Christian Spannagel

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Christian Spannagel

Christian Spannagel (* 10. November 1976 in Rüsselsheim) ist ein deutscher Informatiker und Professor für Mathematik und Mathematikdidaktik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spannagel studierte von 1997 bis 2003 an der Technischen Universität Darmstadt Informatik mit den Schwerpunkten graphische Datenverarbeitung, Programmverifikation, Kryptographie und Rechnerarchitektur sowie im Nebenfach Psychologie mit dem Schwerpunkt kognitive Psychologie. Das Thema seiner Diplomarbeit lautete: „Qualitative und quantitative Analyse von Interaktionsaufzeichnungen“. Seinen Abschluss als Diplom-Informatiker bestand er mit Auszeichnung.

2003 bis 2006 war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsfeld Theoriegeleitete Entwicklung multimedialer Lernsoftware für den fächerübergreifenden Unterricht am Forschungs- und Nachwuchskolleg „Fachintegratives Lernen mit digitalen Medien“ an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg tätig. 2006 wurde Christian Spannagel an der Fakultät für Kultur- und Naturwissenschaften der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg mit seiner Arbeit „Benutzungsprozesse beim Lernen und Lehren mit Computern“ zum Dr. paed. promoviert. Von 2006 bis 2009 war er am Institut für Mathematik und Informatik der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg beschäftigt; seine Lehre und Forschung umfassten dort die Bereiche Mathematik- und Informatikdidaktik sowie computerunterstütztes Lernen und Lehren.

Es folgte zwischen 2009 und 2010 eine Professurvertretung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg im Bereich Mathematikdidaktik. Seit 2010 ist Christian Spannagel Professor für Mathematik mit den Schwerpunkten Informatik und Implementierung neuer Medien an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.

Seit 2014 ist er Sprecher eines vom Stuttgarter Wissenschaftsministerium finanzierten Promotionskollegs, welches die Lehrerfortbildung in Baden-Württemberg erforscht.[1]

Arbeitsschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Arbeitsgebiete umfassen neben Mathematik- und Informatikdidaktik auch das computerunterstützte Lernen und Lehren. Darunter nehmen das Lernen mit Web-2.0-Anwendungen, der Einsatz digitaler Medien in der Hochschullehre - wie beispielsweise im Flipped Classroom, prozessorientierte Didaktik und öffentliche Wissenschaft einen erkennbar hohen Stellenwert ein. Öffentliche Wissenschaft bedeutet in diesem Zusammenhang, dass nicht nur "Wissenschaftsprodukte" veröffentlicht werden, sondern bereits im Prozess wissenschaftlicher Wissensproduktion erste Konzepte, Ideen etc. online gestellt und diskutiert werden können.[2] Habhaft und erlebbar wird dieser Ansatz beispielsweise für Teilnehmer(innen) des Massive Open Online Course „Mathematische Denk- und Arbeitsweisen in Geometrie und Arithmetik“, mit dessen Konzept Spannagel 2013 Preisträger des Förderwettbewerbs „MOOC Production Fellowship: Lehren und Lernen im Web“ vom Stifterverband und iversity wurde.[3] Ferner ist Spannagel Prorektor für Forschung, Medien und IT der Pädagogischen Hochschule Heidelberg sowie Direktor des Rechenzentrums.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christian Spannagel ist Anhänger der Gothic-Kultur.

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2008: Lehrpreis der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg für das Veranstaltungskonzept „Web-2.0-Anwendungen in der Lehre“.
  • 2008: Lehrpreis des Landes Baden-Württemberg für das Veranstaltungskonzept „Web-2.0-Anwendungen in der Lehre“.[4]
  • 2008: „Best Paper Award“ der DeLFI-Tagung 2008 für den Artikel „GUI-Adaptation in Lernkontexten“ (gemeinsam mit Prof. Dr. Ulrik Schroeder)
  • 2012: Lehrpreis des Landes Baden-Württemberg (gemeinsam mit Dr. Michael Gieding und Dr. Andreas Schnirch) für „Aktivierende Methoden in der Mathematiklehre“[5]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Benutzungsprozesse beim Lernen und Lehren mit Computern (= Texte zur interdisziplinären Forschung und Lehre. Band 1). Franzbecker, Hildesheim/Berlin 2007, ISBN 978-3-88120-443-9 (Dissertation, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg 2006).
  • mit M. Zimmermann, C. Bescherer (Hrsg.): Mathematik lehren in der Hochschule. Didaktische Innovationen für Vorkurse, Übungen und Vorlesungen. Franzbecker, Hildesheim/Berlin 2012, ISBN 978-3-88120-525-2.
  • mit L. Berger, J. Grzega (Hrsg.): Lernen durch Lehren im Fokus. Berichte von LdL-Einsteigern und LdL-Experten. epubli, Berlin 2011, ISBN 978-3-7375-7860-8.
  • mit A. Zendler: Empirical Foundation of Central Concepts for Computer Science Education. In: Journal of Educational Resources in Computing, Nr. 8 (2), 2008, Art. No. 6.
  • mit O. Tacke: Lebenslanges Lernen und öffentliche Wissenschaft im Web 2.0. In: Hessische Blätter für Volksbildung, Nr. 2012 (4), S. 335-343.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.lehrerausbildung-fortbildungen-auf-dem-pruefstand.223219a2-4f3b-468d-9d2a-e6b9aed6cd1e.html
  2. http://de.wikiversity.org/wiki/Benutzer:Cspannagel
  3. stifterverband.info
  4. http://mwk.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/pdf/studium/Landeslehrpreise_Uni_FH_PH_DHBW/P%C3%A4dagogischeHochschulen_ab1995.pdf
  5. http://mwk.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/pdf/studium/Landeslehrpreise_Uni_FH_PH_DHBW/P%C3%A4dagogischeHochschulen_ab1995.pdf