Christoph Ehrenfellner

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Christoph Ehrenfellner (* 25. November 1975 in Salzburg) ist ein österreichischer Dirigent und Komponist.

Christoph Ehrenfellner, Dirigent und Komponist

Leben[Bearbeiten]

Als zweiter von fünf Söhnen des Historikers Karl Ehrenfellner und einer Musikpädagogin in Salzburg geboren, begann Ehrenfellner bereits im Alter von fünf Jahren mit dem Geigenunterricht bei Oskar Hagen (Vater des Hagen-Quartetts), bevor es ihn mit neun Jahren zu den Wiener Sängerknaben in die Hauptstadt zog.[1] Mit 16 studierte er am Salzburger Mozarteum bei Dr. Helmut Zehetmayr (Violine) und Andreas Lebeda (Gesang). Nach seiner Matura 1994 ging er an die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, wo er bei Gerhard Schulz vom Alban Berg Quartett (Violine) und Leopold Spitzer (Gesang) lernte. Über seinen Lehrer Gerhard Schulz erhielt Ehrenfellner eine Einladung zum Internationalen Musikseminar in Prussia Cove, wo er nach wie vor ständiger Gast ist und mit Musikern wie György Kurtág, György Sebök, Ferenc Rados, Lorand Fenyves, Gabor Takacs und Andras Keller arbeitete. Zudem besuchte er in diesen Jahren zahlreiche Meisterkurse bei Künstlern wie Shmuel Ashkenasi, Helena Lazarska, John Buttrick, dem Amadeus-Quartett und Erich Höbarth (Wiener Streichsextett).

Ehrenfellner gastierte auf zahlreichen Festivals, etwa bei den Salzburger Festspielen und den Semanas Musicales in Frutillar/Chile. Er spielte als Gastkonzertmeister und -stimmführer beim Mahler Chamber Orchestra, dem Sinfónica de la Juventud Venezolana Simón Bolívar und dem OENM Salzburg und substituierte bei den Wiener Symphonikern, dem Radio-Symphonieorchester Wien und dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich. In Tokyo wurde Ehrenfellner 2006 als Geiger die Ehrenmitgliedschaft der Japan-Austrian Cultural Association zuerkannt.[2]

2003 begann er am Konservatorium Wien Privatuniversität sein Studium der Kammermusik beim Altenberg Trio, nach dessen Abschluss er sich dem Dirigieren (bei Georg Mark) und Komponieren (bei Christian Minkowitsch) widmete. Zudem ist Ehrenfellner regelmäßig als Dozent tätig, etwa beim Wiener Jeunesse Orchester, beim Oberösterreichischen Landesjugendorchester, dem Orquestra Juvenil de Caracas, der Shoa Universität Tokyo sowie an den Konservatorien in Wien und Mülhausen. Als Juror war er jüngst beim SCL International Youth Music Festival Vienna[3] tätig.

Christoph Ehrenfellner ist verheiratet, hat eine Tochter und lebt in Klosterneuburg bei Wien, wo er einen (Kammermusik-)Salon ins Leben gerufen hat.

Tätigkeit als Dirigent[Bearbeiten]

Ehrenfellner etablierte sich – über die Kammermusik hinaus – in den letzten Jahren als Dirigent.
Seine dirigentische Tätigkeit erstreckt sich über Europa hinaus (Japan, Philharmonisches Orchester Mexico City, in Venezuela, in der Dominikanischen Republik). Er ist seit 2011 Chef der Sinfonietta Baden und Studienleiter an der Opéra National de Lorraine in Nancy. Assistententätigkeit absolvierte Ehrenfellner u.a. beim Festival Retz, an der Konservatorium Wien Privatuniversität und am Teatro Teresa Carrena in Caracas. Ehrenfellner arbeitete u.a. mit dem Orchestre symphonique et lyrique de Nancy, mit dem Orchestre Symphonique Mulhouse, mit den Bratislava Symphonikern, dem Thames Chamber Orchestra London sowie dem Staatsopern-Orchester Ruse/Bulgarien. Ehrenfellner gründete 2009 die Wallersee Philharmonie, mit der er seither in der Region Flachgau bei Salzburg konzertiert.

Tätigkeit als Komponist[Bearbeiten]

Von seinem langjährigen Lehrer und Vorbild György Kurtág inspiriert, komponiert Ehrenfellner seit 2005. In der Saison 2011/12 war er Composer in Residence der Stadt Mülhausen in Frankreich.

