Christine Schorn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Christine Schorn (rechts sitzend) als Recha und Wolfgang Heinz als Nathan in einer Nathan-Inszenierung des Deutschen Theaters Berlin (1971)

Christine Schorn (* 1. Februar 1944 in Prag) ist eine deutsche Schauspielerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christine Schorn ist das dritte Kind des Schauspielerehepaares Peter Schorn und Alice Marianne Emilie Schorn, geborene Scheimer (Bühnenname: Elisabeth von Wielander). Nach der Flucht aus Prag über Salzburg wuchs Christine Schorn zunächst in Kiel und ab Anfang der 1950er Jahre in Berlin auf. Mit 16 Jahren entschloss sie sich, den Beruf der Eltern zu ergreifen und bewarb sich an der Schauspielschule. Da sie zunächst als zu jung abgelehnt wurde, arbeitete sie als Wäscherin und Verkäuferin und studierte dann 1961 bis 1964 an der Staatlichen Schauspielschule in Ost-Berlin.

Unmittelbar nach dem Studium hatte sie 1963 gemeinsam mit Dieter Mann am Deutschen Theater in dem Stück Unterwegs des sowjetischen Autors Wiktor Rosow großen Erfolg. Sie ist bis heute unverändert an diesem Theater engagiert und spielte dort unter anderem die Recha in Nathan der Weise, Alkmene in Hacks' Amphytrion, Lady Milford in Kabale und Liebe, Jelena in Onkel Wanja und die Titelrolle in García Lorcas Doña Rosita bleibt ledig und die Herzogin von Friedland in Schillers Wallenstein. Von 1973 bis 1980 pausierte sie am Theater aus privaten Gründen und brachte auch ihre Tochter zur Welt.

Auch im Fernsehen wurde Christine Schorn öfters eingesetzt und erhielt 1968 den Nationalpreis der DDR I. Klasse für Kunst und Literatur für ihre Darstellung der Ingenieurin Bolzin in Zeit ist Glück.

In den Filmen Nachtspiele (1978) und vor allem Die Beunruhigung (1982) konnte sie auch als Hauptdarstellerin ihre schauspielerischen Qualitäten unter Beweis stellen. Im Jahr 1986 erhielt sie als Teil des Schauspielerkollektivs des Fernsehfilms Ernst Thälmann den Nationalpreis II. Klasse.

Nach der Wende setzte sie ihre Karriere fort und war vor allem in Fernsehserien wie Polizeiruf 110 und am Theater zu sehen. Dem gesamtdeutschen Publikum wurde sie spätestens mit der satirischen Fernsehserie Wir sind auch nur ein Volk (1994), die die Probleme der wiedervereinigten Deutschen auf die Schippe nahm, als weibliche Hauptrolle neben Manfred Krug bekannt. Danach hatte sie Anteil am Erfolg des preisgekrönten Filmwerkes Good Bye, Lenin! (2003) und wurde für ihre Nebenrolle als alkoholkranke Mutter von drei erwachsenen Töchtern in Franziska Meletzkys Frei nach Plan (2008) mit dem Deutschen Filmpreis 2008 ausgezeichnet. Erneut als beste Nebendarstellerin mit dem Deutschen Filmpreis geehrt wurde Schorn 2013 für ihre Leistung als krebskranke Mutter von Wotan Wilke Möhring in André Erkaus Tragikomödie Das Leben ist nichts für Feiglinge. Im Mai 2016 erhielt sie für ihr Lebenswerk den „Goldenen Ochsen – Ehrenpreis des Filmkunstfests Mecklenburg-Vorpommern“,[1] die Laudatio hielt Dietmar Hochmuth.

Schorn ist verheiratet und lebt in Berlin.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Filmland-MV.de. Ehrenpreis des Filmkunstfestes Mecklenburg-Vorpommern 2016 an Christine Schorn (Memento des Originals vom 15. Juli 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.filmland-mv.de;
  2. Ehrenpreis von Filmkunstfest für Christine Schorn, Focus vom 11. März 2016