Christoph Heusgen

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Christoph Heusgen (rechts) mit dem bulgarischen Außenminister Kristian Wigenin, 2014

Christoph Heusgen (* 17. März 1955 in Düsseldorf-Heerdt) ist ein deutscher Diplomat und Spitzenbeamter. Ab 2005 war er der außen- und sicherheitspolitische Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel und ist seit 2017 Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei den Vereinten Nationen.[1][2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heusgen wuchs in Neuss auf, am dortigen Quirinus-Gymnasium bestand er 1973 sein Abitur. Er studierte 1973 bis 1977 Wirtschaftswissenschaften an der Universität St. Gallen und schloss ein Postgraduiertenstudium, das er in St. Gallen und an der Sorbonne in Paris absolvierte, 1980 mit seiner Promotion ab. Anschließend trat er in den Auswärtigen Dienst ein.

Im Auswärtigen Amt war er 1988-90 persönlicher Referent des Koordinators für die deutsch-französische Zusammenarbeit Rainer Barzel und 1990 bis 1993 Referent und stellvertretender Referatsleiter im EU-Grundsatzreferat. 1993 bis 1997 arbeitete Heusgen unter Thomas Matussek als stellvertretender Leiter im Ministerbüro von Außenminister Klaus Kinkel, danach war er als Ministerialdirigent Leiter der Unterabteilung Europa.

Von 1999 bis 2005 war Heusgen im Generalsekretariat des Rates der Europäischen Union in Brüssel Büroleiter und Leiter des Politischen Stabs von Javier Solana, dem Hohen Repräsentanten für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU. Seit November 2005 leitete er als Ministerialdirektor die für Außenpolitik im Bundeskanzleramt zuständige Abteilung 2 und war damit der außen- und sicherheitspolitische Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Im November 2016 berichtete die FAZ, dass Heusgen ab 2017 Nachfolger von Harald Braun als Ständiger Vertreter Deutschlands bei den Vereinten Nationen werden soll.[1] Nach der Bundestagswahl 2017 berief Merkel Jan Hecker zum neuen außenpolitischen Berater.[3]

Heusgen ist Mitglied der CDU. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Im November 2017 berichtete Der Spiegel, Heusgen habe in einer E-Mail an Maria Luiza Ribeiro Viotti, die Kabinettschefin des UN-Generalsekretärs António Guterres, um eine Stelle auf der Gehaltsstufe P5 (mindestens 107.459 Dollar brutto und 56.000 Dollar netto New-York-Zuschlag) für seine Ehefrau in dessen Büro gebeten. Dabei habe er darauf hingewiesen, dass Deutschland einen großen Beitrag zur UN leiste. Als Stärken seiner Frau habe er in der E-Mail angegeben, dass diese „einen direkten Draht zum Kanzleramt und zum Büro des Außenministers (und zu Deutschlands künftigem Botschafter bei der UN, der die Ambition hat, 2019/2020 im Sicherheitsrat zu sitzen)“ habe. Das Nachrichtenmagazin wertete dies als eine Verletzung der Grenze des Anstands. Ina Heusgen arbeitet seit August 2017 als Referentin in der Hauptabteilung Friedenssicherungseinsätze. Das Auswärtige Amt bezeichnete sie gegenüber dem Spiegel als „hochqualifiziert“ und die optimale Besetzung für den Posten.[4][5]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Heusgen soll UN-Botschafter werden. politik-kommunikation.de, 28. November 2016, abgerufen am 17. Dezember 2016.
  2. The Permanent Representative. Permanent Mission of the Federal Republic of Germany to the United Nations New York, abgerufen am 21. Dezember 2017 (englisch).
  3. FAZ.net: Weit mehr als eine amtsinterne Umsetzung
  4. Mit 88.351 Dollar dotiert. Mit anmaßender E-Mail: Merkel-Vertrauter schanzt Ehefrau gut bezahlten UN-Posten zu. Focus, 17. November 2017, Zugriff am 18. November 2017.
  5. Rafael Buschmann, Jürgen Dahlkamp, Gunther Latsch, Jörg Schmitt und Christoph Schult, Botschafter Heusgen: „... dass meine Frau Ina eine Stelle in deinem Büro bekommt“, Der Spiegel, 18. November 2017, Zugriff 18. November 2017.
  6. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)
  7. Claudia Ehrenstein, Robin Alexander: Am Schlossplatz wird getalkt. In: Die Welt, 17. Oktober 2015, Nr. 242, S. 8.