Besondere (Ur-)Aufführungen seiner Werke sind (Auswahl):

  • "Jagd-Sonate" op. 25, für Klavier und Geige, aufgeführt durch das Duo Raskin & Fleischmann, Uraufführung im Wiener Musikverein, weitere Aufführungen in Brüssel, Wien, Tokyo.
  • Ballade de la Tsvetaeva op. 23, Streichtrio, Auftragswerk der Seiji Ozawa Academy/Genf (Composer in Residence 2013), Uraufführung in der Victoria Hall, Genf.
  • Variations on Impossibility op. 22, Streichquartett, Auftragswerk Mainfranken Theaters Würzburg, Uraufführung in Würzburg/Deutschland.
  • Danse de Corbeaux – Hommage a Stravinsky op. 19, Hommage an Igor Stravinskys „Feuervogel“, Auftragswerk des Wiener Jeunesse Orchesters, Uraufführung im Goldenen Saal des Musikvereines in Wien.
  • Fantaisie Pathetique – Hommage a Tchaikovsky op. 17, Fantasie für großes Orchester, aufgeführt in Mülhausen unter Daniel Klajner und wiederaufgenommen von Leif Segerstam mit dem Turku Philharmonic Orchester.
  • Entr'Acte op. 15, Orchesterfantasie unter den gleichnamigen Film von René Clair, uraufgeführt im Rahmen der Residence in Mülhausen/Frankreich.
  • Sinfonia Fiorentina op. 14, Kammersymphonie, uraufgeführt in der Filature de Mulhouse durch Mitglieder des Orchester Symphonie de Mulhouse unter der Leitung von Christoph Ehrenfellner.
  • Kadenzen op. 13 zu Ludwig van Beethovens Violinkonzert op. 61, aufgeführt von Christoph Ehrenfellner mit dem Universitätsorchester Salzburg 2011.
  • Des Teufels Drei Goldene Haare op. 11, Kinderoper in drei Bildern, Auftragswerk des Carinthischen Sommers 2010.
  • Hommage an St. Petersburg op. 10, Doppel-Konzert für Violine und Viola, aufgeführt beim Viola Space Festival Nobuko Imai in Tokyo 2010 und im Großen Festspielhaus in Salzburg 2011.
  • Streichquartett op. 9, uraufgeführt beim Zeitkunst Festival Berlin 2009.
  • Mae Mona op. 7, Kammeroper in acht Szenen, uraufgeführt 2009 am Max Reinhardt Seminar Wien in Co-Produktion mit der Musikwerkstatt Wien und der Universität Wien.
  • Come Away op. 3, Cello-Trio, gewann bei seiner Uraufführung beim Bundesjugendwettbewerb Prima la Musica 2007 in Linz den ersten Preis[4].

Diskographie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Hans Koessler: Trio-Suite for Violin, Viola & Piano; Quintet in F major for 2 Violins, Viola, Cello & Piano; Emánuel Moór: Sonata No. 2 for Cello & Piano Op. 55 - David Frühwirth, Violine; Christoph Ehrenfellner, Violine; Geneviève Strosser, Viola; Péter Szabó, Cello; Zsuzsa Kollár, Piano – Hungaroton Classic HCD 32331 (2005)
  • Wolfgang Amadeus Mozart, Johannes Brahms: Clarinet Quintets KV 581, op. 115 – Yoko Fuji, Klarinette; Christoph Ehrenfellner, Violine; Herbert Müller, Viola; Adalbert Skocic, Violoncello u. a. – Art Union Japan (2008)
  • Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven: Streichtrios KV 563, op. 8 – Christoph Ehrenfellner, Violine; Herbert Müller, Viola; Adalbert Skocic, Violoncello – Preiser Records PR 91773 (2011)
  • Wolfgang Amadeus Mozart: Divertimento KV 563 – Christoph Ehrenfellner, Violine; Firmian Kermer, Viola; Martin Rummel, Violoncello – paladino music pmr 0013 (2011)
  • Franz Schubert, Robert Schumann: Klavierquintette Op. 114 „Forellen“, Op. 44 – Katsura Takinawa, Klavier; Christoph Ehrenfellner, Violine; Johannes Dickbauer, 2. Violine – ArtUnion Japan ART 3134 (2011)
  • Christoph Ehrenfellner: Klaviertrio op. 12 – Sergey Malov, Violine; Thomas Kaufmann, Violoncello; Vito Lattarulo, Klavier – Ehrenfellner Music em 0001 (2012)
  • Franz Schubert, Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 3 D 200, Sinfonie Nr. 1 op. 21 – Sinfonietta Baden, Dirigent: Christoph Ehrenfellner – Ehrenfellner Music em 0002 (2012)

Filme[Bearbeiten]

  • Europe for President, von Thomas Altheimer – Musik: Christoph Ehrenfellner – Documentary, A/D 2008, Superfilm Production

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. siehe Portrait Ehrenfellners beim Österreichischen Sender für klassische Musik Ö1 unter /http://oe1.orf.at/artikel/214367
  2. siehe Lebenslauf auf der Website des Instituts für Österreichische Musikdokumentation: http://www.ioem.net/programmhefte/musiksalon2009_ehrenfellner.pdf
  3. siehe Website des SCL International Youth Music Festival Vienna: http://www.sclfestival.org/jury_ehrenfellner.htm
  4. siehe Ehrenfellners Lebenslauf auf der Seite der Musikwerkstatt Wien: http://www.musikwerkstatt-wien.com/downloads/09maiEHRENFELLNER.pdf