Christoph 31

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Christoph 31
D-HBYH

Seit Juni 2012 eingesetzter Hubschrauber (D-HBYH)
Seit Juni 2012 eingesetzter Hubschrauber (D-HBYH)

Luftrettungszentrum Daten
Betreiber: ADAC Luftrettung, München
Träger: Senatsverwaltung für Inneres und Sport, Land Berlin
Hubschraubertyp: Eurocopter EC 135 P2
Ehemaliges LFZ*: bis November 2001: Bölkow Bo 105
Inbetriebnahme: 1. September 1987
Standort: Charité – Universitätsmedizin Berlin,
Campus Benjamin Franklin,
Hindenburgdamm 30,
12203 Berlin
Einsatzbereitschaft: Sonnenaufgang, frühestens 7 Uhr, bis Sonnenuntergang
Koordinaten: 52° 26′ 28,6″ N, 13° 19′ 20,7″ OKoordinaten: 52° 26′ 28,6″ N, 13° 19′ 20,7″ O
Höhe: 130 ft
Besatzung
Pilot: ADAC Luftrettung, München
Arzt: Charité, Campus Benjamin Franklin
Rettungsassistent: DRK Landesverband Berlin
*LFZ = Luftfahrzeug

Christoph 31 ist ein von der ADAC Luftrettung betriebener Rettungshubschrauber (RTH), der im Rettungsdienst der Berliner Feuerwehr zur Luftrettung eingesetzt wird.

Christoph 31 ist dabei ein funktionaler Name und entspricht dem Funkrufnamen. Er bezeichnet die Funktion des Hubschraubers in der Rettungsdienststruktur, ohne dass es sich dabei stets um dieselbe Maschine handeln muss.

Christoph 31 flog in den vergangenen Jahren von allen deutschen Rettungshubschraubern die meisten Einsätze in Abhängigkeit vom Alarmierungssystem. Die Anzahl der Einsätze weist eine im Bundesdurchschnitt sehr hohe Fehleinsatzquote auf. Die Berliner Station absolvierte 2015 insgesamt 3838 Einsätze, während die zweitplatzierte Station (Christoph Europa 1, Aachen/Würselen) auf lediglich 2162 Einsätze kam.[1]

Station, Besatzung und Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hubschrauber ist im ADAC-Luftrettungszentrum Berlin auf dem Charité-Campus Benjamin Franklin in Berlin-Lichterfelde stationiert. Er ist täglich von Sonnenaufgang, frühestens 7 Uhr, bis Sonnenuntergang in Einsatzbereitschaft. Er wird von der Feuerwehr-Leitstelle Berlin zu Rettungseinsätzen mit Notarztindikation alarmiert, wenn ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) nicht rechtzeitig zur Verfügung steht oder die Art der Verletzung den Transport eines Patienten mittels Hubschrauber erforderlich macht. In der Behördenstruktur der Berliner Feuerwehr handelt es sich bei Christoph 31 um eine Stützpunktwache (4206 RTH Christoph 31), die der Direktion West untersteht.

Bei seinen Einsätzen ist Christoph 31 mit einem Piloten, einem Notarzt und einem Rettungsassistenten besetzt. Dabei arbeiten grundsätzlich drei feste Piloten, rund zwölf Notärzte und vier Rettungsassistenten im Wechsel, um eine ständige Alarmbereitschaft zu garantieren. Die Rettungsassistenten gehören zur Hubschrauberbesatzung (HEMS Crew Member) und unterstützen den Piloten im Bereich der Kommunikation und Navigation, während der Notarzt juristisch gesehen ein Passagier ist.

Geschichtliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bölkow Bo 105 mit US-Kennung vor dem Feuerwehrmuseum Berlin

Aufgrund des Viermächte-Status durften in West-Berlin nur Flugzeuge der Alliierten fliegen. Christoph 31 kooperierte mit der amerikanischen Gesellschaft Omniflight Airways und flog seit der Gründung 1987 bis September 1992 offiziell unter amerikanischer Flagge und amerikanischem Kennzeichen (N4573T).[2]

Seit 15. November 2001 fliegt ein Hubschrauber vom Typ Eurocopter EC 135 die Einsätze als Christoph 31.

Im Sommer 2006 flog anlässlich der Fußball-WM in Berlin für mehrere Monate ein zusätzlicher RTH an Berlins Himmel: Christoph 31 Bravo (kurz: Christoph 31 b), der am Bundeswehrkrankenhaus Berlin stationiert war.[3]

Seit Januar 2009 flog die D-HDEC als Stammmaschine in Berlin, die mit dem Sandfilter Centrisep von Pall ausgestattet ist. Die anderen EC 135 der ADAC Luftrettung werden seit 2010 schrittweise mit dem Sand- und Partikelfilter Inlet Barrier Filter (IBF) von Eurocopter ausgerüstet, der mit einem anderen Wirkprinzip als der Centrisep arbeitet. Die Umrüstung der D-HDEC blieb offen.[4] Seit Juni 2012 ist D-HBYH die neue Stammmaschine; sie ist bereits mit dem IBF ausgestattet.[5]

Am 19. Oktober 2007 wurde mit einem Festakt im Steglitzer Hangar das 20-jährige Jubiläum von Christoph 31 gefeiert. Am 14. Oktober 2012 fand ein Tag der offenen Tür anlässlich des 25-jährigen Jubiläums statt. Vertreten war auch Frank Henkel als zuständiger Senator für Inneres und Sport des Landes Berlin.[6]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Christoph 31 geht auf den heiligen Christophorus zurück, den Schutzpatron der Reisenden. Nach ihm tragen alle deutschen Rettungshubschrauber grundsätzlich den Namen Christoph, gefolgt von einer Nummer.

In Berlin ist ferner der Intensivtransporthubschrauber Christoph Berlin stationiert, der bei Bedarf auch Notfalleinsätze fliegt. Er untersteht ebenfalls der Feuerwehr-Leitstelle Berlin. Betrieben wird er von der HDM Luftrettung gGmbH und ist am Unfallkrankenhaus Berlin in Biesdorf stationiert. Im Gegensatz zum Christoph 31 ist er 24 Stunden täglich einsatzfähig.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ADAC-Luftrettung GmbH (Hrsg.): ADAC-Stationsatlas. „Christoph – bitte kommen!“ Werner Wolfsfellner Medizinverlag, München 2011, ISBN 978-3-933266-71-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Christoph 31 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einsatzzahlen der Luftrettung. rth.info, abgerufen am 31. Juli 2016.
  2. Jahrbuch 2009 der Berliner Feuerwehr. Berliner Feuerwehr, Stab 3 Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Mai 2010, S. 47, abgerufen am 19. Juni 2016 (PDF; 7,5 MB).
  3. Die Geschichte des Christoph 31. Website der Berliner Feuerwehr. Abgerufen am 19. Juni 2016.
  4. Hubschrauber EC 135 auf der Website des Christoph 31. (Memento vom 13. Juli 2012 im Internet Archive)
  5. Maschinenwechsel in Berlin bei Christoph 31. Website Christoph 31, 24. Juni 2012, abgerufen am 18. Februar 2015.
  6. 25 Jahre Luftrettung – Besuch von Innensenator Henkel am Stand des THW. Website des THW Steglitz, abgerufen am 8. Januar 2013.