Christine Lambrecht

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Unterschrift von Christine Lambrecht

Christine Lambrecht (2017)

Christine Lambrecht (* 19. Juni 1965 in Mannheim) ist eine deutsche Politikerin (SPD) und seit dem 27. Juni 2019 Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz im Kabinett Merkel IV.[1]

Von 2011 bis 2013 war Lambrecht stellvertretende Fraktionsvorsitzende sowie von Dezember 2013 bis September 2017 erste Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion. Von März 2018 bis Juni 2019 war sie Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister der Finanzen.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christine Lambrecht besuchte das Albertus-Magnus-Gymnasium in Viernheim und absolvierte 1984 dort ihr Abitur. Im Anschluss nahm sie ein Studium der Rechtswissenschaften an den Universitäten Mannheim und Mainz auf, wo sie 1992 ihr erstes Staatsexamen abschloss. Das anschließende Referendariat absolvierte Lambrecht am Landgericht Darmstadt. An der Deutschen Verwaltungshochschule in Speyer bestand sie einen Aufbaustudiengang zur „Magistra der Verwaltungswissenschaften“ und legte zeitgleich 1995 ihr zweites Staatsexamen ab. Seitdem arbeitet Lambrecht als selbständige Rechtsanwältin in Viernheim. Zudem lehrte sie bis 1998 als Dozentin für Handels- und Gesellschaftsrecht an der Berufsakademie in Mannheim.

Seit 1998 ist Lambrecht Mitglied des Deutschen Bundestages, anfangs (1998 und 2002) errang sie ein Direktmandat im Wahlkreis Bergstraße, danach (2005, 2009, 2013 und 2017) scheiterte sie viermal in Folge und zog über die Landesliste in den Bundestag ein.

Lambrecht hat einen Sohn.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christine Lambrecht im Wahlkampf (Januar 2008)

1982 trat Christine Lambrecht in die SPD ein und war von 1985 bis 2001 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung Viernheim. Deren Vorsitz hatte sie von 1997 bis 2001 inne. Mitglied des Kreistags Bergstraße war sie von 1989 bis 1997.

Seit 1998 ist Lambrecht Mitglied des Deutschen Bundestages. Während ihrer ersten Legislaturperiode (1998–2002) war sie ordentliches Mitglied im Rechts-, Sport- und Untersuchungsausschuss. Zudem engagierte sie sich im Arbeitskreis der SPD-Bundestagsfraktion zur Umsetzung des Atomausstiegs. In der Fraktion gehört sie der Parlamentarischen Linken an.[2]

In der 15. Wahlperiode des Deutschen Bundestages (2002–2005) wurde Christine Lambrecht ordentliches Mitglied des Rechtsausschusses sowie Sprecherin für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung. Außerdem war sie stellvertretende rechtspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion.

In der darauf folgenden Wahlperiode (2005–2009) war Lambrecht Mitglied im Ältestenrat des Deutschen Bundestages.

Von 2009 bis 2011 war sie rechtspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion. Im April 2011 wurde sie dann zur stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion gewählt und war zudem seit Mai 2011 im Vermittlungsausschuss vertreten.

Nach den Bundestagswahlen 2013 und den abgeschlossenen Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und CDU/CSU wurde Christine Lambrecht im Dezember 2013 mit 95,1 Prozent von der SPD-Bundestagsfraktion zur Ersten Parlamentarischen Geschäftsführerin der Fraktion gewählt.

Von 2007 bis 2017 war sie Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Bergstraße und Mitglied des Landesvorstands der SPD Hessen und von 2009 bis 2019 stellvertretende Vorsitzende des SPD-Bezirks Hessen-Süd.[3]

2019 wurde sie Nachfolgerin von Katarina Barley als Bundesjustizministerin. Zu Beginn ihrer Amtszeit äußerte sie, dass Enteignungen privater Wohnungsunternehmen als „letztes Mittel“ möglich sein sollten.[4] Nach der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in Mülheim an der Ruhr sprach sie sich gegen eine Senkung des Strafmündigkeitsalters unter 14 Jahre aus.[5]

Gesellschaftliches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lambrecht ist seit 2010 ehrenamtliche Vizepräsidentin der THW-Bundesvereinigung. Im März 2013 besuchte sie in dieser Funktion das Flüchtlingscamp Zaatari an der syrisch-jordanischen Grenze.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Christine Lambrecht – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gökalp Babayiğit, Mike Szymanski Berlin: Christine Lambrecht soll Justizministerin werden. In: sueddeutsche.de. 19. Juni 2019, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 19. Juni 2019]).
  2. Mitglieder der Parlamentarischen Linken. Abgerufen am 9. Juni 2018.
  3. Christine Lambrecht, MdB. Bundesministerium für Finanzen, 14. März 2018, abgerufen am 26. April 2019.
  4. Tagesschau: Justizministerin Lambrecht - Enteignungen als "letztes Mittel"
  5. Tagesschau: Nach mutmaßlicher Vergewaltigung - Lambrecht gegen Strafmündigkeit unter 14