Christkindl

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Christkindl (Stadtteil)
Katastralgemeinde Christkindl
Christkindl (Österreich)
Red pog.svg
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Steyr (SR), Oberösterreich
Pol. Gemeinde Steyr
Ortschaft Steyr
Koordinaten 48° 2′ 17″ N, 14° 23′ 15″ OKoordinaten: 48° 2′ 17″ N, 14° 23′ 15″ Of1
Höhe 347 m ü. A.
Einwohner der stat. Einh. 1834 (15. Mai 2001)
Fläche d. KG 1,59 km²
Postleitzahl 4400 Steyr
Statistische Kennzeichnung
Katastralgemeinde-Nummer 49203
Zählsprengel/ -bezirk Christkindl, Schlühslmayr (40201 12)
Bis 1938 Teil von Garsten
alter Zählbezirksname: VII.Bez.: Christkindl[1] Sonderpostamt 4411 Christkindl
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; DORIS

f0f0BW

Christkindl ist als Katastralgemeinde ein Stadtteil der oberösterreichischen Stadt Steyr mit gleichnamiger Wallfahrtskirche und bekanntem Sonderpostamt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christkindl liegt rund 2 km westlich des Stadtzentrums von Steyr auf einer Anhöhe oberhalb der Steyr. Die Katastralgemeinde Christkindl hat eine Fläche von 1,59 km².

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung geht auf den Bau der Wallfahrtskirche Christkindl ab dem Jahr 1702 zurück, der frühere Name der Anhöhe, auf der heute die Kirche steht, ist „Wald Underm Himel“. Für das darunterliegende Augebiet entlang des Steyrflusses ist schon seit 1577 der noch heute übliche Name „Unterhimmel“ belegt, vermutlich als Abgrenzung zum Hügel.[2] Christkindl wurde mit Beschluss von 15. Oktober 1938 gemeinsam mit Münichholz, Hinterberg, Gleink, Grünberg, Stein und Garsten eingemeindet.[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallfahrtskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Front der Kirche

Die Wallfahrtskirche Christkindl wurde 1702 nach Plänen von Carlo Antonio Carlone begonnen, direktes Vorbild war das römische Pantheon Agrippas. Da dies ohne bischöfliche Bewilligung geschah, wurde im Mai 1703 ein Bauverbot der bischöflichen Kurie erlassen. Erst am 16. April 1708 bekam man die lang ersehnte Bewilligung. Die Kirche wurde nach dem Tod von Carlo Antonio Carlone von Jakob Prandtauer vollendet und 1709 geweiht.[4]

Christkindlwirt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Einsiedlerhaus am Felsvorsprung nahe der Kirche ist bereits seit ca. 200 Jahren eine Gastwirtschaft, seit 1964 gehört es der Familie Baumgartner, deren Nachkommen es 2008 zu einem Hotel ausbauten. Vorherige Besitzer waren J. Strahofer[5] und ab 1931 bis 1964 David. Seit 1951 ist hier während der Advent- und Weihnachtszeit ein Sonderpostamt eingerichtet – der damalige Name des Hauses war noch Gasthof zur schönen Aussicht.[6]

Postamt Christkindl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Postamt Christkindl

Internationale Bekanntheit erhielt der Ort, seitdem 1950 die österreichische Post das Sonderpostamt Christkindl mit 42.000 abgefertigten Sendungen dort einrichtete.[7] Es handelte sich tatsächlich um Briefe, die an von Kindern als Weihnachtswunsch geschrieben wurden. Dieses Postamt (4411 Christkindl) ist in jedem Jahr zwischen dem ersten Adventsonntag und dem 6. Januar geöffnet und versieht die Briefsendungen, die darüber verschickt werden, mit einem Sonderstempel. Pro Jahr erhalten heute etwa 2 Millionen Sendungen diesen Sonderstempel.

Sehenswerte Krippen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mechanische Krippe von Karl Klauda (Pfarrheim). Durch eine ausgeklügelte Mechanik mit Fahrradketten, Wellen und Zahnrädern bewegen sich beinahe 300 aus Lindenholz geschnitzte Figuren durch eine detailreiche biblische Landschaft.
  • Großkrippe von Ferdinand Pöttmesser (Pfarrheim). Die orientalische Landschaftskrippe mit einer Fläche von 58 m² bietet Platz für 778 bis zu 30 cm große, geschnitzte und bekleidete Figuren des Südtirolers Ferdinand Pöttmesser.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jedes Jahr Anfang Dezember findet auf der Ballonwiese, neben der Pfarre, der Ballonstart des hl. Nikolaus statt. Dieses Ereignis ist unter den Kindern sehr beliebt, da der Nikolaus Süßigkeiten unter ihnen verteilt.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der örtliche Fußballverein 1. FC Christkindl wurde 1974 gegründet und besitzt einen hohen Bekanntheitsgrad in der Region Steyr. In den letzten Jahren erzielte der Verein durch gezielte Nachwuchsarbeit wieder große Erfolge im regionalen Fußball.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Christkindl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Christkindl – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Fußnoten und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Siehe Statistische Bezirke. Statistische Zonen. Magistrat Steyr, Planungdatum 2008 (beide pdf, abgerufen 8. Juli 2018).
  2. In Unterhimmel lässt es sich gut leben (Himmel auf Erden: Serie, Teil 1 von 5) Kirchenzeitung Linz, 2011/31, 3. August 2011. Aufgerufen am 28. Oktober 2012
  3. Manfred Brand: Neue Geschichte von Steyr. Verlag Ennsthaler, Steyr 1980, ISBN 3-85068-093-2, S. 160.
  4. steyr.at. Bauten: Wallfahrtskirche Christkindl aufgerufen am 26. August 2011
  5. Gastgartenschild auf einer Fotografie von 1930: J. STRAHOFER RESTAURATION. In: Raimund Ločičnik: Das Steyrtal. Sutton Verlag, Erfurt 2010, ISBN 978-3-86680-647-4, S. 108.
  6. Ločičnik: Das Steyrtal S. 109.
  7. Rudolf Lehr: Landeschronik Oberösterreich, Verlag Christian Brandstätter, Wien 2008, ISBN 978-3-85033-230-9, S. 372.
  8. Franz Xaver Mitterecker kam im Haus Unterhimmel 28 zur Welt. Siehe: Taufbuch Steyr Christkindl 101/01, S. 161