufforderung eines Freundes, des Buchhändlers und Musikverlegers Gottfried Christoph Härtel, deutsche Texte zu Musikstücken und Oratorien von Mozart, Haydn und Beethoven sowie diverse Rezensionen musikalischer Werke.

Ab 1806 begann seine „amtliche“ Tätigkeit. Er folgte einem Ruf nach Lengsfeld in Thüringen als Oberpfarrer und Mitglied des Konsistoriums. Nacheinander wurde er Reichsritterschaftlich-Fuldaischer, dann Kurfürstlich-Hessen-Kasseler Kirchenrat und anschließend Großherzoglich-Sächsischer Superintendent. Während seiner Zeit in Lengsfeld gab er verschiedene theologische Schriften, Übersetzungen und Gedichte heraus, beschäftigte sich mit dem Judeneid und veröffentlichte Predigten und geistliche Reden.

Schreiber war durch Freundschaft oder engen Kontakt mit den bedeutendsten Literaten, Theologen, Philosophen, Pädagogen und Verlegern seiner Zeit verbunden: Heinrich Karl Eichstädt, Georg Joachim Göschen, Madame de Staël, August Wilhelm Schlegel, Johann Friedrich Cotta, den bereits oben erwähnten und vielen anderen mehr.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl Christian Schreiber im Zeitalter der späteren Aufklärung lebte, war er nicht deren Anhänger. Er zeichnete sich als echter Romantiker mit einem tiefen und betonten Hang zu Lyrik und Musik aus. Schreiber orientierte sich dabei zunächst an der Lyrik des frühen Schiller. Im Laufe seines Lebens entwickelte er seinen eigenen Weg, wobei das lyrische Element und seine Anhängerschaft an die Tradition bestimmend blieben. [1]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herausgeber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Bittorf: Kirchenrat Dr. Schreiber und Ehefrau Juliane Oettelt, Auszug aus den Kirchenbüchern der ev. Kirchengemeinde Stadtlengsfeld vom 21. Februar 1935 (Stadtarchiv Eisenach 40.2.11)
  • Skizze einer Selbst-Biographie von Christian Schreiber, handschriftlich in: Kirchenbuch des Ev.-luth. Pfarramtes in 36457 Stadtlengsfeld/Thüringen, um 1827, nebst Überarbeitungen des Verfassers um 1852.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Appelius: Christian Schreiber in seiner Zeit. In: Andreas Erbslöh: Christian Schreiber, Skizze einer Selbstbiographie. Springe 2000 (Stadtarchiv Eisenach)
  2. Rezenssion: Allgemeine Literatur-Zeitung, Jg. 1803, Band 4 Numero 337, S. 489–492.
  3. Rezension im Freimüthigen von Garlieb Helwig Merkel 1805.
  4. Rezensionen: A.[August] Z.[Zarnack]: Gedichte von Christian Schreiber. In: Der Freimüthige, oder Ernst und Scherz. 1805, Nr. 158, S. 113–115 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3DSVlEAAAAcAAJ~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3DPA113~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D) und (Schluß) Nr. 159, S. 117 f. (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3DSVlEAAAAcAAJ~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3DPA117~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D) und T. Z.: Gedichte von Christian Schreiber. In: Jenaische Allgemeine Literaturzeitung 1806, Band 2, Nummer 98, Sp. 173–176 (Digitalisat).
  5. Rezension in der Allgemeinen Musikalischen Zeitung und im Freimüthigen.
  6. Rezension in der Jenaischen Allgemeinen Literaturzeitung 1809, Band 2, Nummer 114
  7. Rezension in der Jenaischen Allgemeinen Literaturzeitung, 1815, Band 1, Nummer 22 und in verschiedenen kritischen Journalen.
  8. Rezension in: Christoph Friedrich Ammon: Neues Theologisches Journal, Monath und Kußler, Nürnberg 1818, den literarischen Zeitungen und mehreren gel. Blättern
  9. Rezension in der Jenaischen Allgemeinen Literatur Zeitung, Röhrs krit. Pred. Bibl., den Thüringischen Erholungen (Erfurt), und anderen Zeitschriften
  10. Rezensionen in der Leipziger Literatur Zeitung, der Sulamith, der Allgemeinen Literatur Zeitung und mehreren Journalen.
  11. Rezension: Heidelbergische Jahrbücher der Litteratur, 9. Jg., 2. Hälfte, Mohr und Winter, Heidelberg 1816, S. 797 ff., Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3DI6FNAAAAcAAJ~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3DPA792~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]