Zum Inhalt springen

Christian Y. Schmidt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
2009
Autogramm

Christian Y. Schmidt (* 18. Dezember 1956 in Bielefeld) ist ein deutscher Journalist und Autor. Das „Y.“ ist nicht Teil seines Geburtsnamens, sondern ein zur Abgrenzung von namensgleichen Personen später eingefügtes Initial.

Christian Y. Schmidt studierte Psychologie, Literaturwissenschaft, Geschichte und Philosophie in Trier und Bielefeld. Von 1978 bis 1987 war er zusammen mit Hans Zippert, Fritz Tietz und anderen Herausgeber des Bielefelder „Dreck-Magazins“. Ab 1984 Beiträge schrieb er für das Satiremagazin „Titanic“, von 1989 bis 1996 hier auch Redakteur. Seitdem ist er freier Schriftsteller und Gelegenheitsjournalist, u. a. für Konkret, Berliner Zeitung, FAZ, Neues Deutschland und Süddeutsche Zeitung, Headwriter für die von Benjamin von Stuckrad-Barre moderierte Literatursendung „Lesezirkel“ (MTV, 2001) und Autor für weitere Fernsehproduktionen. Seit 2001 Senior Consultant der Zentralen Intelligenz Agentur (Holm Friebe, Kathrin Passig u. a.).[1] Schmidt lebte von 2003 bis 2022 mit seiner Frau Gong Yingxin in Ostasien, zunächst in Singapur, seit 2005 in Peking. Ab 2005 bloggte er auch bei dem kollaborativen Weblog „Riesenmaschine“. Bei einem Corona-bedingten Zwangsaufenthalt in Deutschland im Jahr 2020 rief Schmidt zusammen mit der Künstlerin Veronika Radulovic die Initiative „Corona-Tote sichtbar machen“ ins Leben.[2]

Einem größeren Publikum bekannt wurde Schmidt mit seiner 1998 erschienenen Joschka-Fischer-Biographie „Wir sind die Wahnsinnigen“, aus der im Januar 2001 Redner der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag zitierten[3], als in einer Plenumssitzung über die militante Vergangenheit des damaligen deutschen Außenministers diskutiert wurde.

2008 erschien Schmidts Reiseerzählung „Allein unter 1,3 Milliarden“, in der er eine dreimonatige Reise von Shanghai nach Kathmandu schildert, die ihn unter anderem ins Everest Basecamp führt, und die sich kurzfristig auf der Spiegelbestseller-Liste platzieren konnte[4].

Zehn Jahre später veröffentlichte Schmidt seinen ersten Roman „Der letzte Huelsenbeck“, den Dietmar Dath in der FAZ als „Glanzstück“ bezeichnete.[5]

Anfang 2020 erlebte Schmidt in Peking den Beginn der Corona-Pandemie hautnah mit und berichtete zunächst auf Facebook, später in „Coronavirus Update Beijing“, in limitierter Auflage gedruckt, darüber.

Corona-Spaziergang Peking 26.1.2020

2020 kam auch das „Kinderbuch für Erwachsene“ „Der kleine Herr Tod“ heraus, das von der Usedomer Zeichnerin Ulrike Haseloff[6] illustriert wurde. Der renommierte Kulturkritiker Georg Seeßlen nannte das Buch „eine literarische Feier des Lebens.“[7]

2023/24 unternahmen Christian Y. Schmidt und Volker Häring als erste westliche Ausländer eine fünfmonatige Fahrradtour auf den Spuren des Langen Marschs der chinesischen Roten Armee (1933–1934) durch China. Auf nahezu 7.000 Kilometern[8], die sie u. a. über das tibetische Hochplateau führten, spürten sie auch dem bayerischen Berufsrevolutionär und sowjetischen Geheimagenten Otto Braun nach, der als einziger Ausländer am Langen Marsch teilgenommen hat. Aus dieser Tour entstand das Buch „Der Lange Fahrradmarsch. 7.000 Kilometer durch das Reich der Mitte“, das im Oktober 2025 erschienen ist.[9]

Limitierte Auflagen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Coronavirus Update Beijing. Hybriden-Verlag, Berlin 2020, limitierte Auflage[11].
  • Quarantäne Updates Shanghai. Ein Feldforschungsbericht. Hybriden-Verlag, Berlin 2022, limitierte Auflage[12].
  • Corona Tests Beijing. Neunundsechzig Massentests in China. Hybriden-Verlag, Berlin 2023, limitierte Auflage[13].
Commons: Christian Y. Schmidt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]