Christine Kaufmann

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Dieser Artikel bezieht sich auf die Schauspielerin; zu der Rechtswissenschaftlerin siehe Christine Kaufmann (Rechtswissenschafterin).

Christine Maria Kaufmann (* 11. Januar 1945 in Lengdorf, Steiermark; † 28. März 2017 in München) war eine deutsch-österreichische Schauspielerin und Autorin.

Christine Kaufmann 2013 im Studio bei Markus Lanz

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christine Kaufmann war die Tochter der französischen Maskenbildnerin[1][2] Geneviève Gavaert und des deutschen Luftwaffenoffiziers Johannes Kaufmann. Ihre Mutter war kriegsbedingt umquartiert worden, weshalb Christine Kaufmann in Lengdorf (Gemeinde Sankt Martin am Grimming) zur Welt kam. Sie wuchs in München auf, wo sie schon ab dem Kindesalter Ballettunterricht hatte, unter anderem am Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz, anschließend beim Staatsopernballett.

Christine Kaufmann (2014)

Mit acht Jahren traf sie den Regisseur Harald Reinl, der mit ihr Rosen-Resli (1954) drehte, einen der ersten großen westdeutschen Kinoerfolge nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Film machte sie zum Kinderstar. In den Filmen Ein Herz schlägt für Erika, Wenn die Alpenrosen blüh’n oder Die singenden Engel von Tirol konnte sie weitere große Erfolge feiern.

Ende der 1950er Jahre ging Kaufmann nach Italien, wo sie unter anderem 1959 an der Seite von Steve Reeves in Die letzten Tage von Pompeji spielte.

Nach eigenen Angaben hat Kaufmann nie eine Schule besucht, sondern in den Drehpausen Unterricht von wechselnden Privatlehrern erhalten.[3] Sie sprach Deutsch, Englisch und Französisch.

In Gottfried Reinhardts Film Stadt ohne Mitleid aus dem Jahr 1961 erlangte sie an der Seite von Kirk Douglas internationale Bekanntheit und gewann 1962 einen Golden Globe Award als beste Nachwuchsdarstellerin. Bei den Dreharbeiten zu Taras Bulba in Argentinien lernte sie 1961 Tony Curtis kennen, der sich daraufhin von seiner Ehefrau Janet Leigh trennte. 1963 heirateten Kaufmann und Curtis. Der Ehe entstammen die Töchter Alexandra und Allegra.


Ihr beruflicher Erfolg in Hollywood war nicht von Dauer, sodass sie sich für das Privatleben entschied. Für die Liebeskomödie Monsieur Cognac – mit Curtis als Partner – und die deutsch-amerikanische Produktion Tunnel 28 erhielt sie nur mäßige bis schlechte Kritiken. In ihrer Autobiografie äußerte sich Kaufmann selbst negativ über diese Filme. 1968 wurde die Ehe mit Tony Curtis geschieden.

Kaufmann ging zurück nach Deutschland und drehte den von Rolf von Sydow inszenierten Fernsehfilm Wie ein Blitz, der ein großer Erfolg wurde. Nach mehreren Rollen in Fernsehserien wie Der Kommissar oder Derrick begann sie mit dem Regisseur Werner Schroeter zu arbeiten. Es entstanden Der Tod der Maria Malibran (1971), Willow Springs (1973), Goldflocken (1976) und Tag der Idioten (1981). Ebenfalls 1981 entstanden die Filme Lili Marleen und Lola mit Rainer Werner Fassbinder. Als Bühnenstar ging sie gemeinsam mit Udo Kier und Salome auf Tournee.

In den Jahren 1974 und 1999 posierte sie für den Playboy. Zuletzt wurde sie als „schönste Großmutter Deutschlands“ betitelt. Zudem hatte sie in dieser Zeit viel beachtete Auftritte unter der Regie von Helmut Dietl, etwa in Der ganz normale Wahnsinn und Monaco Franze – Der ewige Stenz. Von 1999 bis 2012 präsentierte Christine Kaufmann eine eigene Kosmetik- und Wellness-Produktreihe beim Teleshoppingsender HSE24.[4][5] Im Jahr 2011 nahm sie an der ORF-Show Dancing Stars teil, musste sich jedoch in der zweiten Show schon wieder verabschieden.

Ab 2014 war Christine Kaufmann wieder auf Theaterbühnen zu sehen; zuletzt im Landestheater Linz in dem Stück Funkelnde Geister von Noël Coward und in Der Weibsteufel von Karl Schönherr.[6]

Nach ihrer Ehe mit Curtis war sie noch dreimal verheiratet – mit dem Fernsehregisseur Achim Lenz (1974–1976), mit dem Musiker und Schauspieler Reno Eckstein (1979–1982) sowie mit dem Zeichner Klaus Zey (1997–2011, Trennung 2010).[1][7][8]

