Christian Stückl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Christian Stückl, 2018

Christian Stückl (* 15. November 1961 in Oberammergau) ist ein deutscher Theaterintendant und Regisseur.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stückl besuchte zwei Jahre das Gymnasium in Ettal und lernte von 1981 bis 1984 Holzbildhauer. 1981 gründete er in seinem Heimatort eine Theatergruppe, mit der er Stücke von Molière (Der eingebildete Kranke), Ben Jonson (Volpone), Georg Büchner (Woyzeck) und William Shakespeare (Ein Sommernachtstraum) inszenierte.

1987 wurde er Spielleiter der berühmten, alle zehn Jahre stattfindenden Passionsspiele seiner Heimatgemeinde. 1990 übernahm Stückl erstmals die Regie der Leidensgeschichte Jesu, im Jahr 2000 reformierte er das Spiel grundlegend. 1987 und 1988 war er Assistent bei Dieter Dorn und Volker Schlöndorff an den Münchner Kammerspielen. 1992 wurde er zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Bis 1996 war Stückl Regisseur an den Münchner Kammerspielen. In den folgenden Jahren arbeitete Stückl an verschiedenen deutschsprachigen Bühnen. (u. a. Wien, Hannover, Frankfurt)

Im Sommer 2002 hatte seine Neuinszenierung von Hugo von Hofmannsthals Jedermann bei den Salzburger Festspielen Premiere. Seit Herbst 2002 ist Stückl Intendant am Münchner Volkstheater, sein aktueller Vertrag läuft bis 2025[1]. Seine Inszenierung von Der Brandner Kaspar (2005) beschert ihm regelmäßig ein ausverkauftes Haus.

Im Juli 2004 inszenierte er mit Fidelio von Ludwig van Beethoven in Köln seine erste Oper.

Seit 2005 veranstaltet er am Münchner Volkstheater das Festival junger Regisseure Radikal jung.

Im Juli 2005 nahm Stückl die Oberammergauer Tradition der Kreuzschule zur Halbzeit zwischen zwei Passionsspieljahren wieder auf und inszenierte an der Passionsbühne mit König David erstmals ein Stück mit alttestamentlichem Inhalt. Im Juli 2007 inszenierte er dann mit Stefan Zweigs Jeremias ein weiteres alttestamentliches Stück im Passionstheater seiner Heimatgemeinde Oberammergau.

Er inszenierte, beauftragt von dem österreichischen Aktionskünstler André Heller, die Eröffnungsfeier der Fußball-Weltmeisterschaft am 9. Juni 2006 in München. Das rund dreißig Minuten dauernde, farbenfrohe Spektakel mit etwa 1200 Teilnehmern vereinte bayerische, deutsche und internationale Elemente.

In der Spielzeit 2008/09 inszenierte er an der Münchner Staatsoper Pfitzners Palestrina (Dirigentin: Simone Young, Bühne und Kostüm: Stefan Hageneier). Die Süddeutsche Zeitung schrieb: „Im Nationaltheater gab es eine über weite Strecken grandiose Aufführung der selten gespielten, aber musikalisch ausgesprochen reizvollen Oper zu sehen.“

Nach den Passionsspielen 2010 brachte er im Juli 2011 seine Bühnenfassung des Romans Joseph und seine Brüder von Thomas Mann im Oberammergauer Passionstheater auf die Bühne. Im November inszenierte er am Schauspielhaus Zürich Tankred Dorsts Merlin oder Das wüste Land.

Am Münchner Volkstheater inszenierte er u. a. Die Räuber, Don Karlos, Lulu, Peer Gynt, außerdem die Shakespeare-Stücke Titus Andronicus, Richard III. und Hamlet, sowie Die Dreigroschenoper, Der Stellvertreter, Dantons Tod, Geschichten aus dem Wiener Wald und zuletzt Das Wintermärchen.

Bei den Salzburger Festspielen inszenierte er 2012 zum zehnten Mal die Eröffnungspremiere: den Jedermann. In Hamburg brachte er 2012 die Oper Ariadne auf Naxos zur Aufführung. Im Oberammergauer Passionstheater hatte Antonius und Cleopatra unter seiner Regie Premiere.

2013 inszenierte er dort die Uraufführung von Moses von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel, am 4. Juli 2014 feierte, ebenfalls im Passionsspielhaus, Ein Sommernachtstraum von William Shakespeare Premiere. Am 13. November 2014 hatte Bei Einbruch der Dunkelheit von Peter Turrini am Wiener Burgtheater Premiere.

Im Juli 2015 brachte Christian Stückl im Oberammergauer Passionstheater die erste Oper in Eigenproduktion heraus: „Nabucco“ von Giuseppe Verdi.

Ur- und Erstaufführungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Münchner Volkstheater: Christian Stückl bis 2025 Intendant, Nachtkritik vom 18. Juli 2018, abgerufen 19. Juli 2018
  2. Bezirk Oberbayern. Abgerufen am 18. August 2010.
  3. Liste der Träger des Bayerischen Verdienstordens 2011 auf der Seite der Bayerischen Staatsregierung. (Memento vom 8. Dezember 2011 im Internet Archive) (PDF; 49 kB) Abgerufen am 26. Juli 2011
  4. SALZBURG.AT. Abgerufen am 1. August 2011
  5. Pressemitteilung Nr. 534 der Regierung von Oberbayern. Abgerufen am 12. September 2011
  6. Die Welt vom 14. Oktober 2012 Dialog-Preis für Christian Stückl und Uschi Glas abgerufen am 1. Dezember 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]