Christmas Pudding

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Pudding im Tuch
Ein traditionell im Tuch gekochter Christmas Pudding

Christmas Pudding ist ein Gericht, das traditionell in Großbritannien, Irland und einigen Ländern des Commonwealth am ersten Weihnachtsfeiertag serviert wird. Im Gegensatz zu deutschen Puddings handelt es sich bei dem englischen Gericht ursprünglich nicht um eine Süßspeise. Die deutsche Bezeichnung für diese Speisen ist Serviettenkloß oder Mehlbeutel.

Zubereitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christmas Pudding ist ein gekochter bzw. gedämpfter Pudding und enthält unter anderem Trockenobst (z. B. Rosinen), Nüsse und üblicherweise Rindernierenfett, wobei Letzteres manchmal durch pflanzliches Fett ersetzt wird. Der meist dunkle Pudding wird oft mit Brandy oder anderem Alkohol getränkt. In Großbritannien haben viele Familien ihre eigenen Rezepte, die auch regional variieren können.

Traditionell wurde der Christmas Pudding in einem Puddingtuch gekocht. Spätestens seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird er jedoch vorwiegend in einer Puddingform zubereitet. Der Pudding wird bereits einige Wochen vor dem Weihnachtsfest, am letzten Sonntag im November, zubereitet. Vor dem Servieren wird der Pudding gekocht. Einmal aus der Puddingform entnommen wird der Pudding meist mit Brandy übergossen und am Tisch flambiert. Der Christmas Pudding wird oft mit Brandy-Butter oder Custard gegessen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Christmas Pudding hat seine Ursprünge im Mittelalter, fand aber erst im Viktorianischen Zeitalter (19. Jh.) seine heute übliche Form. In den 1940er Jahre fand eine Art Standardisierung statt: Nur solche Darreichungsformen durften sich Empire Christmas Pudding nennen, die mehr als 9 % Fett, 15 % Zucker und 40 % getrocknete Früchte enthielten. Eine Statistik des britischen Gesundheitsministeriums von 1952 stellte Plymouth als die Stadt heraus, die die meisten Christmas Puddings nach den neuen Vorgaben herstellte (1617) und importierte (1536).[1]

Christmas Pudding wird auch Plumpudding genannt. Trotz dieses Namens enthielt das Gericht zunächst keine Pflaumen; früher wurden Rosinen und auch andere Trockenfrüchte als plum bezeichnet, daher der Name. Der Pudding war zunächst kein spezielles Weihnachtsessen. Er geht zurück auf ein Gericht namens Plum pottage, das aus zerkleinertem Rindfleisch oder Hammel, Zwiebeln und getrockneten Früchten bestand, angedickt mit Brotkrumen und verfeinert mit Gewürzen und Wein. Die Konsistenz war dickflüssig. Es handelte sich nicht um eine Nachspeise, sondern um den ersten Gang der Mahlzeit. Seit dem 16. Jahrhundert wurden Rosinen hinzugefügt und man ging dazu über, das Fleisch wegzulassen und durch Fett zu ersetzen. Plum pudding wurde zu einem Festmahl, das an Allerheiligen, Weihnachten und Neujahr gegessen wurde. Um 1670 wurde er Christmas pottage genannt. Eine einfache Variante hieß Plum duff und war eine Alltagsspeise.

Zur Zeit Oliver Cromwells und des Puritanismus gehörte dieser Pudding zu den weihnachtlichen Attributen, die in England offiziell verboten wurden.

Die heutige Version des Christmas Pudding ist größtenteils erst im 19. Jahrhundert entstanden. Übliche Zutaten sind Rinderfett, Zucker, Sirup (schwarzer Melassesirup aus Zuckerrohr), Rosinen, Brotkrumen, Eier, Gewürze und Alkohol, teilweise auch noch Mehl, Orangen- oder Zitronenschalen, geriebene Möhren oder Äpfel und Mandeln. Die Konsistenz ist ziemlich fest. Nach dem Kochen ist der Pudding bei Lagerung zwischen 4 und 7 °C ca. ein Jahr haltbar – in Abhängigkeit von der Zubereitungsart unter Umständen noch wesentlich länger. Am 22. Dezember 2015 wurde im englischen Nottingham ein bei einer Wohnungsauflösung entdeckter 46 Jahre alter Christmas Pudding verköstigt und vom Geschmack her als „erstaunlich“ beurteilt. Die Speise war zuvor mikrobiologisch untersucht und für unbedenklich befunden worden.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alan Davidson: The Oxford Companion to Food. 2nd edition, edited by Tom Jaine. Oxford University Press, Oxford u. a. 2006, ISBN 0-19-280681-5, S. 185: Christmas pudding.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Christmas Pudding – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The National Archives: The National Archives - A sticky situation: The Christmas pudding palaver of 1952. 20. Dezember 2012, abgerufen am 3. Dezember 2020 (britisches Englisch).
  2. Decades-old Christmas pudding tastes 'amazing'. BBC News, 22. Dezember 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019 (englisch).