Kaufmann starb am 28. März 2017 im Alter von 72 Jahren in einem Münchener Krankenhaus an den Folgen einer Leukämie-Erkrankung.[9] Der von Alt-Abt Odilo Lechner geleitete Trauergottesdienst fand am 30. März im engsten Familienkreis in der Abtei St. Bonifaz statt, die Beisetzung der Urne war auf dem Münchner Westfriedhof geplant.[10] Am 16. Juni 2017 wurde ihre Urne in Paris neben ihrer Mutter Geneviève Givair sowie ihrer Groß- und Urgroßmutter beigesetzt.[11]

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Enkelkinder sind die Belohnung, dass man die eigenen Kinder ausgehalten hat.[12]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bibliografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1985: Körperharmonie, Schönheit und Gesundheit als Spiegelbild bewusster Lebensgestaltung, Droemer Knaur, München 1985, ISBN 3-426-26178-2.
  • 1989: Normal müßte man sein, Autobiographie, Langen Müller, München 1989, ISBN 3-7844-2262-4.
  • 1990: Lebenslust – Die Pflege der erwachsenen Schönheit, Ullstein, Berlin / Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-550-06444-6.
  • 1992: Frauenblicke, Ernstheiteres aus dem Alltag (= Ullstein, Nr. 34877: Ullstein-Sachbuch), Ullstein, Frankfurt am Main / Berlin 1992, ISBN 3-548-34877-7.
  • 1995: Liebesgefecht – Erotische Geschichten, mit 5 Zeichnungen von Henri Matisse, Langen-Müller, München 1993, ISBN 3-7844-2435-X.
  • 1997: Meine Schönheitsgeheimnisse, Körper und Seele im Einklang. Mit Zeichnungen von Klaus Zey, Fotos: Jacques Schumacher ..., Weltbild, Augsburg 1997, ISBN 3-89604-210-6.
  • 1998: Zeitlos schön. Make-up & Styling für die Frau ab 40, Aufnahmen von Inge Prader, Illustrationen von Klaus Zey, Redaktion Annegret Dieter-Steinherr, Das Beste, Stuttgart 1998, ISBN 3-87070-773-9.
  • 2000: Wellness care, der sinnliche Weg zu mehr Wohlbefinden, von Schröder, München 2000, ISBN 3-547-75275-2.
  • 2001: Der Himmel über Tanger, die sinnlichen Geheimnisse der Frauen in Marokko. Marion von Schröder, München, ISBN 3-547-75273-6.
  • 2002: Beauty guide, die Kunst der natürlichen Verjüngung. Marion von Schröder, München, ISBN 3-547-75275-2.
  • 2005: Christine Kaufmann und ich, mein Doppelleben. Lübbe, Bergisch Gladbach, ISBN 978-3-7857-2203-9.
  • 2006: Liebestöter auf vier Pfoten. Illustriert von Claus Joachim Zey, Ehrenwirth, Bergisch Gladbach 2006, ISBN 978-3-431-03689-3
  • 2007: Verführung zur Lebenslust – Zen und Sinnlichkeit, Kösel, München, ISBN 978-3-466-30742-5.
  • 2010: In Schönheit altern – Eros, Weisheit und Humor, Amalthea, Wien, ISBN 978-3-85002-709-0.
  • 2013: Scheinweltfieber. Langen Müller, München, ISBN 978-3-7844-3288-5.
  • 2014: Lebenslust – So kann ich mich jederzeit neu erfinden! Nymphenburger, München, ISBN 978-3-485-02800-4.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Christine Kaufmann – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Das Doppelleben der Christine Kaufmann. In: rp-online.de.Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH, 10. Januar 2005, abgerufen am 28. März 2017.
  2. Christine Kaufmann. In: steffi-line.de. Abgerufen am 28. März 2017.
  3. halloRTL. Heft 6/1981, S. 12.
  4. Warum ich nicht da war… ein Statement. In: christinekaufmann.eu. 10. Februar 2012, abgerufen am 28. März 2017.
  5. Christine Kaufmann setzt auf Phyto Power. (Memento vom 30. Dezember 2012 im Internet Archive) In: hse24.net. 5. Mai 2009.
  6. Christa Kanand: Schwaches Alpendrama mit Starbesetzung. In: Südwest Presse. Neue Pressegesellschaft mbh & Co. KG, 1. Dezember 2015, abgerufen am 28. März 2017.
  7. Christine Kaufmann. In: HairWeb.de, abgerufen am 28. März 2017.
  8. Kristina Poehls: Schauspielerin Christine Kaufmann – 4. Scheidung ! In: bild.de. 19. Mai 2011, abgerufen am 28. März 2017.
  9. Schauspielerin Christine Kaufmann ist tot. In: Focus Online. Hubert Burda Media, 28. März 2017, abgerufen am 28. März 2017.
  10. Christine Kaufmann: Geheime Trauerfeier für die Familie, Zugriff am 4. April 2017
  11. Christine Kaufmann wird heute beerdigt – auch ihre zweite Tochter kommt nicht Focus.de am 16. Juni 2017
  12. Stern vom 25. Januar 2017, S. 115, Interview mit Christine Kaufmann: Mein gliebtes Ich